2. Bundesliga

Kiel schlägt Werder - Schalke furios - Darmstadt besteht beim Geisterspiel - 96 am Boden

2. Bundesliga, 15. Spieltag

St. Pauli gewinnt Schlagabtausch - HSV pirscht sich heran - SCP verliert 3. Platz

Platz 1 verteidigt: St. Pauli jubelte am Sonntag auch in Nürnberg.

Platz 1 verteidigt: St. Pauli jubelte am Sonntag auch in Nürnberg. imago images/HMB-Media

Ohne Cheftrainer: St. Pauli gewinnt Topspiel in Nürnberg

Auch ohne den an COVID-19 erkrankten Cheftrainer Timo Schultz hat der FC St. Pauli am Sonntag seine Tabellenführung behauptet - und ein kleines Ausrufezeichen gesetzt: Im Topspiel beim Fünften 1. FC Nürnberg feierten die Hamburger einen unterhaltsamen 3:2-Sieg. Nach früher 2:0-Führung - Paqarada auf Burgstaller (3.), Burgstaller auf Paqarada (10.) - brachte Geis den FCN mit einem herrlichen Fernschuss zurück (21.). Und auch auf Dzwigalas 3:1 (64.) hatten die Gastgeber eine Antwort (Schäffler, 72.). Doch weil die St. Paulianer danach kaum noch etwas zuließen, gehen sie als Spitzenreiter ins nächste Topspiel: Am Samstag kommt Schalke ans Millerntor.

HSV legt nach und rückt weiter heran

Der Hamburger SV pirscht sich derweil immer näher an die Aufstiegsränge heran. Dem 4:1 gegen Regensburg ließ die Walter-Elf einen 3:0-Sieg gegen Schlusslicht Ingolstadt folgen, bei dem beide Seite große Chancen ausließen. Am Ende trafen Alidou (13.), Jatta (40.) und - kurz nachdem Kaya auf der anderen Seite an der Latte gescheitert war - der eingewechselte Wintzheimer (89.). Der FCI, der auf Kapitän Kutschke verzichten musste, zeigte einen engagierten Auftritt, verlor letztlich aber verdient.

Michel rettet Remis: SCP tut sich zuhause weiter schwer

Den dritten Platz verloren hat dagegen der SC Paderborn, der wie schon gegen Hannover (0:0) auch gegen Hansa Rostock nicht über ein Remis hinauskam. Der Aufsteiger führte beim SCP sogar lange verdient - Rhein hatte nach einem Einwurf aus der Distanz getroffen (27.) -, musste aber spät noch den Ausgleich schlucken: Michel, der in der 69. Minute die Großchance zum 1:1 liegengelassen hatte, holte es per Handelfmeter nach (85.). Trotzdem bleibt Paderborn bei nur zwei Heimsiegen stehen.

Trotz Dähne-Patzer: Kiel schlägt Werder

Am Abend war Werder Bremen in Kiel zu Gast und tat sich dort zunächst recht schwer, geriet durch ein Traumtor von Mees dann auch noch vor der Pause in Rückstand. Erst eine unglückliche Aktion von Kiels Dähne brachte den SVW zurück: Bei einem riskanten Ausflug klärte der Keeper zwar zum Einwurf, blieb dann aber fair, schlug den Ball nicht weg und erlaubte den Gästen den schnellen Einwurf. Aus diesem resultierte anschließend umgehend das 1:1 (Füllkrug, 57.). Die Antwort der Störche ließ nicht lange auf sich warten, Pichler stand bei Mühlings Pfostentreffer goldrichtig - 2:1 (65.). Etwas später war die Partie für Dähne nach einem Zusammenprall schließlich auch noch frühzeitig beendet, Ersatzmann Gelios half mit, die Bremer Schlussoffensive trotz zehnminütiger Nachspielzeit auszubremsen und den Dreier über die Runden zu bringen. Durch den Sieg verschafften sich die Störche im Keller etwas Luft.

Acht sieglose Spiele: Hannover wird vom KSC überrollt

Fünf gegen sieben sieglose Ligaspiele in Folge, der KSC und Hannover befanden sich beide im Tief vor dem direkten Duell. Nach einer halben Stunde aber nur noch die Niedersachsen, denn da stand es bereits 3:0 für die Hausherren. Choi (17.), Gordon (27.) und Wanitzek nur zwei Minuten später sorgten für einen beruhigenden KSC-Vorsprung, dem Anschlusstreffer von Hinterseer blieb die Anerkennung wegen eines klaren Handspiels verwehrt. Die 96er bemühten sich nach Wiederanpfiff redlich, doch der Anschlusstreffer wollte nicht mehr fallen. Vielmehr besorgte Hofmann noch den 4:0-Endstand. Hannover rutschte damit am Samstagnachmittag auf den Relegationsrang ab.

