Bundesliga

Sow: "Ich erwarte, dass uns Götze neue Lösungen beschert"

Frankfurts Mittelfeldstratege freut sich über verschärften Konkurrenzkampf

Sow: "Ich erwarte, dass uns Götze neue Lösungen beschert"

Frankfurts Djibril Sow freut sich über den verschärften Konkurrenzkampf.

Frankfurts Djibril Sow freut sich über den verschärften Konkurrenzkampf. IMAGO/HMB-Media

Aus Frankfurts Trainingslager in Windischgarsten berichtet Julian Franzke

Lobhudelei und Gratulationen verfolgen Spieler und Verantwortliche der Frankfurter Eintracht seit dem 18. Mai 2022 auf Schritt und Tritt. Der Europa-League-Sieg im Finale gegen die Rangers katapultierte die Hessen mit Blick auf die Wahrnehmung in völlig andere Sphären. Glücklicherweise haben all die Schulterklopfer noch nicht zu Fehlhaltungen bei den Profis geführt. Doch so langsam wird es selbst den Spielern etwas zu viel mit den Herzlichkeiten. "Wir dürfen uns das nicht zu Kopf steigen lassen", mahnt Sow, "auch bei der Schweizer Nationalmannschaft bekam ich nur Glückwünsche. Das ist schön, irgendwann aber zu viel. Es ist sehr wichtig, dass wir ambitioniert und hungrig bleiben."

Trotz aller Lobeshymnen auf dem Boden zu bleiben, wird eine der großen Herausforderungen dieses Sommers. "Die anderen Mannschaften werden gegen uns jetzt noch heißer sein, weil sie sich gegen den Europa-League-Sieger zeigen wollen", ahnt Sow, "das sah man schon in den Testspielen, da herrschte eine andere Aggressivität und Mentalität. Die Gegner wollten wirklich zeigen, dass sie mithalten können." Die Eintracht erwarte deshalb "wahrscheinlich eine noch schwierigere Saison".

Sow: "Das wird der Mannschaft einen Schub geben"

Sorgen macht er sich deshalb allerdings nicht, vielmehr sieht er das Team auch aufgrund der namhaften Zugänge gut gewappnet für die künftigen Herausforderungen. "Mit den neuen Kräften gibt es einen Konkurrenzkampf, der letzte Saison nicht so da war wie jetzt. Das wird der Mannschaft einen Schub geben. Vor allem vorne stehen sich viele auf den Füßen. Man merkt im Training: Die geben wirklich Gas, das ist schon sehr positiv", registriert der 25-Jährige zufrieden. Für zusätzlichen Ansporn sorgt die erstmalige Teilnahme des Klubs an der Champions League. "Alle sind wieder heiß, jeder will einen Platz in der ersten Elf für diese Champions-League-Saison. Deshalb habe ich keine Bedenken, der Charakter der Mannschaft hat immer gestimmt", betont Sow.

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"Wir wollen eine Duftmarke hinterlassen"

Der Mittelfeldstratege schnupperte schon einmal Luft in der Königsklasse. 2018 hatte er unter Trainer Adi Hütter mit dem BSC Young Boys die Schweizer Meisterschaft gewonnen, anschließend gab es in der Gruppenphase ein Kräftemessen mit Juventus Turin, Manchester United und dem FC Valencia. Der Underdog aus der Schweiz schied als Gruppenletzter aus. "Wir mussten viel Lehrgeld zahlen, obwohl wir auch gute Spiele gemacht haben. In der Champions League wird jeder Fehler bestraft, das ist nochmal ein anderes Niveau als in der Europa League", erinnert sich Sow. Diesmal will er sich nicht mit der Gruppenphase zufriedengeben: "Mit den Fans ist vieles möglich. Wir sind ambitioniert, wollen die Gruppe überstehen und eine Duftmarke hinterlassen. Dafür müssen wir bereit sein und konstant an unser Leistungslimit kommen."

Den unbefriedigenden 11. Platz hat keiner vergessen

An Sow selbst führt bei der Auswahl des Personals normalerweise kein Weg vorbei. Der Mittelfeldspieler hat seit seinem Wechsel zur Eintracht 2019 eine beachtliche Entwicklung vollzogen und glänzt inzwischen mit einer bemerkenswerten Spielübersicht. Nicht zuletzt seine Bälle hinter die gegnerischen Abwehrlinien sind teilweise eine Augenweide und perfekt getimt. Mit Mario Götze erhält er nun auch noch einen genialen Mitspieler, der für noch mehr Kreativität im Mittelfeld sorgen soll. "Ich erwarte, dass er uns mit seiner Erfahrung und Ruhe besser macht, und uns auch neue Lösungen im letzten Drittel beschert. Auch in den letzten Testspielen sah man, dass wir die Spiele zwar vollkommen unter Kontrolle haben, aber im letzten Drittel zu ungenau sind oder falsche Entscheidungen treffen", analysiert Sow. Diese Problematik zog sich gegen tief verteidigende Gegner wie ein roter Faden durch die vergangene Spielzeit. "Da können wir in der neuen Saison sicherlich den größten Schritt machen", glaubt Sow. Den unbefriedigenden 11. Platz in der Liga hat bei der Eintracht keiner vergessen.

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