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WM 2022 - Songs große Töne: "Wir können Brasilien besiegen"

Der Glücksgriff mit Choupo-Moting und Joker Aboubakar

Songs große Töne: "Wir können Brasilien besiegen"

Traumtor: Joker Vincent Aboubakar trifft gegen Serbien zum zwischenzeitlichen 2:3 für Kamerun. 

Traumtor: Joker Vincent Aboubakar trifft gegen Serbien zum zwischenzeitlichen 2:3 für Kamerun.  Getty Images

Aus Katar berichtet Thiemo Müller

Die Frage eines Reporters aus der Heimat an Kameruns Nationaltrainer Rigobert Song fiel zum Einstieg direkt nach dem Spiel bemerkenswert kritisch aus: Ob der Coach nicht auch schon in der ersten Gruppenpartie gegen die Schweiz (0:1) die Offensivkräfte Eric Maxim Choupo-Moting und Vincent Aboubakar gemeinsam hätte bringen sollen statt den einen gegen den anderen auszuwechseln? Schließlich waren "Choupo" als Schütze des Ausgleichs und noch mehr der erneut als Joker gezogene Aboubakar (ein Tor, ein Assist) nun hauptverantwortlich dafür, den 1:3-Rückstand gegen Serbien noch in ein 3:3 zu verwandeln. Song nahm den Hinweis durchaus selbstkritisch an: "Es sind verschiedene Fehler gemacht worden gegen die Schweiz. Das Gute am Fußball ist: Man lernt die ganze Zeit dazu und hat die Möglichkeit, Konsequenzen daraus zu ziehen."

Die Spieler wissen, warum wir hier sind. Wir sind stark.

Rigobert Song vor dem Spiel gegen Brasilien

Nun also drehten Aboubakar und Choupo-Moting gemeinsam einen vermeintlich schon aussichtslosen Rückstand. Diese Spielsituation habe ihm die Entscheidung indes leichter gemacht, gleich zwei Akteure zu bringen, die höchsten Ansprüchen in puncto Defensivarbeit anscheinend nicht genügen. Denn, so Songs Erklärung: "Es kommt bei Personalentscheidungen immer auf den Kontext und die Umstände an. Jetzt war es der richtige Zeitpunkt, denn wir hatten nichts mehr zu verlieren."

Song: "Wollen nicht nur ein paar Emotionen erleben"

Als Gewinn verbuchte der Ex-Profi des 1.FC Köln (16 Einsätze 2001/02) letztlich nicht nur den Punkt, sondern auch das Aufbäumen gegen die Niederlage: "Wir haben junge Spieler, die sich Schritt für Schritt verbessern, aber auch noch Zeit brauchen. Wenn wir auf die Gegentore schauen, dann sind das Fehler, die junge Spieler nun mal machen. Doch meine zentrale Erkenntnis ist heute: Wir können wieder aufstehen, wenn wir am Boden liegen. Deshalb gratuliere ich den Jungs zu ihrem Teamgeist und ihrer Leistung."

Dass die Kameruner mit ihrer denkwürdigen Aufholjagd und dem einen Zähler damit in Katar schon alles herausgeholt haben könnten, damit will Song sich indes nicht abfinden. Auch wenn der letzte Gruppengegner Brasilien heißt. "Wir glauben an uns und sind nicht zur WM gekommen, um nur ein paar Emotionen zu erleben", formuliert der 46-Jährige, "die Spieler wissen, warum wir hier sind. Wir sind stark - und wir können Brasilien besiegen. Ich sage ausdrücklich: Das ist möglich."

Bilder zur Partie Kamerun - Serbien