EM

Yann Sommer: "Worte können nicht beschreiben, wie stolz ich bin"

Tennis-Legende Federer blickt schon voraus

Sommer: "Worte können nicht beschreiben, wie stolz ich bin"

Ist in der Schweiz gefragter denn je: Yann Sommer.

Ist in der Schweiz gefragter denn je: Yann Sommer. picture alliance

Mit etwas Abstand meldete sich Yann Sommer am Samstag und damit einen Tag nach dem bitteren Aus gegen Spanien (1:3 i.E.) zu Wort. Der Gladbacher Torwart, der mit herausragenden Leistungen sein Team erst bis ins Viertelfinale gebracht und auch gegen La Furia Roja mehr als nur glänzend reagiert hatte, textete bei Instagram: "Worte können nicht beschreiben, wie stolz ich bin, Teil dieser Schweizer Nati zu sein und darauf, was wir zusammen auf dieser epischen Reise erlebt haben."

Eine epische Reise war dies in der Tat: Denn zunächst einmal hatte die Truppe von Nationaltrainer Vladimir Petkovic schwer ins Turnier gefunden, Störgeräusche bezüglich Lamborghini-Fahrten sowie extra einbestellte Frisöre hatten obendrein für Brisanz gesorgt. Doch das 3:1 gegen die Türkei und das damit verbundene Weiterkommen wurden die Initialzündung für das weltweit gefeierte 5:4 i.E. gegen Weltmeister Frankreich und das Überstehen der Verlängerung gegen Spanien, nachdem Remo Freuler unglücklich glatt Rot gesehen hatte.

Spielersteckbrief Sommer
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Sommer Yann

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Elvedi Nico

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G. Xhaka

Xhaka Granit

Spielersteckbrief Shaqiri
Shaqiri

Shaqiri Xherdan

Trainersteckbrief Petkovic
Petkovic

Petkovic Vladimir

Mittendrin eben jener Sommer, der zum Hexer wurde und gegen die Iberer gerade in der Verlängerung sein Tor förmlich vernagelte. "Er hätte die Auszeichnung als wertvollster Spieler verdient gehabt", betonte hinterher deswegen zum Beispiel auch Spaniens Keeper Unai Simon, der indes zum "Star of the Match" am Freitag in St. Petersburg gekürt worden war.

"Bravo für die schöne Reise"

Inzwischen sind die Schweizer wieder daheim - und dort lautstark von einigen hundert Fans empfangen worden. Nach dem Charterflug von St. Petersburg nach Zürich spielte extra für die Nati sogar landestypisch ein Alphorn-Ensemble etwas auf.

Obendrein gab es emotionale Glückwünsch von allen möglichen Stellen. Bundespräsident Guy Parmelin twitterte etwa: "Bravo für die schöne Reise. Ihr habt uns zum Träumen gebracht." Die Boulevardzeitung "Blick" schrieb: "Unsere Herzen sind größer als elf Meter! Nichts hat die Eidgenossenschaft in jüngster Zeit derart aufgewühlt wie dieser größte Erfolg einer Schweizer Nati seit 67 Jahren." Und der erfolgreichste Schweizer Sportler der Neuzeit, Tennis-Legende Roger Federer, blickte schon voraus auf Katar 2022: "Ich kann die Fußball-WM kaum erwarten."

Da ist durchaus etwas dran, schließlich dürften - sollte es zu keinen Verletzungen kommen - die gefeierten Stars um Sommer, Kapitän Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Top-Vorbereiter Steven Zuber, die Gladbacher Riege um Nico Elvedi, Denis Zakaria oder Breel Embolo allesamt im nächsten Jahr wieder am Start sein.

"Diese Mannschaft hat das Potenzial, sich weiter zu verbessern"

Nur um Trainer Petkovic ranken sich Gerüchte. Zenit St. Petersburg soll Interesse haben. Auf eine entsprechende Nachfrage bekundete der Nati-Coach nach dem EM-Aus nur, dass es sich um eine schöne Stadt handle. Fenerbahce Istanbul, ein weiterer potenzieller Interessent, habe einen Trainer. Und statt eines Bekenntnisses rettete sich Petkovic am Samstagmittag in einen Witz: "Ich habe immer gesagt, wenn jemand Beziehungen hat, kann er sich bei mir melden. Dann kriegt er meine Mailadresse und am Ende eine Provision. Die einen kriegen 20 Prozent, die anderen weniger."

Klar ist auch, dass diese Mannschaft Hoffnungen geschürt hat, sich dauerhaft in den oberen Regionen des europäischen Fußballs zu etablieren. "Ich habe viele Nachrichten aus aller Welt bekommen. Wir werden besser und sympathischer wahrgenommen. Aber von diesem Punkt aus will man unbedingt weitere Schritte nach vorne machen", so Petkovic, der glaubt: "Diese Mannschaft hat das Potenzial, sich weiter zu verbessern."

mag

Bilder zur Partie Schweiz - Spanien