Bundesliga

Sportdirektor Nerlinger erhöht den Druck

Bayern München: Konter gegen Veh und Rangnick

Sportdirektor Nerlinger erhöht den Druck

Bundesliga, Bayern München: Mario Gomez

Auftrag erfüllt: Mario Gomez erzielte gegen Tim Wiese den 1:1-Ausgleichstreffer. picture alliance

"Da war der erste Pfosten besetzt." Und weil der umtriebige, emsige, nimmermüde Querfeldeinläufer Ivica Olic jüngst eifrig für sich wirbt, stellt sich derzeit die Frage nach dem idealen Duo im Bayern-Angriff: Passen Klose und Gomez zusammen?

Im Nationalteam kooperierte dieses Paar seit Gomez Premiere im Februar 2007 insgesamt 13-mal, 668 Minuten lang: Klose traf dabei dreimal ins Tor, zweimal servierte ihm Gomez, der vier Treffer erzielte, zweimal nach Kloses Service.

Zum Vergleich: Das Doppel Klose-Podolski gab es in diesem Zeitraum 15-mal, auf 1111 Minuten verteilt. Für Klose wie für Podolski sind je sechs Tore notiert, Podolski war einmal Kloses Zulieferer, Klose war es dreimal für Podolski. Es ist in der Relation also kein wesentlicher Unterschied zu erkennen.

Und zur Not ist beim FC Bayern noch Luca Toni da, von diesem Donnerstag an wieder. In München gehen sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass der 2006er Weltmeister den Klub bis zum 31. August verlässt. Karl-Heinz Rummenigge möchte ihn keinesfalls abschreiben, Sportdirektor Christian Nerlinger verweist auf Tonis Leistungen in dessen erster Saison: 39 Pflichtspieltore in 46 Einsätzen. Doch weil der Italiener gerade in der Rückrunde 2008/09 weitab von dieser Superquote seinen Dienst tat, hat er seinen Sonderstatus eingebüßt. "Es gilt wie bei allen, die Leistung entscheidet", erklärt Nerlinger und geht davon aus, "dass sich Luca diesem Prinzip stellt". Wie eben alle Kollegen. Wie es der obersten Leitlinie des neuen Chefs van Gaal entspricht.

Stars interessieren ihn nicht, siehe Lucio, siehe die Deckung. "Da bin ich ganz beruhigt, wir haben in der Abwehr die nötige Klasse", betont Nerlinger und erstickt alle Zweifel an van Buyten-Badstuber: "Es geht nicht um Namen, sondern darum, was geleistet wird."

Wir müssen anfangen, uns wieder oben festzusetzen.

Christian Nerlinger, Sportdirektor

Also spricht der Sportdirektor dem aktuellen Personal, das in dieser Wechselperiode keine Änderung mehr erfahren soll, das absolute Vertrauen aus, er sagt: "Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden." Ebenso mit zwei Punkten aus zwei Spielen? "Sehr", sagt Nerlinger, schließlich habe er die holprige Umsetzung der van Gaalschen Neuerungen erwartet. Aber bei aller Nachsicht gibt es nun für das Spiel in Mainz eine klare Ansage: "Wir sollten dort nicht auf ein Unentschieden spekulieren, wir müssen gewinnen und anfangen, uns oben wieder festzusetzen, ganz klar."

Konkurrenz-Trainer wie Armin Veh oder Ralf Rangnick hatten jüngst die Vormachtstellung der Bayern angezweifelt. "Die sollen erst die Champions League angehen und zeigen, wie groß ihre Substanz ist, das macht der FC Bayern seit 30 Jahren", entgegnet Nerlinger, "und dann werden wir sehen, wie sich die Situation dann darstellt." Das titellose Jahr, das in der Liga neues Selbstbewusstsein erwachsen ließ, "sollten wir möglichst schnell gerade rücken".

Karlheinz Wild