Champions League

So helfen Gladbach die Einnahmen aus der Champions League

Die Borussia und das Corona-Minus fürs Jahr 2020

So helfen Gladbach die Einnahmen aus der Champions League

Gut gewirtschaftet: Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Gut gewirtschaftet: Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. imago images

Und man sieht: Die bisher erzielten (und nicht einkalkulierten) Zusatzeinnahmen sind für den Klub Gold wert in Corona-Zeiten. Der kicker beleuchtet die Hintergründe.

Im Sommer wurden klubintern verschiedene Szenarien über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entworfen. Im Worst-Case-Szenario belief sich der prognostizierte Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2020 (in Gladbach entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr) auf bis zu 40 Millionen Euro.

Seitdem aber setzte der Verein verschiedene Einsparmaßnahmen um und profitierte von seiner vergleichsweise günstigen Kostenstruktur, die es ihm ermöglichte, flexibel und dynamisch auf Einnahmerückgänge zu reagieren. So verabschiedete man sich von einkalkulierten Investitionen und verschob zum Beispiel den geplanten Ausbau des VIP-Bereichs im Borussia-Park und den Bau des neuen Profigebäudes.

Neue Sponsoren

Hinzu kamen der Verzicht vieler Anhänger auf die Rückerstattung von Dauerkartengeldern und die zwischenzeitliche Kurzarbeit auf der Geschäftsstelle, während auf der Einnahmeseite durch den Verkauf von zwei Sondertrikots sowie den Einstieg des neuen Hauptsponsors "Flatex" und des Ärmelsponsors "Sonepar" sowie der "Porsche AG" im Nachwuchsbereich höhere bzw. neue Erlöse erzielt wurden.

Dazu sind es die sportlichen Erfolge in der Champions League, die das zu erwartende Minus für das Geschäftsjahr 2020 schrumpfen lassen. Denn: Bei Borussias Szenarien-Entwurf im Sommer waren rund 25 Millionen Euro aus der Teilnahme an der Champions League (Startprämie etc.) zwar berücksichtigt - aber keinerlei Punkt- und weitere Erfolgsprämien.

Sportlicher Erfolg in der Königsklasse finanziell nicht einkalkuliert

Bedeutet: Durch die bisher erspielten acht Punkte konnten schon jetzt nicht einkalkulierte Zusatzeinnahmen in Höhe von 7,2 Millionen Euro (900.000 Euro pro Punkt) generiert werden. Da auch schon klar ist, dass die Fohlen zumindest Platz 3 und damit die Europa League erreichen, lässt sich hochrechnen: In Summe hat ein zweistelliger, nicht eingeplanter Millionenbetrag die Kasse bereits gefüllt, wodurch das Minus für 2020 deutlich unter den 40 Millionen Euro aus dem Worst-Case-Szenario liegen wird. Selbst wenn die erspielten Champions-League-Gelder nicht eins zu eins aufs Klubkonto fließen, weil entsprechende Prämien an die Mannschaft ausgezahlt werden.

Weiterer Geldregen bei Achtelfinaleinzug

Und dann winkt ja noch der ganz große Coup: Ziehen die Gladbacher ins Achtelfinale ein, gibt es weitere 9,5 Millionen Euro obendrauf. Ein Geldregen, mit dem das befürchtete Minus vielleicht sogar annähernd halbiert wäre - und der die Borussia mit einem blauen Auge aus dem Corona-Jahr 2020 kommen lassen würde.

Jan Lustig

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