Bundesliga

Seoane: "Gibt einen Unterschied zwischen Bayer und Bayern"

Leverkusener Erklärungsansätze nach dem 1:5 gegen München

Seoane: "Uns war klar, dass es einen Unterschied zwischen Bayer und Bayern gibt"

Das war deutlich: Gerardo Seoane ging mit Bayer baden.

Das war deutlich: Gerardo Seoane ging mit Bayer baden. imago images/ActionPictures

"Selbstverständlich haben wir den Anspruch, dass wir in einem Heimspiel Bayern oder Dortmund Paroli bieten, aber es gibt einen Kräfteunterschied", sagte Bayer-Coach Gerardo Seoane nach der Schlappe gegen den FC Bayern bei "DAZN" und betonte. "Uns war immer klar, dass es einen Unterschied zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München gibt. Die eine Mannschaft zählt zu den Top 5 in Europa, hat jedes Jahr den Anspruch, die Champions League zu gewinnen. Da stufen wir uns anders ein."

Dass es beim 1:5 aber so deutlich war, das dürfte dem ein oder anderen dann doch sauer aufgestoßen sein. So auch Lukas Hradecky, dem der Frust nach Abpfiff ins Gesicht geschrieben stand. "Wir haben diese Volles-Stadion-Stimmung nicht verdient", stellte der Torhüter bei "DAZN" fest und führte aus: "Das erste Tor hat uns aus der Spur gebracht, dann drei Tore in den letzten sieben, acht Minuten. In der Halbzeit war das Spiel für uns schon beendet."

Woran es lag? Das wusste der Finne nicht so recht zu erklären, allerdings schien er mit der Einstellung seiner Mitspieler nicht ganz so zufrieden. "Jeder muss sich selber fragen, wie er an das Spiel rangegangen ist. Ob er sich so fühlt, dass er alles gegeben hat. Das sind die Fragen, die wir uns stellen müssen." Differenzierter fiel indes die Analyse von Jonathan Tah aus. "Wir waren nicht wach genug, nicht bissig genug. Wir wollten mutig und aggressiv spielen, das haben wir am Anfang nicht hinbekommen. Dann sind die ins Rollen gekommen, was uns zusätzlich verunsichert hat."

Dann gab es sieben wahnsinnige Minuten, in denen Bayern uns klar aufgezeigt haben, wieso sie die beste Mannschaft Deutschlands sind.

Gerardo Seoane

Ähnlich hatte es Seoane gesehen. "Die erste Halbzeit war natürlich brutal", stellte der Schweizer fest und nannte den frühen Rückstand als eine der Ursachen für die klare Niederlage. "Das hat die junge Mannschaft nicht so schnell verkraftet. Dann gab es sieben wahnsinnige Minuten, in denen Bayern uns klar aufgezeigt haben, wieso sie die beste Mannschaft Deutschlands sind."

Lukas Hradecky

Musste gegen Bayern fünfmal hinter sich greifen: Lukas Hradecky. imago images/Uwe Kraft

Positive Dinge in Hälfte zwei

Der Rückstand sei aber nicht allein verantwortlich gewesen, auch "jugendlicher Wahnsinn" wäre zu nennen, der dazu geführt habe, "dass wir nach dem frühen Rückstand mehr nach vorne machen wollten."

In Kombination mit der äußerst offensiven Ausrichtung im zentralen Mittelfeld, die den Ausfällen von Charles Aranguiz (Wadenprobleme) und Exequiel Palacios (Erkältung) geschuldet war, ein teurer Wahnsinn, wie sich herausstellte. "Wir hatten auf dem Platz keinen richtig defensiven Sechser zur Verfügung - und das hat man gespürt. Dass die Bayern im Rücken der zwei Sechser immer den freien Mann gefunden haben, hat uns enorme Probleme bereitet", stellte Seoane fest.

Der Schweizer ließ keinen Zweifel daran, dass die Niederlage verdient war. "Selbstkritisch müssen wir einfach zugeben, dass wir heute nicht auf der Höhe waren - vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben es nicht hinbekommen, griffig zu sein, es taktisch korrekt zu lösen, aber auch das Spiel mit Emotionen zu füllen." Dennoch wertete er die Leistung nach dem Seitenwechsel positiv. "In der zweiten Halbzeit habe ich eine Tendenz nach oben gesehen. Das war positiver."

Was bleibt? Mund abputzen und weitermachen, oder wie es Tah formulierte: "Wir verlieren zusammen, wir gewinnen zusammen. Die letzten Wochen habe uns genug mentale Stärke gegeben, um dieses Spiel zu überstehen, daraus zu lernen und im nächsten Spiel ein anderes Gesicht zu zeigen."

drm

Spieltagsbilder 8. Spieltag 2021/22