WM

WM 2022: Soldo über Kroatien, Gvardiol, Sosa und Sohn Nikola

Ex-Nationalspieler im kicker über Kroatien, Gvardiol, Sosa - und seinen Sohn

Soldo: "Wir haben schon bewiesen, dass nichts unmöglich ist"

Hat Vertrauen in die kroatische Nationalelf: Zvonimir Soldo.

Hat Vertrauen in die kroatische Nationalelf: Zvonimir Soldo. imago images/GEPA pictures

Wie man auf der großen Bühne Erfolge feiert, weiß Zvonimir Soldo (61 Länderspiele, drei Tore) selbst nur zu gut, war der Mittelfeldspieler doch einst Teil der Mannschaft, die Kroatien 1998 auf den dritten WM-Platz und damit endgültig auf Fußball-Weltkarte gehievt hatte. 20 Jahre später wurde das Team um Luka Modric in Russland sogar erst im Finale von Frankreich (2:4) gestoppt.

WM-Viertelfinale

Diese Erfolge haben für viel Selbstvertrauen in Kroatien gesorgt. "Wir haben schon bewiesen, dass nichts unmöglich ist", sagt Soldo im kicker-Interview mit Blick auf das anstehende WM-Viertelfinale gegen Rekord-Weltmeister und Topfavorit Brasilien an diesem Freitag (16 Uhr, LIVE! bei kicker). "Überraschungen sind, besonders in nur einem Spiel, immer möglich."

Ein Trumpf der Kroaten ist ihre Erfahrung, was sich im Achtelfinale gegen Japan (3:1 i.E.) gezeigt hat. "Ich hatte nie das Gefühl, dass Kroatien verlieren würde. Am Ende hat sich die größere Erfahrung durchgesetzt", meint der ehemalige Stuttgarter, der zwischen 1996 und 2006 388 Pflichtspiele für den VfB bestritt. 

Führungsfigur der Mannschaft ist noch immer Modric, der Weltfußballer aus dem Jahr 2018 liefert trotz seines hohen Fußballer-Alters von 37 Jahren weiterhin regelmäßig ab. Doch wie lange noch? "Die Belastung ist schon ziemlich hoch als Spieler von Real Madrid mit Meisterschaft, Champions League und Nationalmannschaft", erklärt Soldo: "Er wird selbst wissen, wann es nicht mehr geht."

Soldo prophezeit Gvardiol eine große Zukunft

Für die Zeit nach Modric ist Soldo aber nicht bange, immerhin kristallisieren sich schon jetzt kommende Leader heraus. Josko Gvardiol etwa. "Er ist ein überragender Mann, schnell, kopfball- und zweikampfstark, und er antizipiert das Spiel sehr gut. Und das mit 20", lobt Soldo den Leipziger: "Er hat bereits einen großen Entwicklungsschritt nach vorne gemacht, aber das ist erst der Anfang. Gvardiol wird ein ganz Großer." Weiteres Potenzial sieht er in Nikola Vlasic (25) und Lovro Majer (24).

Für die Entwicklung ist es immer besser, wenn ein Spieler um Titel mitspielt und nicht immer gegen den Abstieg.

Zvonimir Soldo

Lobend erwähnt Soldo auch VfB-Profi Borna Sosa. Um den 24-Jährigen ranken sich immer wieder Wechselgerüchte. Sollte er den nächsten Schritt gehen? "Das will ich nicht bewerten", antwortet Soldo. "Für die Entwicklung eines Spielers ist es jedenfalls immer besser, wenn er um Titel mitspielt und nicht immer gegen den Abstieg."

Soldos Blick richtet sich auch nach Köln

Auf eine positive Entwicklung hofft Soldo auch im Falle seines Sohnes Nikola, der seit dieser Saison beim 1. FC Köln unter Vertrag steht und bislang bei fünf Bundesliga-Einsätzen (kicker-Notenschnitt 4,2) steht. Dass Nikola das Talent seines Vaters besitzt, bejaht Soldo ohne zu zögern. Der kroatische U-21-Nationalspieler müsse sich aber "erst einmal in Köln durchsetzen", ehe man sich Gedanken über die A-Nationalelf machen dürfe.

Das ganze Interview mit Zvonimir Soldo lesen Sie in der aktuellen kicker-Ausgabe - hier auch als eMagazine.

drm, gem