Schalker Schützenfest gegen Sandhausen

Schalker Jubel gegen Sandhausen

Den Hals aus der Schlinge gezogen: Schalke gewann nach Rückstand gegen Sandhausen. imago images/Team 2

Schalke-Coach Grammozis nahm vor dem Duell mit Sandhausen vier Änderungen vor, unter anderem musste er auf die verletzten Latza (Prellung) und Terodde (Muskelverletzung) verzichten. Die Gelsenkirchener waren dennoch klar tonangebend, ließen aber Topchancen en masse aus. Bülter schlug über den Ball (8.), Thiaw scheiterte an der Latte (11.), Zalazar köpfte kurz vor der Pause unbedrängt aus sieben Metern Torwart Drewes an. In der 47. Minute dann die kalte Dusche für S04, Ritzmaier vollendete einen Konter zur Führung für Sandhausen. Es folgte eine wilde Phase mit Toren satt: Ouwejan (58.) und sechs Minuten später Bülter trafen aus kurzer Distanz, in der 71. Minute fälschte Zhirov das Leder ins eigene Tor ab. Testroet und Soukou vernaschten jedoch drei Minuten später die gesamte S04-Abwehr, Ersterer traf zum 2:3. Die direkte Antwort hatte Bülter mit einem Hackentor nur zwei Minuten später parat, mit dem 2:4 war der SVS-Widerstand doch gebrochen. Zalazars abgefälschter Schuss schlug sogar noch zum 5:2-Endstand ein (82.). 

Darmstadt besteht beim Geisterspiel in Aue

Aufgrund der pandemischen Situation in Sachsen musste die Partie in Aue gegen Darmstadt vor leeren Rängen über die Bühne gehen. Den Lilien blieb der Jubel in der 12. Minute im Halse stecken, Gonthers Treffer wurde wegen einer knappen Abseitsposition einkassiert. Bis zur Pause hatte Darmstadt zwar leichtes Oberwasser, doch Aue verteidigte solide - bis zur 62. Minute. Luca Pfeiffer vollendete nach Doppelpass mit Tietz zur SVD-Führung, in der 75. Minute hatte der eingewechselte Seydel zu viel Platz und besorgte allein vor dem Auer Tor das 2:0. Zwar kamen die Sachsen noch einmal heran, doch der SVD brachte das 1:2 über die Zeit und mischt weiterhin voll mit in Sachen Aufstiegsränge. 

Fortuna verliert spät bei Bodezks Jubiläum

Zum Start in den 15. Spieltag wurde am Freitagabend in Düsseldorf direkt Geschichte geschrieben: Bodzek stand gegen Heidenheim auf dem Platz, lief damit zum 200. Mal für die Fortuna auf und schwang sich so zum Zweitliga-Rekordspieler der Rheinländer auf. Wie schon in den Jahren zuvor tat sich die Fortuna, die ohne Stammkeeper Kastenmeier (Corona-Infektion) antrat, auch diesmal mit den Heidenheimern schwer. in einem umkämpften Spiel ohne große Highlights neutralisierten sich beide Teams weitgehend, sodass hüben wie drüben lange die Null stand. Es blieb aber nicht bei der Nullnummer: Nachdem Klarer eine Top-Chancen liegen gelassen hatte (87.), stach der eingewechselte Leipertz in der ersten Minute der Nachspielzeit doch noch und bescherte dem FCH den 1:0-Auswärtssieg.

Andreas Albers, Benedikt Saller, Jan Elvedi und Sebastian Nachreiner (v.li.).

Freude pur: Regensburger Torjubel nach dem zwischenzeitlichen 1:0. picture alliance/dpa

Dresden steigert sich - und geht leer aus

Dynamo Dresden wollte in Regensburg an das 1:0 gegen Düsseldorf anknüpfen, doch der Jahn gab zunächst den Takt vor, erspielte sich Torchancen und ging noch vor der Halbzeit verdient in Führung (Saller, 34.). Dresden aber konterte unmittelbar nach Wiederanpfiff, Daferner erzielte per Kopf sein siebtes Saisontor (47.) und sorgte so für Verunsicherung beim Jahn. Fortan entwickelte sich eine offene Partie, in der die Sachsen sogar leichte Vorteile hatten. Allerdings bewies Jahn-Coach Mersad Selimbegovic ein besonders glückliches Händchen, denn sowohl Caliskaner (80.) als auch Makridis (82.) trafen nur wenige Minuten nach ihrer Einwechslung. Die Oberpfälzer gewannen letztlich 3:1 und legten so im Aufstiegsrennen schon einmal vor.

Der 15. Spieltag im Überblick

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Duo knackt die 300: Die Zweitliga-Rekordspieler der 18 Klubs