Bundesliga

Siewerts klarer Konter auf Schmidts Spekulationen

"Es gibt kein Muster bei den Verletzungen"

Siewerts klarer Konter auf Schmidts Spekulationen

"Man spürt den Druck dieses Abstiegskampfs": Jan Siewert.

"Man spürt den Druck dieses Abstiegskampfs": Jan Siewert. IMAGO/Werner Schmitt

In den Partien bei der TSG Hoffenheim (1:1) und gegen den SC Freiburg (0:1) dominierte Mainz 05 zuletzt sogar zwei Teams, die in der Bundesliga mindestens zur gehobenen Mittelklasse zählen. Das Problem: Statt mit zwei verdienten Siegen selbst den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen, holten die Rheinhessen nur ein Pünktchen und hängen weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz fest.

Die fehlende Effizienz ist dabei freilich weniger eine Frage von Glück und Pech als von momentaner Qualität. "Man spürt den Druck dieses Abstiegskampfs", bestätigt Trainer Jan Siewert, "das ist keine einfache Situation für jeden einzelnen Spieler." Gleichwohl schöpft der Coach Zuversicht aus der Tatsache, "dass wir in diese Abschlusssituationen kommen". Deshalb sei es "einfach eine Frage der Zeit, bis der erste Stein umkippt".

Die Situation ändert sich nicht, es ist der beschriebene Marathonlauf.

Jan Siewert

Dass das am Sonntag bevorstehende Kellerduell in Köln nun umso größere Bedeutung besitzt, versteht sich beim Blick auf die Tabelle von selbst. Dennoch will Siewert das Aufeinandertreffen der Domstadt-Klubs "nicht künstlich hochstilisieren. Letztlich waren bisher alles Sechs-Punkte-Spiele, die Situation ändert sich für uns nicht. Es ist der beschriebene Marathon". Keine außergewöhnlichen Maßnahmen ergreift der Fußballlehrer daher nach eigener Aussage auf dem Trainingsplatz: "Natürlich geht es auch darum, die Spieler häufiger in Abschlusssituationen zu bringen im Training. Aber Abschlüsse sind sowieso immer ein Baustein des Trainingsplans. Das ist wie bei einem Pianisten, der immer wieder seine ganze Tastatur bespielen muss."

Der Sportdirektor sprach wohl eher ins Blaue hinein als ernsthaft kritisieren zu wollen

Deutlich wird Siewert unterdessen in Bezug auf die Verletztensituation, nachdem ausgerechnet Sportdirektor Martin Schmidt zuletzt im Rahmen der Ursachenforschung eine brisante Spekulation befeuert hatte: Die gehäuften Muskelverletzungen könnten "auch mit der Umstellung auf den neuen Trainer" zusammenhängen, also "einer anderen Intensität und anderen Spielformen im Training. Das braucht ein bisschen Anpassung. Und ja, es ist gut möglich, dass dadurch die eine oder andere Verletzung entsteht."

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Wahrscheinlich hatte der Schweizer diese Vermutung nach dem 0:1 gegen Freiburg eher ins Blaue hineingesprochen als ernsthafte Kritik üben zu wollen. Sei es an Siewert, der seine Profis womöglich überfordere, oder an Vorgänger Bo Svensson, der im Umkehrschluss zu lasch trainiert haben könnte. Entsprechende Schlussfolgerungen drohen Schmidts Aussagen indes zwangsläufig hervorzurufen.

Guilavogui, Leitsch, Fernandes: "Ganz unterschiedliche Fälle ohne Gesamtzusammenhang"

Im Rahmen der Spieltagspressekonferenz am Freitag hielt Siewert nun nachvollziehbar dagegen: "Es gibt kein Muster bei den Verletzungen, es sind unterschiedliche Blessuren aus unterschiedlichen Situationen. Die Muskelverletzung von Edi Fernandes ist die einzige, die bei mir im Training entstanden ist. Alles was vor meiner Zeit war, kann ich nicht beurteilen."

Dafür ging der Coach bei anderen diskutierten Personalien ins Detail: Mit Josuha Guilavogui, der sich beim erfolgreichen Trainer-Einstand gegen Leipzig (2:0) verletzte, "habe ich sage und schreibe eine Trainingseinheit absolviert", betont Siewert, "er ist dann im Spiel ausgerutscht. Ich weiß nicht, ob das dann schon an der Anpassung gelegen haben soll. Und Maxim Leitsch hat in Darmstadt einen Schlag abbekommen, dann weitertrainiert, daraus ist die Verletzung entstanden. Es sind also ganz unterschiedliche Fälle, die nicht in einem Gesamtzusammenhang stehen". Die Gemeinsamkeit bei Guilavogui, Leitsch und Fernandes: Alle drei fallen in Köln weiterhin aus. Einzig bei Fernandes besteht noch Hoffnung auf ein Comeback vor Weihnachten.

Thiemo Müller

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