Bundesliga

Julian Nagelsmann: "Sorry, aber was ist das denn für eine Mannschaft?"

Nagelsmann über Schreuder, die DFB-Elf - und FIFA-Ärger

"Sorry, aber was ist das denn für eine Mannschaft?"

Wenig Zeit vor dem Bundesliga-Endspurt: Julian Nagelsmann.

Wenig Zeit vor dem Bundesliga-Endspurt: Julian Nagelsmann. Getty Images

Am Dienstag spielten einige ihrer Nationalspieler noch, am Freitag schon (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) trifft die TSG Hoffenheim auf Bayer Leverkusen. Angesichts der FIFA-Abstellungsperiode bleibt Julian Nagelsmann nicht viel Zeit auf dem Trainingsplatz. Doch das war längst nicht das einzige Thema, dem sich der Noch-TSG-Trainer am Mittwoch widmete. Nagelsmann sprach über...

... die schwierige, weil extrem kurze Vorbereitung auf das Leverkusen-Spiel: "Der Spielplan ist dieses Jahr nicht unser ganz großer Freund. Das betrifft Leverkusen allerdings auch, wir haben ähnliche Voraussetzungen. Wir können einmal gemeinschaftlich trainieren. Die meisten kommen heute wieder zurück, aber sind natürlich heute noch nicht trainingsfähig. Die, die gestern noch gespielt haben, müssen erst mal regenerieren und werden am Donnerstag nur reduziert trainieren können. Ich habe ja schon oft gesagt, dass ich diese Abstellungsperioden nicht nachvollziehen kann, das muss irgendwie anders geregelt werden. Aber das werde ich wahrscheinlich auch in meiner Trainerkarriere nicht mehr erleben."

Für mich ist er ein unfassbarer Trainer mit einer unfassbar geilen Philosophie.

Nagelsmann über Peter Bosz

... die Personalsituation: "Wir haben mit Nico (Schulz) einen Gesperrten. Andrej (Kramaric) ist angeschlagen, hat ein bisschen Knieprobleme. Reiss (Nelson) ist angeschlagen abgereist . Adam (Szalai) hat einen Magen-Darm-Infekt, war gestern noch nicht reisefähig."

... das Spiel gegen den Tabellensechsten Leverkusen und dessen Trainer Peter Bosz: "Für mich ist er ein unfassbarer Trainer mit einer unfassbar geilen Philosophie. Es ist außergewöhnlich attraktiv und toll anzuschauen. Das ist ein Trainer, der für einen ganz, ganz klaren Stil steht, das finde ich herausragend. Das ist ein bedeutendes Spiel für beide Teams."

Wie er fußballerisch als Cheftrainer tickt, weiß ich nicht, weil er das gemacht hat, was ich wollte.

Nagelsmann über Nachfolger Alfred Schreuder

... seinen Nachfolger und ehemaligen Co-Trainer Alfred Schreuder: "Ich war genauso überrascht. Ich traue ihm viel zu und wünsche ihm, dass er den Weg, den wir eingeschlagen haben, erfolgreich weiterführt. Er war über einen längeren Zeitraum mein Co-Trainer, wir haben viel gemeinschaftlich erarbeitet. Von daher ist das sicherlich eine sinnvolle Verpflichtung, weil der Weg dann im Großen und Ganzen fortgeführt wird. Ich bin gut mit ihm klargekommen. Wie er fußballerisch als Cheftrainer tickt, weiß ich nicht, weil er das gemacht hat, was ich wollte. Das ist ja immer so als Co-Trainer. Aber er ist ein Gewinnertyp. Das ist eine gute Voraussetzung."

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... den gelbgesperrten Nico Schulz, der in Amsterdam Deutschlands 3:2-Siegtreffer erzielte: "Wie ich ihn ersetze, weiß ich noch nicht, das entscheide ich relativ spontan. Die Entwicklung ist gut, ich freue mich, dass er jetzt sein zweites Tor gemacht hat, ein ganz bedeutendes Tor. Er hatte ja eine sehr schwere Phase in Gladbach und hat ein bisschen Anlaufzeit gebraucht, als er zu uns kam, sich aber dann schnell zu einem sehr bedeutenden Spieler entwickelt. Das letzte Spiel in der Liga war jetzt nicht sein bestes (kicker-Note 4 beim 1:1 in Stuttgart, d.Red.). Ich hoffe, dass er auch bei uns in den letzten Saisonspielen an sein Niveau von der Nationalelf anknüpfen kann."

Ich werde echt zu jedem Scheiß gefragt, Wahnsinn.

Nagelsmann

... die Entwicklung der DFB-Elf nach dem Umbruch: "Ich werde echt zu jedem Scheiß gefragt, Wahnsinn (lacht). Grundsätzlich ist es eine gute Entwicklung. Wenn ich die Mannschaft gegen Holland sehe: Ganz ehrlich, sorry, aber was ist das denn für eine Mannschaft? Da würden ganz viele andere Nationen sagen: Die Spieler hätte ich auch gerne. Das ist eine unfassbare Truppe, die da spielt. Ganz viele junge, ganz viele toptalentierte Spieler, die alle Champions League spielen."

jpe

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