Bundesliga

Seoane: "Überzeugt, dass wir nächste Saison besser performen"

Gladbach im Analysemodus - Weigl nimmt Team in die Pflicht

Seoane: "Überzeugt, dass wir nächste Saison besser performen können"

Kündigen nach Saisonende eine harte Analyse an: Gerardo Seoane (li.) und Julian Weigl (re.)

Kündigen nach Saisonende eine harte Analyse an: Gerardo Seoane (li.) und Julian Weigl (re.) IMAGO/eu-images

Die Schreckenssaison endete mit einer weiteren Enttäuschung. Gegen die Überflieger aus Stuttgart waren die chancenlosen Borussen mit dem 0:4 noch gut bedient. "Uns wurden die Grenzen aufgezeigt", brachte Julian Weigl bei Sky die 90 Minuten auf den Punkt. Kapitän Jonas Omlin meinte ebenso zutreffend: "Es war zu wenig von uns."

Bundesliga, 34. Spieltag

Wieder einmal, müsste man hinzufügen. Denn viel zu wenig brachten die Borussen nicht nur zum Abschluss in Stuttgart, sondern in der gesamten Saison auf den Platz. Platz 14 mit gerade einmal 34 Punkten? Indiskutabel. 67 Gegentore? Eine Katastrophe. Dass man gerade so über dem Strich geblieben ist und sich vor einer Zitterpartie in der Relegation retten konnte, ist mit das Beste an dieser Saison zum Vergessen.

"Wir können erleichtert sein, dass wir nicht in die Relegation mussten. Das wäre der GAU gewesen", sagte Weigl. "Diese Saison haben wir uns alle anders vorgestellt. Jeder muss auch für sich schauen, ob er alles gegeben hat. Wir sind weit hinter unseren Zielen geblieben, und das hat viele Gründe. Die müssen wir jetzt ausfindig machen."

Bei Gladbach muss Vieles auf den Prüfstand

Die Zeit der Analyse hat bei der Borussia nicht erst mit dem Abpfiff in Stuttgart begonnen. Trotzdem wird man sich in Gladbach auch in den kommenden Tagen und Wochen viel Zeit nehmen müssen, um jeden Stein umzudrehen, damit der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend nicht doch irgendwann in der 2. Liga endet.

Wir können erleichtert sein, dass wir nicht in die Relegation mussten. Das wäre der GAU gewesen.

Julian Weigl

Zu analysieren gibt es eine Menge: Das bundesliga-untaugliche Defensivverhalten der Mannschaft. Die Leistungsschwankungen des Teams, auch innerhalb der Spiele. Die Themen fehlende Physis, fehlendes Tempo, fehlende Widerstandskraft. Wer auf dem Platz eigentlich das künftige Gerüst bilden soll. Welchen Fußball man generell spielen lassen möchte. Auf welchen Positionen, neben der Defensive, dringend Verstärkungen geholt werden müssen.

Oder ob einigen langjährigen Borussen, nicht nur Florian Neuhaus oder Nico Elvedi, vielleicht mal eine Luftveränderung guttun würde. Was sportliche Leitung und das Trainerteam in ihrer Arbeit besser machen können. Und, und, und…

Seoane: "Hinterfragen, wo wir uns verbessern können"

Von Klubseite war in den Statements zuletzt mehrfach zu hören, dass Gerardo Seoanes Job nicht zur Debatte stünde. Man will endlich wieder Kontinuität in den Verein bekommen. Seoane selbst machte in Stuttgart deutlich, dass auch er bereit ist, den Weg gemeinsam weiterzugehen. "Wir sind voller Energie und überzeugt, dass wir nächste Saison besser performen können", sagte der Trainer am Samstag und sprach dabei fürs gesamte Trainerteam.

Es stünden jetzt viele Gespräche an. "Wir werden uns die ganze nächste Woche Zeit nehmen, um uns in der Gruppe und in den verschiedenen Abteilungen zu hinterfragen, wo wir uns verbessern können und mit welchen Mitteln", kündigte Seoane an. "Das Gleiche werde im Nachgang dann auch ich in meinem Umfeld machen - und dann den Urlaub nutzen, um am ersten Tag mit voller Energie zur Arbeit zu kommen."

Klar ist: Die Entscheidungen, die getroffen werden, müssen sitzen. Viel weiter nach unten darf es für die Borussia nicht mehr gehen - sonst heißt die nächste Station wahrscheinlich 2. Liga.

Jan Lustig

Bilder zur Partie VfB Stuttgart gegen VfL Borussia Mönchengladbach