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So wurden die WGs im DFB-Camp eingeteilt - Gündogans "Geständnis"

Fünf Vierer-, zwei Dreiergruppen

So wurden die WGs im DFB-Camp eingeteilt - Gündogans "Geständnis"

Hat Emre Can in seiner WG untergebracht: Ilkay Gündogan.

Hat Emre Can in seiner WG untergebracht: Ilkay Gündogan. imago images

Ilkay Gündogan war 2014 nicht dabei, doch seit dieser Woche ahnt er, warum alle Weltmeister seitdem vom legendären Campo Bahia schwärmen. Das EM-Quartier, das die deutschen Nationalspieler am Dienstag in Herzogenaurach bezogen, weckt Erinnerungen.

"Viele sagen, es ist relativ ähnlich", wusste Gündogan am Donnerstag zu berichten, "die Bedingungen sind fantastisch." Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff nannte die Anlage, die eigens für den DFB in Anlehnung an die Erfahrungen in Brasilien errichtet wurde, "traumhaft": "Wir kommen in einem wunderbar designten, wohligen Ambiente zusammen mit sehr viel Natur und sehr viel Ruhe."

Jede WG hat einen Kapitän, dann wurde gelost - und getauscht

Ruhe und Natur gab es zwar auch 2018 in Watutinki, doch sonst soll nichts an das inzwischen berüchtigte WM-Hotel erinnern. Dafür sorgen schon die sieben Wohneinheiten, auf die sich die 26 Spieler verteilt haben - in fünf Vierer- und zwei Dreiergruppen. Doch nach welchem Schlüssel?

"Im ersten Schritt haben wir die sieben Kapitäne festgelegt, das sind die sieben Spieler mit den meisten Länderspielen", verriet Bierhoff. "Dann wurde gelost, aber gleichzeitig darauf geachtet, dass nicht in einem Haus drei oder vier Spieler aus einem Verein sind. Klares Ziel ist natürlich, da auch eine gute Mischung zu haben."

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Dafür wurden am Ende "noch mal so zwei, drei Wechsel" vorgenommen, damit es "noch ein bisschen besser" passte. In einer Villa etwa habe es zunächst drei Bayern-Spieler gegeben. Und auch Gündogan, mit 46 Länderspielen neben Toni Kroos (102), Thomas Müller (102), Manuel Neuer (100), Mats Hummels (72), Joshua Kimmich (55) und Antonio Rüdiger (41) einer der WG-Kapitäne, musste offenbar ein wenig nachhelfen.

Gündogan über seine WG: "Das ist keine Enttäuschung"

"Ich muss gestehen, dass ich mir am Ende ein bisschen Mühe gegeben habe, dass ich vielleicht Emre noch in mein Haus kriege, und hab's dann auch geschafft", grinste er. Nun wohnt er mit Can, Serge Gnabry und Marcel Halstenberg zusammen. Gündogan: "Das ist keine Enttäuschung." Eine andere WG bildet unter anderem Müller mit Leon Goretzka, Robin Gosens und Kevin Trapp. Laut Bierhoff war am Ende "jeder zufrieden".

Ein klassisches WG-Leben sollte man sich aber besser nicht vorstellen. "Das sind vier kleine Wohnungen", so Gündogan, "es gibt kein gemeinsames Wohnzimmer. Das heißt, es gibt nicht wirklich eine Verbindung unter den Wohnungen." Fußball geschaut wird ohnehin gemeinsam. "Wir freuen uns riesig, wenn die Spiele morgen beginnen und wir sie im Freien miteinander verfolgen können", sagte Bierhoff.

Nach dem lockeren Ankommen am Mittwoch - "ohne Programm, ohne irgendeine Ansprache" - beginnt nun die heiße Vorbereitungsphase. "Jetzt geht's halt richtig rund!", so Bierhoff. "Es ist enorm wichtig, dass wir jetzt die Aufmerksamkeit hochfahren."

jpe

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