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Session: Skateboarding wie auf der Straße

Skate-Sim angespielt

Session: Skateboarding wie auf der Straße

Will mit Realismus hoch hinaus: Skate-Simulation Session.

Will mit Realismus hoch hinaus: Skate-Simulation Session. crea-ture Studios/Nacon

Von der Nische als Jugendbewegung zu Olympia - das Skateboarding hat einen langen Weg hinter sich. Seit fünf Jahren basteln die kanadischischen crea-ture Studios an ihrer Idee eines Skate-Games. Die Skateboard-Szene der goldenen Zeit des Sports in den 1990er Jahren solle authentisch abgebildet werden. 

Skate-Games bekamen in der Vergangenheit oft einen arcadigen Anstrich. Unendliche Combos, wilde Tricks und lange Flugphasen sollten den Spielspaß in die Höhe treiben. crea-ture wählt einen anderen Ansatz - das Studio arbeitet an einem realistischen Abbild des Skatens. Im Spiel sei möglich, was physikalisch auch auf der Straße funktioniert.

Session ist eine Simulation. Die soll so die Reize des realen Sports auch virtuell vermitteln: "Wie im richtigen Leben sind ein paar Stunden Übung notwendig, um die Techniken zu erlernen und sich sicher genug zu fühlen", so die Entwickler.

Erst nach mehrstündigem Grind soll man sich in Session auf dem Bort sicher fühlen.

Erst nach mehrstündigem Grind soll man sich in Session auf dem Bort sicher fühlen. crea-ture Studios/Nacon

Daumen werden zu Füßen

Mittels Dual-Stick-Steuerung übernimmt jeder Daumen einen Fuß auf dem Skateboard. Um erfolgreich Tricks wie einen Kickflip oder einen Manual ausführen zu können, müssen Spielende das Gewicht auf dem Board entsprechen verlagern. Gelenkt wird indes über die Schultertasten.

Gerade letzteres führt zum Einstieg zu Verwirrung - das Gewohnheitstier will weiterhin mit dem Stick lenken. Doch schon in der halben Stunde Testzeit auf der gamescom fanden wir immer mehr unseren Flow, vollführten sogar einen Grind auf der nahegelegenen Boardsteinkante.

Doch nicht nur die Fahrphysik der Boards gibt sich realitätsnah. Achsen, Rollen, Riser Plates und verschiedene Decks - alle Komponenten und deren Einstellungen besitzen Einfluss auf das Gefühl beim Skaten. 250 Artikel von bekannten Herstellern sorgen für Individualität. Eingestellt werden kann, was dem eigenen Stil schmeckt. Es wird ein hartes oder eher lockeres Board bevorzugt? In Session lässt sich das problemlos anpassen.

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Multiplayer vorerst nur im Video-Austausch

Derzeit ist Session noch ein Single-Player-Game. Der Gemeinschaftsaspekt liegt bei der Skate-Sim wie im echten Leben im medialen Austausch. In den 1990er Jahren fanden Skate-Videos ihren Weg in die Popkultur. crea-ture Studios setzt den Fokus des Spiels genau hier - auf die Erfolge der letzten Skate-Session.

Session besitzt einen vollwertigen Video-Editor, mit dem sich gelungene Tricks aufzeichnen und in den sozialen Medien teilen lassen. Eine Community sei bereits während der Early-Access-Phase der Skate-Simulation entstanden, so die Entwickler im Gespräch mit kicker eSport. Ein Multiplayer werde intern heiß diskutiert - Turniere seien prinzipiell möglich.

Jedoch fokussiert sich das Studio momentan auf den Austausch: "Es geht beim Skaten im Grundsatz nicht um die höchste Punktzahl. Gerade die Street-Skate-Szene feiert gelungene Tricks, da brauchen wir derzeit niemanden, der uns auch noch im virtuellen Skatepark hinterherruft, dass wir schlecht skaten."

Die Diversität der Szene in Session abbilden zu können, sei ein großes Anliegen der Entwickler.

Die Diversität der Szene in Session abbilden zu können, sei ein großes Anliegen der Entwickler. crea-ture Studios/Nacon

Virtueller Skate-Stammtisch

16 spielbare Skateboarder gibt es in Session, dazu können eigene Charaktere vielfältig gestaltet werden. Den Entwicklern sei es wichtig, die Szene so divers wie möglich abbilden zu können, weshalb neben Pro-Skatern auch Amateur-Skater integriert wurden. Ikonische Skateboard-Locations fanden zudem den Weg ins Spiel. Hierbei orientierte sich crea-ture Studios ebenfalls an den 1990er Jahren - nutzte alte Karten, um Stadtteile authentisch nachempfinden zu können. In Session kann an Orten geskatet werden, die es in der Realität nicht mehr gibt. 

Zur Veröffentlichung am 22. September 2022 auf PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S, Xbox One und PC via Steam und Epic Games Store wird San Francisco als spielbare Karte ebenfalls Teil von Session.

Sich wie in der Realität durchbeißen, bis ein Trick endlich gelingt, machte schon auf der gamescom ordentlich Laune. Wenn die Entwickler, wie versichert, die Skate-Simulation auch nach der Veröffentlichung mit weiteren Inhalten attraktiv halten, hat Session das Potenzial ein Dauertreffpunkt für die virtuelle Skate-Szene zu werden.

Benja Hiller

Screen 5

Session: Skate-Simulation mit Fokus auf Video-Editing

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