EM

Splitter: Giggs und die Roboter - Islands Kurvenpräsident

KR Reykjavík siegt ohne "Gummi Ben"

Splitter: Giggs und die Roboter - Islands Kurvenpräsident

Kann mit der Kulturbeutel-Kultur nichts anfangen: Ryan Giggs.

Kann mit der Kulturbeutel-Kultur nichts anfangen: Ryan Giggs. Getty Images

+++ Giggs hat ein generelles Problem +++

Ryan Giggs hat die junge Generation englischer Spieler und ihr Umfeld schwer kritisiert. Es gebe ein "generelles Problem" mit dem Nationalteam und ihrer Kultur, "es ist diese ganze Kulturbeutel-Kultur", sagte der walisische TV-Experte nach dem peinlichen EM-Achtelfinalaus gegen Island. "Ich wollte nicht berühmt sein, ich wollte erfolgreich sein. Spieler werden inzwischen belohnt, bevor sie etwas erreichen - sie haben nette Autos, nette Uhren. Sie sind Roboter, nur Roboter."

Frankreich - Vereinsdaten
Frankreich

Gründungsdatum

01.01.1919

England - Vereinsdaten
England

Gründungsdatum

01.01.1863

Wales - Vereinsdaten
Wales

Gründungsdatum

01.01.1876

Island - Vereinsdaten
Island

Gründungsdatum

01.01.1947

KR Reykjavik - Vereinsdaten
KR Reykjavik

Gründungsdatum

16.02.1899

Europameisterschaft - Viertelfinale

Als Nachfolger für den zurückgetretenen Roy Hodgson schlug Giggs U-21-Trainer Gareth Southgate vor, der jedoch nach übereinstimmenden Medienberichten weder übergangsweise noch dauerhaft zur Verfügung stehen wolle.

+++ Islands Staatspräsident in der Fankurve +++

Islands neugewählter Staatspräsident Gudni Johannesson wird das EM-Viertelfinalduell seiner Nationalmannschaft gegen Frankreich am Sonntag (21 Uhr/ZDF) in St. Denis nicht auf der Ehrentribüne verfolgen, sondern in der Kurve mit den rund 10.000 Fans aus seinem Land. "Warum sollte ich im VIP-Raum sitzen und Champagner trinken?", sagte der 48-Jährige. "Nein, ich werde im Pulk mit den Fans stehen, mit meinem isländischen Nationalmannschaftstrikot am Leib. Und bei allem Respekt vor Frankreich, sie sollten uns nicht unterschätzen." Johannesson versprach den Spielern nach ihrer Rückkehr auf die Heimatinsel zudem einen gebührenden Empfang: "Ob die Spieler nun nach diesem Spiel nach Hause kommen oder erst später, sie werden einen Empfang erleben, der Helden würdig ist."

+++ Sieg ohne Kult-Reporter: KR Reykjavik in der Europa League +++

Nochmal Island: Ohne den bisherigen Co-Trainer und Kult-Reporter Gudmundur Benediktsson läuft es bei KR Reykjavík besser. Islands Rekordmeister gewann das Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde in der Europa League mit 2:1 gegen den FC Glenavon aus Nordirland. Damit endete in der Nacht zum Freitag eine Negativserie des KR-Teams, die zur Trennung von Trainer Bjarni Gudjonsson Eggert und Benediktsson geführt hatte. Der TV-Kommentator des isländischen Fernsehens ("Gummi Ben") hat mit seinen enthusiastischen Übertragungen der Island-Spiele bei der Fußball-EM in Frankreich weltweit für Aufsehen gesorgt. Das Spiel fand übrigens nur vor 1000 Zuschauern statt. Trainer Willum Thor Thorsson hatte ein Erklärung parat: "Was wollen Sie denn? Unsere Fans sind alle in Frankreich."

+++ Deschamps gefrustet: 57+12+14+16 +++

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps ist außer sich. Die UEFA hat wegen des schlechten Rasens das Abschlusstraining im Stade de France am Samstag mal wieder untersagt. Als Ausweichmöglichkeit wurde ein Platz im Westen von Paris angeboten. Das Hotel der Franzosen vor dem Spiel befindet sich aber im Osten. Das Stade de France im Norden. Deschamps muss also am Tag vor dem Spiel vom Basislager Clairefontaine 57 Kilometer ins Hotel Pullman fahren, dann 12 zum Trainingsplatz Jean Bouin, dann 14 zur Pressekonferenz, dann 16 zum Mannschaftshotel.

+++ 150.000 Belgier in Lille +++

Mindestens 150.000 belgische Fans werden heute Abend in Lille erwartet, wo die "Roten Teufel" im EM-Viertelfinale auf Wales treffen. "Das wird wie ein Heimspiel und uns zusätzlich motivieren", sagte Eden Hazard, der Kapitän. Vor seinem Wechsel zum FC Chelsea hatte Hazard (25) sieben Jahre lang für den OSC Lille gespielt. Tickets für die Partie im Stade Pierre-Mauroy haben offiziell aber lediglich 12.000 belgische Anhänger erworben. Dass trotzdem derart viele Fans nach Lille reisen werden, liegt an der kurzen Entfernung. Die belgische Grenze ist gerade einmal 17 Kilometer entfernt.

aho/dpa/sid