Bundesliga

St. Pölten? U 23? So plant Wolfsburg die Zukunft mit seinen Talenten

Leihspieler Ambros sammelt die erhoffte Spielpraxis in Freiburg

St. Pölten? U 23? So plant Wolfsburg die Zukunft mit seinen Talenten

Wie geht es in Zukunft mit Wolfsburg-Talenten wie Lukas Ambros weiter?

Wie geht es in Zukunft mit Wolfsburg-Talenten wie Lukas Ambros weiter? IMAGO/regios24

Der Plan klang vielversprechend im Mai 2021, als der VfL Wolfsburg seine Kooperation mit der SKN St. Pölten bekanntgab. Talente sollten über den Zwischenschritt in die österreichische Bundesliga an das deutsche Niveau herangeführt werden, um eines Tages für den VfL spielen zu können.

Parallel dazu wurde die eigene U 23, die in den Jahren zuvor in der Regionalliga extrem viel Geld kostete und weder einen nachhaltigen sportlichen noch einen wirtschaftlichen Ertrag brachte, abgemeldet. Der Haken: Nur kurze Zeit später stieg St. Pölten in die 2. Liga ab und schafft wohl auch in dieser Saison trotz noch einmal erhöhter VfL-Investitionen nicht die Rückkehr ins Oberhaus.

Podcast
Podcast
Schalke 04 in der Krise: Von der 2. Liga ins Fußball-Nirwana?
15:38 Minuten
alle Folgen

Ein Wolfsburger Talent wird schon gar nicht mehr in Niederösterreich entwickelt - die gesamte Kooperation, die bis 2025 vereinbart ist, steht auf dem Prüfstand. Der VfL hat die Möglichkeit, die Zusammenarbeit schon ein Jahr früher zu beenden -darüber wird ab Januar gesprochen.

Die Rückkehr einer U 23 gilt als ausgeschlossen

Doch wie könnte es weitergehen mit der Talenteentwicklung beim VfL? Für die Rückkehr einer U 23 gibt es im Klub durchaus Fürsprecher, sie gilt aber dennoch als ausgeschlossen. Weil unverändert die Überzeugung da ist, dass der Geld-Einsatz den tatsächlichen Nutzen deutlich übersteigt.

Wenngleich ein solches Team auch in dieser Saison ein wunderbarer Ort wäre, um Hochbegabten aus dem eigenen Stall wie Ersatzkeeper Philipp Schulze oder Innenverteidiger Felix Lange Spielpraxis zu ermöglichen bei gleichzeitigem Training mit der Profimannschaft. Anfragen bezüglich möglicher anderer Kooperationen gibt es immer mal wieder, kommen aber kaum infrage.

Marmoush und Siersleben - zwei positive Leihbeispiele

Stattdessen dürfte sich der VfL in Zukunft auf Leihgeschäfte konzentrieren - und hat damit auch schon gute Erfahrungen gemacht. Beispiel: Omar Marmoush, der einst in der Wolfsburger U 23 spielte, über Leihen zum FC St. Pauli in die 2. Liga und VfB Stuttgart im Oberhaus zum Bundesligaspieler reifte. Bitter nur: Im Sommer entschied sich der Ägypter gegen eine Vertragsverlängerung in Wolfsburg und wechselte zu Eintracht Frankfurt.

Wie gewünscht lief auch die Entwicklung von Innenverteidiger Tim Siersleben, der zwei Jahre an den 1. FC Heidenheim verliehen wurde, den Aufstieg zum Stammspieler und in die Bundesliga schaffte und im Sommer fest verpflichtet wurde. Jedoch: Der VfL hat sich eine Rückkaufoption gesichert.

Ambros kommt in der 3. Liga bereits auf zehn Einsätze

Aktuell ist für den VfL die Leihe von Lukas Ambros das beste Beispiel, dass Leihgeschäfte für den VfL Sinn ergeben können. Von 2020 bis zum Sommer spielte der tschechische U-21-Nationalspieler in der Wolfsburger Akademie, debütierte in der vergangenen Saison unter Trainer Niko Kovac in der Bundesliga.

In dieser Spielzeit ist der 19-jährige Mittelfeldmann an den SC Freiburg II verliehen und kommt bereits auf zehn Einsätze in der 3. Liga, fünf davon über die volle Distanz. Wertvolle Spielpraxis, die ihm der VfL selbst in dieser Saison nicht hätte bieten können. Und für die auch Kooperationspartner St. Pölten als österreichischer Zweitligist zu klein war.

Thomas Hiete

Die Wechseltabelle der Bundesliga 2022/23