Bundesliga

Seoane lobt Tah und Retsos - Bakkers zurückhaltendes Debüt

Nach dem 0:0 im Test gegen Freiburg

Seoane lobt Tah und Retsos - Bakkers zurückhaltendes Debüt

Insgesamt glücklich mit dem ersten Vorbereitungsspiel: Bayers Gerardo Seoane.

Insgesamt glücklich mit dem ersten Vorbereitungsspiel: Bayers Gerardo Seoane. imago images/GEPA pictures

Panagiotis Retsos ist erst 22 Jahre alt, geht aber bereits in seine fünfte Saisonvorbereitung mit Bayer 04 Leverkusen. Gesund war der Grieche selten, in dieser Saison ist das anders. "Bei Panos sind wir froh, dass er die gesamte Vorbereitung ohne Verletzung mitmachen konnte", sagt Gerardo Seoane. Der Bayer-Trainer baut aktuell auf den einstigen Verkaufskandidaten Retsos und ließ ihn beim 0:0 gegen den SC Freiburg am Freitag bis spät in die Schlussphase der Partie auf dem Platz. Etwas Anderes bleibt ihm nicht übrig, denn Odilon Kossounou (20, Club Brügge) wurde erst am Donnerstag verpflichtet, Tin Jedvaj (25) steht vor einem Wechsel zu Lokomotive Moskau und Edmond Tapsoba (22, Riss der Syndesmose) fehlt längere Zeit verletzt. "Deswegen ist es positiv, dass er 80 Minuten durchgespielt hat", betont Seoane. Allerdings: Defensiv wackelte Retsos immer wieder mal und verlor beispielsweise gleich nach acht Minuten den Ball an der eigenen Grundlinie gegen Lucas Höler.

Kleinere Schwierigkeiten werden angesichts der personellen Lage aber wohl verziehen. Auch Retsos‘ Nebenmann Jonathan Tah sah der Schweizer positiv. "Er war solide und fehlerfrei im Spielaufbau", lobt Seoane. Den 25-Jährigen ließ er sogar 90 Minuten lang auf dem Platz, bezeichnete Tah neben Kerem Demirbay als tragende Säule der ansonsten ziemlich jungen Mannschaft. "Am Schluss war er sicher ein wenig müde, bei den großen Spielern sieht das dann ein wenig träge aus. Aber es ist sicher positiv, dass er 90 Minuten gespielt hat", resümiert der Coach und stellt ein versöhnliches Fazit für beide Innenverteidiger aus: "Ich finde, dass sie das gut gemacht haben."

Abstimmungsprobleme mit Ersatzkeeper Lunev

Im Gegensatz zu Retsos und Tah sind Mitchel Bakker (21, kam von Paris St. Germain) und Andrey Lunev (29, von Zenit St.Petersburg) erst kurze Zeit bei der Werkself mit dabei. "Bei Mitchel sieht man, dass er viel Physis mitbringt und in Zweikämpfen eine gewisse Präsenz hat", beschreibt Seoane den ersten Auftritt des Linksverteidigers im Bayer-Trikot und fordert: "Offensiv gibt es sicher Steigerungspotenzial, da kann er gern öfter an die Grundlinie kommen und flanken." Tatsächlich blieb Bakker im Gegensatz zum vor dem Abschied stehenden Wendell weitgehend fehlerfrei, aber auch auffallend zurückhaltend auf Defensivaufgaben beschränkt.

Der Niederländer dürfte ebenso noch etwas Zeit für Eingewöhnung brauchen wie Andrey Lunev. Der russische Keeper und designierte Nummer 2 hinter Stammkeeper Lukas Hradecky kam für eine Halbzeit ins Spiel, sorgte aber eher durch Missverständnisse mit den Vorderleuten für Aufsehen als mit Paraden. "Bei ihm hat man gesehen, dass die Anbindung an die Verteidigung noch fehlt", sagt Seoane, ordnet aber entspannt ein: "Er ist erst seit zwei Wochen bei uns, die Sprachbarriere muss noch überwunden werden." Bislang spricht Lunev neben russisch auch englisch - bald soll auch deutsch dazuzählen.

Jim Decker

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