2. Bundesliga

St. Pauli mit Totalausfall und großen Sorgen

Der Spitzenreiter verliert das Spiel, die Linie - und Abwehr-Chef Smith

St. Pauli mit Totalausfall und großen Sorgen

Bedient: Beim FC Schalke zeigte St. Pauli die bisher schwächste Saisonleistung.

Bedient: Beim FC Schalke zeigte St. Pauli die bisher schwächste Saisonleistung. IMAGO/Eibner

Die wilde zweite Hälfte beim 4:3-Erfolg in Kiel am vergangenen Freitag sollte eine absolute Ausnahme darstellen - tatsächlich entpuppte sie sich als Vorbote. St. Pauli, über weite Strecken der Saison ein Muster an Stabilität, kassierte nun sechs Gegentreffer in nur zwei Partien, und präsentierte sich in Gelsenkirchen in allen Belangen untypisch.

Saads Anschluss nur Augenwischerei

Im Vorwärtsgang fehlten Klarheit und Behauptungswillen, im Rückwärtsgang jegliche Verlässlichkeit. Das späte und abgefälschte Anschlusstor von Elias Saad eine Minute vor dem regulären Ende suggeriert, St. Pauli habe bis zuletzt gegen die Pleite angekämpft. Tatsächlich war es ein Tor aus dem Nichts, stand mit nur sechs abgegebenen Schüssen am Ende der Ligatiefstwert in dieser Spielzeit, auch die Passquote war schlecht wie nie.

Was nicht passieren darf, sind sechs Gegentore in zwei Spielen.

Marcel Hartel

Marcel Hartel, zunächst wieder als falscher Neuner aufgeboten und nach der Pause und der Hereinnahme von Johannes Eggestein, wieder in gewohnter Mittelfeldrolle, räumt ehrlich ein: "Wir haben kaum zu unserem Spiel gefunden." Das gilt insbesondere auch für den Topscorer, dessen verunglückte Hackentricks im Doppelpack so etwas wie das Symbol für den gesamten Auftritt waren: Wenn das Einfache schwerfällt, sieht das Schwierige mitunter überheblich aus - St. Pauli scheiterte in der Schalke Arena daran, dass der Gegner den Sieg mehr wollte und damit vor allem an sich selbst. "Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen", sagt Hartel und findet: "Generell kann so ein Spiel in einer Saison mal passieren. Was nicht passieren darf, sind sechs Gegentore in zwei Spielen. Das ist nicht unser Anspruch, da müssen wir wieder besser werden."

Schon im Vorfeld der Partie hatte Hürzeler sich offen damit auseinandergesetzt, dass gleich einige statistische Werte in der Rückserie gegenüber der Hinrunde schlechter geworden sind - nun war auch der Gesamtauftritt schlecht wie nie zuvor in dieser Spielzeit und das Kernziel muss darin bestehen, schleunigst zur gewohnten Stabilität zurückzukehren.

Völlig offen ist, ob Abwehr-Chef Smith dabei mitwirken kann. Die Adduktoren sind der wunde Punkt des spielstarken Schweden, auf Schalke schied er schon nach wenigen Minuten aus, hielt sich beim Gang vom Feld die Hände vors Gesicht. Ob es wieder die Adduktoren sind oder eine andere Muskelverletzung vorliegt, ist noch offen. Klar ist: Ein Ausfall von Smith wäre nach dem erstaunlich schlechten Auftritt der nächste Tiefschlag für St. Pauli.

Sebastian Wolff

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