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Atletico-Coach Simeone über Real Madrid: "Ich bewundere sie"

Atletico geht mit Rückendwind ins Madrider Stadtderby

Simeone über Real: "Ich bewundere sie"

Da geht's lang: Diego Simeone und sein Team stehen ganz oben in der Tabelle.

Da geht's lang: Diego Simeone und sein Team stehen ganz oben in der Tabelle. Getty Images

Für die beiden spanischen Topklubs aus Madrid stand am Mittwoch jeweils ein ganz wichtiges Champions-League-Spiel auf dem Programm. Real holte sich durch ein 2:0 gegen Gladbach Platz eins, Atletico kam durch den 2:0-Erfolg in Salzburg als Zweiter hinter den Bayern weiter. Bereits zum achten Mal in Folge stehen die Rojiblancos damit unter den letzten 16. "Für viele ist das normal, aber für mich nicht. Es ist sehr wichtig, zum achten Mal in Folge unter den besten 16 in Europa zu stehen", wird Simeone bei der "Marca" zitiert.

Beide Teams gehen also mit Selbstvertrauen ins Stadtduell am Samstagabend ins Alfredo di Stefano. Wobei die Brust von Atletico natürlich um einiges breiter ist, denn die Rojiblancos haben noch keines der zehn Ligaspiele verloren (acht Siege, zwei Remis), gewannen zuletzt siebenmal in Serie. Bei Real stand nach dem 0:2 bei Schachtar Donezk mal wieder alles auf dem Prüfstand, auch Zinedine Zidane wurde einmal mehr von den Medien angezählt. Es folgten Siege in Sevilla (1:0) und eben gegen Gladbach.

Während Simeone aktuell natürlich unumstritten bei den Colchoneros ist, wird die Arbeit seines Gegenübers Zidane immer wieder hinterfragt und genau analysiert. Ausgerechnet der Atletico-Coach springt den Königlichen nun in dieser Zeit zur Seite. "Ich bewundere sie, das sind Spieler und ein Trainer, die jedes Jahr an Wettkämpfen teilnehmen. Das ist nicht leicht. Madrid hat ein exzellentes Team. Sie zeigen immer eine Reaktion, wenn sie mit Druck konfrontiert sind - und behaupten sich." Solche Situationen gab es diese Saison schon zweimal, beide Male zeigten die Königlichen eine Reaktion.

Erst zwei Gegentore in zehn Spielen

Aber trotz der zwei Siege zuletzt gehen die Königlichen nicht als Favorit ins Duell am Samstag. Zu stark präsentiert sich Atletico bisher in dieser Saison. Bei der Simeone-Elf, bei der letzte Saison bei Weitem nicht alles passte, greift aktuell ein Rädchen ins andere. Das Prunkstück ist einmal mehr die felsenfeste Defensive. Erst magere zwei (!) Gegentore hat die Atleti-Abwehr um die beiden Kanten Stefan Savic und José Maria Gimenez kassiert. 26 gesammelte Punkte sind gleich sechs mehr als Real, bei einem Spiel weniger auf dem Konto. "Ich sehe es nicht als Ende des Meisterschaftskampfes, es sind noch so viele Spiele zu absolvieren", bremst Simeone, dessen Team zwölf Punkte mehr als Barça hat, brav die Erwartungen.

Zweitbeste Offensive der Liga

Aber den aktuellen Erfolg der Rojiblancos nur auf die Defensive zu beschränken, wäre eine herbe Fehleinschätzung. Denn auch offensiv läuft es in der Truppe von Simeone dieses Jahr gut. In der Liga stehen 21 Tore zu Buche, nur der Zweite Real Sociedad erzielte einen Treffer mehr. Barcelona, das auf Rang neun den eigenen Erwartungen weiter hinterherhinkt, hat 20 Treffer geschossen, der Vierte Real nur deren 17.

Glücksgriff Suarez, Joao Felix dreht auf

Im Offensivbereich stechen bei den Torschützen drei Namen ins Auge. Zum einen der von Marcos Llorente, der in zehn Spielen bei vier Treffern steht. Seinem Wechsel 2019 zum Rivalen werden wohl einige Real-Fans bis heute noch hinterherweinen. Zum anderen muss natürlich Luis Suarez genannt werden. Bei Barça wurde der Uruguayer aussortiert, wohl wegen seines Alters. Vom alten Eisen ist allerdings nichts zu sehen, denn der Angreifer traf in sieben Ligaspielen bereits fünfmal.

Der zweite überragende Stürmer bei Atleti ist derzeit Joao Felix. Der Portugiese, der in der vergangenen Saison seine herausragenden Fähigkeiten oft nur angedeutet hat, ist richtig stark in Form. Der Edeltechniker hat "sein Schweben zurück", titelte der kicker Anfang Dezember. In zehn Spielen stehen schon fünf Tore zu Buche, letzte Saison waren es in 27 Begegnungen deren sechs. Die Formkurve zeigt steil nach oben vom Mann, der Atletico laut Ausstiegsklausel und zusätzlicher Gebühren 126 Millionen Euro Ablöse kostete. Sehr viel Geld natürlich für einen Fußballer, das sich in Zukunft allerdings auszahlen könnte. Erst Recht, wenn Joao Felix das Team zur Meisterschaft 2021 führt.

mst