Nationalelf

Elisa Senß will mit den DFB-Frauen zu Olympia

Bayer-Kapitänin ist zum zweiten Mal Teil des DFB-Kaders

Senß und Co. wollen zu Olympia: "Wir dürfen nicht den Kopf verlieren"

Will sich für die Olympischen Spiele qualifizieren: Elisa Senß.

Will sich für die Olympischen Spiele qualifizieren: Elisa Senß. IMAGO/Claus Bergmann

Auf einmal ging es rasend schnell. Gegen Dänemark (3:0) wurde DFB-Debütantin Elisa Senß noch zur zweiten Halbzeit eingewechselt, in Wales (0:0) stand sie dann schon 90 Minuten auf dem Platz. Für die Kapitänin von Bayer 04, die zuvor monatelang auf eine Einladung zur Nationalmannschaft gewartet hatte, verlief der Einstand im vergangenen Dezember äußerst rasant. In Teilen, bilanziert Senß vor ihrem nun anstehenden zweiten Lehrgang, sei sie selbst überrascht gewesen. Wenngleich sie ihre erste Startelfchance freilich als "superschönes Feedback" für ihr Debüt wertet.

Gegen die Däninnen fügte sich die 26-Jährige hervorragend ein, präsentierte ihre Dynamik, ihr Tempo, ihre Übersicht und ihre ausgeprägte Antizipationsfähigkeit: Klara Bühls Treffer zum 3:0 ging ein beherzter Ballgewinn der flinken Sechserin voraus - es war der krönende Abschluss ihrer starken Premiere. Allerdings, und diese Eindrücke gehören ebenso zu ihren ersten Tagen im Kreise der Nationalelf: Im letzten Nations-League-Gruppenspiel in Wales offenbarte Senß - wie ihre Kolleginnen - teils große Probleme, konnte an die überzeugende Leistung zuvor nicht anknüpfen.

Gegen Wales wackelt auch DFB-Startelfdebütantin Senß

Unter ihrem Bilanzstrich standen am Ende gleich mehrere gefährliche Ballverluste - allein drei in den letzten zehn Minuten. Ab und an gelang es ihr zwar, Angriffe zu beschleunigen, Tempo aufzunehmen. Das Spiel ins letzte Drittel hakte insgesamt aber gewaltig. Über die Außen gab es kaum Durchbrüche, und das Zentrum bekamen Senß und ihre Doppelsechs-Partnerin Sjoeke Nüsken nicht so beherrscht und bespielt, wie es nötig gewesen wäre. Dass Nüsken zur zweiten Hälfte ein wenig vorschob, damit die zwei Mittelfeldkräfte nicht länger auf einer Linie agierten, ergab Sinn, doch brachte keinen besseren Ertrag.

"Solche Spiele sind immer recht schwer", sagt Senß. "Die Startelf wurde auf ein paar Positionen verändert. Wir wussten, dass wir viele Spielanteile haben werden. Und in der ersten Hälfte hatten wir auch ein, zwei Chancen - die haben wir aber nicht gemacht." In solchen Fällen wisse nun mal jede und jeder, "dass es brutal schwer ist gegen eine Mannschaft, die tief steht und auf Konter setzt". Die DFB-Elf zitterte also, schaffte es nur gerade so ins Finalturnier um die Nations League und die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Paris.

Senß geht beim DFB als Herausforderin an den Start

Ein Sieg in den kommenden zwei Duellen ist dafür nötig. Klappt es bereits gegen Frankreich am Freitag? Da die Französinnen schon für Olympia qualifiziert sind, könnten sie "befreit aufspielen", sinniert Senß. "Das kann sich positiv auf ihr Spiel auswirken. Darüber hinaus kommt das Team mit viel Tempo, ist spielerisch stark." Für die DFB-Auswahl sei es derweil wichtig, "eine Konstanz im Spiel zu finden. Es darf mal Minuten geben, in denen es nicht so gut läuft. Aber dann dürfen wir nicht den Kopf verlieren, müssen uns auf uns fokussieren".

Nations League

In welcher Besetzung Deutschland in Lyon an den Start gehen wird, weiß Senß selbstverständlich noch nicht. Interimsbundestrainer Horst Hrubesch ("Er bringt viel positive Stimmung ins Team, tut der Mannschaft außerdem mit seiner großen Erfahrung gut") besitzt für die Doppelsechs mehrere Optionen: Lena Oberdorf, Sjoeke Nüsken, Sara Däbritz und die Leverkusenerin, die gemeinhin als Herausforderin der arrivierten Nationalspielerinnen gilt. "Ich werde einfach Gas geben", sagt Senß dem kicker, "im Training und falls ich auf dem Platz gebraucht werden sollte".

Senß unterscheidet sich deutlich von ihren DFB-Konkurrentinnen

Was sie für sich reklamieren kann: Dank ihrer Wendigkeit und ihrer Geschwindigkeit unterscheidet sie sich deutlich von ihren drei Konkurrentinnen. Außerdem hat Senß Wolfsburgs Lena Lattwein vorerst hinter sich gelassen. "Lena spielt im Moment nicht das, was sie spielen kann", erläuterte Hrubesch unlängst. "Bei dem Angebot, das ich habe, habe ich mich diesmal gegen sie entschieden." Mittelfeldspielerin Lattwein bleibt dementsprechend daheim, während Senß und Co. um die ersehnte Olympia-Zulassung kämpfen.

Leon Elspaß

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