Regionalliga

Stadion-Suche: Türkgücü München nicht in Fürstenfeldbruck

Neue Wendung bei Stadionsuche - Frist am kommenden Dienstag

"Skandal": Türkgücü darf nicht in Fürstenfeldbruck spielen

Die Suche nach einer Spielstätte für Türkgücü München geht weiter.

Die Suche nach einer Spielstätte für Türkgücü München geht weiter. imago images/Beautiful Sports

Nach wochenlangem Hin und Her schien die Stadionfrage für Türkgücü geklärt: Der Drittliga-Absteiger war sich mit Kreisligist SC Fürstenfeldbruck einig und peilte an, das Stadion an der Klosterstraße als neue Heimspielstätte zu beziehen. Dazu benötigte es - neben einiger Umbauten und Modernisierungen an der Sportanlage - die Zustimmung des Fürstenfeldbrucker Stadtrats.

Während in den letzten Wochen immer wieder Meldungen über Kommunikationsprobleme zwischen Verein und Politik auftauchten, zeigten sich die Verantwortlichen - allen voran Türkgücüs Präsident Taskin Akkay - dennoch stets optimistisch. Nun aber kam aus dem Fürstenfeldbrucker Rathaus ein herber Rückschlag für den Klub: Der Stadtrat lehnte den Antrag Türkgücüs, die Spielstätte des SCF für die kommende Regionalliga-Saison zu nutzen, mehrheitlich ab.

"Türkgücü wird in der Regionalliga spielen"

Da der Beschluss ohne Diskussion erfolgte, kann Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) keine Begründung für die Ablehnung nennen: "Aus Sicht der Verwaltung gab es derzeit keine ablehnenden Gründe. Auch das noch nicht vollständig vorliegende Sicherheitskonzept war kein Grund für eine Ablehnung, da die Auflagen des Fußballverbandes erst zum 6. Juli erfüllt sein müssen", sagte er gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Türkgücü, das seit dem eingestellten Spielbetrieb im März ausschließlich via Instagram kommuniziert, schimpfte über die Entscheidung des Stadtrats: "Das ist tatsächlich ein Skandal. Und so etwas sollte in München auch nicht mehr passieren dürfen". Doch der Verein schob optimistisch hinterher: "Selbstverständlich hat der Vorstand rechtzeitig Vorkehrungen getroffen. Türkgücü wird in der Regionalliga spielen. Schon bald werden wir euch unser neues Zuhause präsentieren."

Weicht Türkgücü nach Lohhof aus?

Dass das tatsächlich sehr "bald" erfolgen muss, werden die Verantwortlichen genau wissen. Denn bis spätestens kommenden Dienstag (5. Juli) müssen alle Regionalligisten ihre Spielstätten an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) melden. Sollte es bis dahin keine Einigung über ein alternatives Stadion geben, wird Türkgücü auch noch den Gang in die Bayernliga antreten müssen. Eine neue Ausweichmöglichkeit soll das Hans-Bayer-Stadion in Unterschleißheim im Norden Münchens sein. Die Heimspielstätte des Kreisligisten SV Lohhof wird derzeit auf Regionalligatauglichkeit geprüft.

Daneben wird Türkgücü maximal zwölf Spiele im Grünwalder Stadion austragen dürfen. Da dort aber mit 1860 München und dem FC Bayern II weitere Teams beheimatet sind, braucht der Drittliga-Absteiger eine weitere Ausweichspielstätte, die den Ansprüchen der Regionalliga genügt.

25-Mann-Kader steht

Auf dem Transfermarkt war Türkgücü derweil fleißig aktiv und konnte einen Kader aus bislang 25 Mann zusammenstellen - keiner davon aus der letztjährigen Drittliga-Mannschaft. In den letzten Tagen stießen mit Linor Shabani (von 1860 Rosenheim), Benedikt Auburger (1860 München) und Stefan Musa (SV 1910 Neuhof) erfahrene Akteure zur jungen Mannschaft dazu.

cpr

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