DFB-Pokal

Gladbach - Bayern 5:0 | Thomas Müller kreiert neues Wort

Müller kreiert neues Wort - Update zu Goretzka-Verletzung

"So ein kollektives Versagen habe ich noch nicht erlebt"

Durchpusten: Thomas Müller hat nach dem 0:5 in Mönchengladbach deutliche Worte gefunden.

Durchpusten: Thomas Müller hat nach dem 0:5 in Mönchengladbach deutliche Worte gefunden. Getty Images

Zusammengespielt haben Hasan Salihamidzic und Thomas Müller nie. Trotzdem waren sie sich mit Blick auf ihre Bayern-Zeit einig. "Nicht mal zu der Zeit, in der ich gespielt habe", habe er so etwas erlebt wie am Mittwochabend, fand Sportvorstand Salihamidzic im "Sky"-Interview. Und Müller, immerhin auch schon seit rund 13 Jahren Bayern-Profi sagte: "So eine Situation hatte ich auch noch nicht." Mehr noch: "So ein kollektives Versagen in so einem wichtigen Spiel habe ich noch nicht erlebt."

Noch nie in seiner Geschichte hatte der FC Bayern im DFB-Pokal so hoch verloren, ein Pflichtspiel endete letztmals 1978 noch deutlicher zu Gunsten des Gegners. "Ich bin schockiert", sagte Salihamidzic in der ARD - und betonte immer wieder: "Es ist für mich unerklärlich." Die Nebenschauplätze wie Lucas Hernandez' Gerichtstermin und die Impf-Debatte rund um Joshua Kimmich "hat man vielleicht ein bisschen im Kopf", meinte Salihamidzic, "aber damit sind wir in den letzten Spielen auch zurechtgekommen".

Toppmöller erklärt, warum Bayern zur Halbzeit nicht wechselte

Auch Co-Trainer Dino Toppmöller, der Julian Nagelsmann nun zum dritten Mal an der Seitenlinie vertrat, treffe keine Schuld, so der Sportvorstand. Gemeinsam mit seinem Chef hatte Toppmöller trotz einer indiskutablen ersten Hälfte entschieden, keine Änderungen - weder personeller, noch taktischer Natur - in der Halbzeit vorzunehmen. Grund: "Wir wollten nichts verändern, weil es keine Frage des Systems war, sondern wir einen rabenschwarzen Tag hatten", so Toppmöller auf der Pressekonferenz. "Wir müssen die nächsten ein bis zwei Tage ertragen, dass Häme und Spott über uns ergehen." In der Kabine sei es nach dem zweiten Zweitrunden-Aus in Folge im DFB-Pokal "erstmal still" gewesen. 

Nicht um Worte verlegen war hingegen Angreifer Müller, der sogar eine Wortneuschöpfung in seine Spielanalyse einbrachte. "Wir haben nicht diesen Punkt gefunden, wo der FC-Bayern-Wut-Motor angeht", sagte er. "Wenn wir Manu (Neuer, Anm.d.Red.) rausnehmen, war das von allen Beteiligten eine katastrophale Leistung, das musst du erstmal hinkriegen. Man kann alles hinterfragen heute und liegt immer richtig."

Entwarnung bei Goretzka

Zumindest eine gute Nachricht gab es nach dem Debakel noch aus Münchner Sicht. Die Verletzung, wegen der Leon Goretzka im zweiten Durchgang ausgewechselt werden musste, scheint nicht allzu schlimm zu sein. "Er hat einen Schlag mit dem Stollen auf die Achillessehne bekommen", erklärte Toppmöller. "Es war eine offene Wunde an der Ferse, sollte aber nichts allzu dramatisches sein im Hinblick auf Samstag."

In drei Tagen haben die Münchner bei Union Berlin die Chance auf Wiedergutmachung.

mib