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Sporttotal: Preisschock für Amateurklubs

Streaming-Unternehmen in den roten Zahlen

Sporttotal: Preisschock für Amateurklubs

Sporttotal zieht die Preise für sein (neues) Kamerasystem kräftig an.

Sporttotal zieht die Preise für sein (neues) Kamerasystem kräftig an. imago/Noah Wedel

"Amateurfußball live" hatte der DFB versprochen, als er 2017 seine Kooperation mit Sporttotal.tv bekanntgab. Nun trifft die Vereine, die sich ein solches Kamerasystem haben einbauen lassen, ein Preisschock: Der Anbieter setzt ab der nächsten Saison auf ein moderneres Kamerasystem. Das aber kostet statt 118,80 Euro dann 838,80 Euro pro Spielzeit.

Bundesweit sorgt dieser Schritt für Ärger, den Sporttotal-Geschäftsführer Peter Lauterbach in einem persönlichen Brief an die Vereine so begründet: "Um Sporttotal zu einem noch hochwertigeren Angebot für die Fußballvereine in Deutschland ausbauen zu können, haben wir unsere Strategie überarbeitet und werden die Berichterstattung zukünftig im Rahmen einer Technologiepartnerschaft mit der Deutschen Telekom auf ein neues Level heben." Daher kündigt Sporttotal die laufenden Verträge auf. Laut einer Präsentation des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) würden die neuen Systeme über eine "erheblich verbesserte Technik" verfügen und auch eine Panocam beinhalten für die Ganzfeld-Spielanalyse für Trainer.

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Das Problem: Statt 118,80 Euro verlangt die Kölner Firma ab 2023/24 838,80 Euro pro Saison - wobei der BFV für Bestandskunden ausgehandelt hat, die ersten drei Monate beitragsfrei zu stellen, ein Erlass von 209,70 Euro. Dennoch zu viel für viele Amateurklubs. In Bayern haben sich beispielsweise die Vereine der sechstklassigen Landesliga Nordwest auf ihrer turnusmäßigen Tagung dazu entschieden, den neuen Konditionen nicht zuzustimmen. Man darf nun gespannt sein, wie viele Bestandsabos Sporttotal in neue Verträge überführen kann. Abbau der alten und Aufbau der neuen Anlage sind offenbar inkludiert.

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Wirtschaftlich scheint es für das Unternehmen aus dem Rheinland allerdings nicht allzu gut zu laufen: In den vergangenen fünf Jahren hat die Aktie der Sporttotal AG um knapp 80 Prozent an Wert eingebüßt. Für das Geschäftsjahr 2020 wies der Gesamtkonzern ein Minus von 12,44 Millionen Euro vor Steuern aus, für 2021 liegt das Minus vor Steuern bei 12,09 Mio. Euro. Zudem drückt ein in Raten abzuzahlender Vergleich mit dem ehemaligen Hard- und Software-Lieferanten Pixellot Ltd. auch künftig auf die Bilanz. Dieser war in Folge einer Zivilklage vor dem Kölner Landgericht geschlossen worden, nachdem Sporttotal den Vertrag mit Pixellot wegen der Auswirkungen der Pandemie fristlos gekündigt hatte.

Benni Hofmann

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