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Späte Reue: Mourinhos Loblied auf Schweinsteiger

Portugiese lobt Professionalität und Einfluss des Weltmeisters

Späte Reue: Mourinhos Loblied auf Schweinsteiger

Kein Schweinsteiger auf der Bank? Manchester Uniteds Trainer José Mourinho hätte den Weltmeister gerne behalten.

Kein Schweinsteiger auf der Bank? Manchester Uniteds Trainer José Mourinho hätte den Weltmeister gerne behalten. imago

Schweinsteiger hätte für United in der heißen Phase der Saison noch "sehr nützlich" sein können, wie Mourinho auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen West Brom am Samstag (16 Uhr) eingestand. Der 32-Jährige wurde erst deswegen ins Team zurückgeholt, weil er Mourinho mit seinem "großen Einfluss" im Training begeistert habe. "Ich möchte nicht über ihn als Spieler sprechen, auch nicht darüber, ob ich ihn kaufen würde oder nicht. Ich möchte viel lieber über seine Professionalität sprechen", so der exzentrische Coach.

"Ich war damals nicht gerecht zu dir, deswegen muss ich nun gerecht zu dir sein", sei das Letzte gewesen, was Mourinho zu Schweinsteiger gesagt habe: "Als er mich dann gebeten hat, gehen zu dürfen, konnte ich kein zweites Mal nein zu ihm sagen. Es tut mir leid, wie es abgelaufen ist. Das weiß er." Den sonst so abgebrüht auftretenden 54-Jährigen hat das Gespräch nicht kalt gelassen. "Ich bin auch glücklich darüber, dass er es weiß. Ich werde ihn als guten Typ, guten Profi und guten Einfluss im Training vermissen. Einen sehr guten Einfluss", lobte Mourinho.

Nachdem ich ihn als Profi und als Person kennengelernt habe, habe ich es bereut.

José Mourinho über Bastian Schweinsteiger

Warum also war Schweinsteiger so lange außen vor? "Wir hatten am Anfang einen riesigen Kader. Aber nachdem ich ihn als Profi und als Person kennengelernt habe, wie er sich verhalten hat und in welcher Weise er meine Entscheidungen als Manager respektiert hat, habe ich es bereut, und ich habe kein Problem damit, das zuzugeben", führte Mourinho aus. Sein persönlicher Schluss: "Bastian gehört zu jener Kategorie Spieler, für die es mir leid tut, wie ich sie behandelt habe."

"Ich konnte ihn einfach nicht aufhalten"

Und doch wartet Schweinsteiger nun auf sein Debüt für Chicago Fire in der MLS. Mourinho habe das schlechte Gewissen geplagt ("Ich konnte ihn einfach nicht aufhalten"), auch wenn der Weltmeister bei United noch eine andere Rolle hätte einnehmen können. "Wir haben so viele Spiele und wir hätten ihn in manchen Spielen oder Phasen wohl gut gebrauchen können", so Mourinho abschließend. Eine reichlich späte Erkenntnis.

msc

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