2. Bundesliga

Sippel ist "riesig enttäuscht"

FCK will Torwartposition im Sommer neu besetzen

Sippel ist "riesig enttäuscht"

Tobias Sippel (li.) muss sich nach 16 Jahren einen neuen Verein suchen und ist "riesig enttäuscht".

Tobias Sippel (li.) muss sich nach 16 Jahren einen neuen Verein suchen und ist "riesig enttäuscht". imago

"Im Moment herrscht bei mir eine Riesenenttäuschung", erzählte ein merklich geknickter Sippel, "im Training ist mir das Lachen schwer gefallen. Es hat sich angefühlt, als ob ich alleine gewesen bin." Nachvollziehbar, war ihm die Nachricht doch zwischen dem Mittagessen und vor dieser Nachmittagseinheit von Sportdirektor Markus Schupp auf der Terrasse im Trainingslager in Belek bei einer Tasse Tee serviert worden. Für Sippel bedeutet diese Entscheidung einen erheblichen Einschnitt in seiner Karriere, ist das Urgestein doch schon seit 1998 beim FCK, absolvierte neben unzähligen Spielen für den Nachwuchs 36 Bundes- und 158 Zweitligapartien.

Generationswechsel hin oder her, mit 26 Jahren zähle ich immer noch zu den jüngeren Torhütern.

FCK-Urgestein ist verwundert über die Entscheidung der Verantwortlichen
Spielersteckbrief Sippel
Sippel

Sippel Tobias

1. FC Kaiserslautern - Vereinsdaten
1. FC Kaiserslautern

Gründungsdatum

02.06.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

In dieser Zeit lernte man den Torwart auf dem Betzenberg auch als Kämpfer kennen, der sich nicht so schnell aus der Bahn werfen lässt. Deshalb blickt Sippel nach vorne: "Ich werde das jetzt in den nächsten ein, zwei Wochen verarbeiten müssen, aber gegen Braunschweig darf das nicht mehr im Kopf sein. Ich will mithelfen, dass wir unsere Ziele erreichen und in den nächsten drei, vier Monaten einen vernünftigen Abschied haben."

Der FCK macht also auch vor einer weiteren Identifikationsfigur nicht halt und zieht seinen Verjüngungsprozess radikal durch. Dazu Sippel: "Das ist legitim. Irgendwann trifft es jeden. Aber Generationswechsel hin oder her, mit 26 Jahren zähle ich immer noch zu den jüngeren Torhütern." Der Schlussmann, der im Dezember geheiratet hat, begreift die neue Situation trotz der Enttäuschung auch als Chance. "Der Verein steht Gesprächen mit anderen Vereinen nicht im Weg. Diese wird mein Berater demnächst führen. Im Sommer ist meine Frau auch mit der Uni fertig, da stehen uns alle Türen offen."

Kein Wechsel im Winter

Sippel möchte möglichst früh Klarheit über seine Zukunft haben und verweist auf seinen Kumpel Florian Dick. Dem Rechtsverteidiger von Arminia Bielefeld, ebenfalls ein Liebling der FCK-Fans, wurde erst recht spät im vergangenen Sommer mitgeteilt, dass man nicht mehr mit ihm plane. "Da hat man gesehen, wie schwer es sein kann, wenn man verkrampft einen neuen Klub suchen muss", sagt Sippel, schließt jedoch einen Wechsel noch in dieser Wintertransferperiode nahezu aus.

Die spannendste Frage muss nun Trainer Kosta Runjaic beantworten. Darf Sippel in den ausstehenden 15 Ligaspielen überhaupt noch auf dem Platz mithelfen, den Aufstieg zu schaffen? Oder wird der Generationswechsel schon vorgezogen und Marius Müller hütet ab sofort das FCK-Tor? "Ich werde so lange meinen Platz verteidigen, wie es geht", stellt Sippel klar und betont am Ende des Gesprächs noch einmal, wie wichtig ihm ein "versöhnlicher Abschied" von "seinem" Verein ist. "Vielleicht komme ich irgendwann wieder zurück."

Carsten Schröter