Bundesliga

Skripnik: "Morgen werde ich unangenehm"

Drei Niederlagen in Folge - In Bremen läuten die Alarmglocken

Skripnik: "Morgen werde ich unangenehm"

Dieser Blick sagt alles: Speziell mit der zweiten Hälfte konnte Bremens Coach Viktor Skripnik nicht zufrieden sein.

Dieser Blick sagt alles: Speziell mit der zweiten Hälfte konnte Bremens Coach Viktor Skripnik nicht zufrieden sein. Getty Images

Nach dem Last-Minute-Sieg gegen Hoffenheim (3:1) sprach Hoffnungsträger Claudio Pizarro bereits von Europa, sogar die Champions League ließ der Peruaner ganz leise anklingen. Zwei Wochen und drei Niederlagen später heißt die Realität Abstiegskampf. Mit sieben Punkten stehen die Bremer derzeit auf Rang 13, haben vier Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz 17 - nur drei sind es auf Relegationsrang 16.

Im ersten Durchgang konnten die Grün-Weißen gegen Leverkusen noch gut mithalten, hatten Pech bei einem Pfostenschuss von Anthony Ujah und dem abgefälschten Führungstreffer durch Bayers Admir Mehmedi. Doch was in der zweiten Halbzeit ablief, war erschreckend aus Bremer Sicht. "In der ersten Halbzeit haben wir zumindest alles versucht, danach waren wir leider richtig schwach", sagte Werder-Coach Skripnik. "So schwach habe ich meine Mannschaft noch nie gesehen. Mir fehlt dafür die Erklärung", wird der Ukrainer auf der Vereinswebsite zitiert.

Spielbericht

"Nach dem Seitenwechsel hatten wir keine Chance mehr. Wir haben eine sehr starke Leverkusener Mannschaft gesehen, die alle Qualitäten ausgespielt hat. Wir sind nur noch hinterher gelaufen", resümierte Kapitän Clemens Fritz. Thomas Eichin, Geschäftsführer Sport, wurde sogar noch deutlicher: "Nach der Pause war es, als hätte man den Stecker gezogen oder uns Schlafmittel in das Getränk gemischt." In der Tat wirkte die Mannschaft nicht mehr wach und kam mit dem 0:3 am Ende sogar noch gut weg. "Das 0:3 war völlig verdient und hätte auch noch höher ausfallen können", wusste auch Zlatko Junuzovic.

Dass diese Niederlage nicht ohne Folgen bleiben wird, ist klar, der wortkarge Bremer Trainer hat bereits für Sonntag eine Krisensitzung angeordnet. "Morgen werde ich mit der Mannschaft sprechen, dabei werde ich unangenehm werden. Aber wir sind nicht ratlos, meine Trainer-Kollegen und ich haben im Fußball schon alles erlebt. Wir wissen, was zu tun ist", so Skripnik.

Ratlose Gesichter bei Werder Bremen nach dem Spiel gegen Leverkusen.

Ratlose Gesichter bei Werder Bremen nach dem Spiel gegen Leverkusen.

Unterm Strich beenden die Bremer die englische Woche mit null Punkten. "Wir sind sehr enttäuscht", sagt der Coach geknickt. "Drei Niederlagen innerhalb einer Woche sind sehr bitter. Nach den beiden verlorenen Spielen gegen Ingolstadt und Darmstadt wollten wir heute eine Reaktion sehen. Leider ist es bei den Worten geblieben."

Doch trotz allem ist sich Skripnik sicher, dass seine Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird: "Wir haben hundertprozentig die Qualität, nicht abzusteigen."

Richtungsweisende Partie in Hannover

Die Norddeutschen müssen das Ganze nun aufarbeiten und in der kommenden Woche am Samstag in Hannover ein anderes Gesicht zeigen. Anschließend ist Länderspielpause, daher wäre ein Erfolgserlebnis gleich doppelt wichtig, um nicht ganz unten reinzurutschen. "Wir müssen am Samstag ein unangenehmer Gegner sein. Wir wissen, was auf uns zukommt. Hannover wird auch um die Punkte kämpfen", weiß Eichin.

Es könnten also unangenehme Wochen auf die Bremer zukommen, denn nach der Länderspielpause trifft man in der Liga zunächst auf die Bayern, reist dann zu heimstarken Mainzern und eine Woche später gastiert Borussia Dortmund im Weser-Stadion.

mst

Bilder zur Partie Werder Bremen - Bayer 04 Leverkusen