Bundesliga

"So wie ich Mainz 05 verstehe..."

Svenssons Schlüssel, Svenssons Respekt

"So wie ich Mainz 05 verstehe..."

Schlüsselspiel vor der Brust: Bo Svensson.

Schlüsselspiel vor der Brust: Bo Svensson. imago images

Denn dass Stefan Bell monatelang keine Rolle spielte bei den Rheinhessen und nun eine zentrale, ringt dem Coach Respekt ab: "In so einer Druckphase abzuliefern, ist nicht einfach." Gerade vor dem Hintergrund des zunehmend physischeren Stils in der Bundesliga nach anderthalb Jahren Pause. Der Bankdrücker der Vorrunde ist wieder eine feste Größe geworden.

Umgekehrt müssen sich Gesetzte von einst mit einer Nebenrolle begnügen. Aus diesem Kadersegment aber lasse sich keiner hängen, schildert Svensson. Und das ist für den Dänen wichtig, denn: "Es ist ein Schlüssel bei uns, die Trainingsqualität hochzuhalten." Klar, die große individuelle Klasse findet man üblicherweise nicht bei einem Klub wie Mainz, das muss diese Gemeinschaft im Kollektiv auffangen. "Es ist nicht einfach, ich war selbst in der Situation", erinnert sich Svensson an die eigene Profikarriere. Für Frustration hätte er sogar Verständnis, aber: "Die Jungs nehmen das sehr gut an, auch davor habe ich Respekt."

Glatzel könnte erstmals beginnen

Große Veränderungen sind nicht zu erwarten in der Mainzer Startelf, Dominik Kohr dürfte nach überstandenem Infekt zurückkehren am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), Robert Glatzel könnte sein Startelfdebüt feiern, wobei sich Svensson nicht in die Karten schauen lässt. Trotz des Trainerwechsels beim Gegner weg von Christian Gross hin zu Dimitrios Grammozis fordert der 41-Jährige: "Was wir sehen wollen von unseren Jungs bleibt das Gleiche."

Ein paar alte Partien des Nachbarn aus Darmstadt, wo Grammozis von Februar 2019 bis Juni 2020 erfolgreich wirkte, sollten bei der Gegneranalyse hilfreich sein. Vielleicht auch das ein oder andere Telefonat mit Verantwortlichen bei den benachbarten Lilien. "Klar kommt ein bisschen was Neues", schätzt Svensson, weiß aber auch, dass binnen drei Tagen nicht plötzlich eine völlig neue Ausrichtung erwartbar ist. Da geht es weniger um Taktisches, sondern vielmehr Emotionales, glaubt der FSV-Coach: "Sie haben die Möglichkeit für einen Neuanfang, diese Chance wollen die Spieler ergreifen."

Bell als Paradebeispiel

So ähnlich wie bei seinem Amtsantritt bei den Nullfünfern, die seitdem dem Klassenerhalt zwar nähergekommen sind, aber auf Rang 17 stehend natürlich immer noch eine schwierige Ausgangslage haben. Dabei spielt auch Identifikation mit dem Verein - Stichwort Urgestein Bell - eine Rolle. "Das kann Kräfte freisetzen, egal ob das der erste Spieltag ist oder die Rückrunde oder der Abstiegskampf oder der Meisterkampf", findet Svensson. Die Wichtigkeit dieses Themas hänge auch von der Klubstrategie ab. "Und so wie ich Mainz 05 verstehe, müssen solche Spieler eine große Rolle spielen", nannte Svensson Bell exemplarisch als Identifikationsfigur.

Benni Hofmann

kicker.tv Trainerstimme

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