Bundesliga

Seoane: "Für den Gedanken habe ich kein Verständnis"

Leverkusens Trainer sieht gegen Schlusslicht Fürth keine Gefahr des Spannungsabfalls

Seoane: "Für den Gedanken habe ich kein Verständnis"

"Es zählt nur das Spiel gegen Fürth, und die bestmögliche Leistung abzurufen": Gerardo Seoane.

"Es zählt nur das Spiel gegen Fürth, und die bestmögliche Leistung abzurufen": Gerardo Seoane.

Die Vorfreude ist hoch bei Gerardo Seoane. Wenn am Samstag der Gast aus Bayern in Nordrhein-Westfalen antritt, sorgt dies beim Schweizer für gespannte Erwartung. "Ich freu mich auf dieses Spiel" sagt der 43-Jährige - und meint damit die Partie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Der Zweite gegen den Ersten - da schaut jeder gerne zu. Auch Seoane.

Allerdings werde er das Spitzenspiel nicht unter dem Aspekt verfolgen, dass Bayer 04 - einen Sieg gegen Schlusslicht Fürth vorausgesetzt - zumindest auf eines der beiden Topteams Boden gut machen kann. "Ich werde das Spiel mit sportlichem Interesse schauen, aber nicht mit diesem Blickwinkel, sondern einfach nur als Bundesligatrainer, der sich so viele Spiele wie möglich anschaut, um den Gegner zu studieren", betont der Fußballlehrer des Tabellendritten.

Diese Herangehensweise entspricht Seoanes Grundeinstellung, sich nur auf das in seiner Arbeit zu fokussieren, was er und seine Spieler auch selbst beeinflussen können. Dies ist ein entscheidender Baustein, um eine Siegermentalität zu kultivieren.

Seoane versucht, dies mit seinem Staff vorzuleben. "Wir wollen der Mannschaft zu verstehen geben, dass wir uns stetig weiterentwickeln wollen, dass wir ehrgeizig sind und uns vor allem auf die Leistung konzentrieren müssen", erklärt er.

Seoane möchte jedes Spiel nutzen, um besser zu werden

Demzufolge wischt er einen möglichen Spannungsabfall nach dem überzeugenden Auftritt beim 3:1-Sieg in Leipzig als Alibi schon im Vorfeld weg. Auch wenn der Partie gegen Fürth am Donnerstag das für den Ausgang der Gruppe völlig bedeutungslose Europa-League-Spiel in Budapest folgt.

Doch selbst das lässt Seoane, der mit Bayer bereits als Gruppensieger feststeht, nicht gelten. "Das ist nicht meine Denkweise. Das versuche ich täglich, meiner Mannschaft zu vermitteln, dass wir jedes Spiel nutzen müssen, um besser zu werden. Um Leistungen zu bestätigen, um uns auch individuell weiterzuentwickeln. Deshalb habe ich für einen solchen Gedankengang kein Verständnis, weil er bei mir keinen Platz hat", argumentiert der Trainer und fügt an: "Es zählt nur das Spiel gegen Fürth, und die bestmögliche Leistung abzurufen."

Aufsteiger kommt mit einem Zähler

Inwieweit seine Profis diese Einstellung verinnerlicht haben, wird sich am Samstag ab 15.30 Uhr zeigen. Schließlich kommt der Aufsteiger mit nur einem Zähler und zuletzt elf Niederlagen in Serie nach Leverkusen. Alles andere als ein Sieg wäre ein Rückschlag für die Werkself. Auch wenn Seoane den Gegner natürlich lobt.

"Das eine ist die tabellarische Lage, dass sie sehr wenig Punkte haben. Das andere ist aber die Leistung, die sie in vielen Spielen gezeigt haben und nach der sie es verdient hätten, mit mehr Punkten dazustehen", urteilt der Trainer über die SpVgg. Allerdings sprechen all die Attribute, die der Fußballlehrer dem Gegner zuordnet, für einen Leverkusener Erfolg.

"Gegen Hoffenheim (3:6, Anm. d. Red.) haben sie erfrischend nach vorne gespielt", analysiert Seoane, "das ist eine Mannschaft, die versucht, Fußball zu spielen, die auch mutig den Gegner presst und anläuft und sich nicht nur hinten reinstellt und nur verteidigen will." Und damit eine Spielweise an den Tag legt, die für Bayer 04 sicherlich nicht die unangenehmste ist.

Stephan von Nocks

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