DFB-Pokal

Hertha BSC: Bruno Labbadia fehlen nach dem Pokal-Aus die Worte

"Es war furchtbar, eine Katastrophe"

"Selten erlebt": Labbadia fehlen die Worte

Bruno Labbadia

Augen zu und raus: Bruno Labbadia und Hertha BSC verabschiedeten sich früh aus dem DFB-Pokal. imago images

Das zweite Tor des Abends war sinnbildlich. Nach einer Ecke kam Braunschweigs Jannis Nikolaou mit dem Kopf an den Ball, die Kugel flog Maximilian Mittelstädt ins Gesicht und dann über Alexander Schwolow hinweg ins Berliner Tor. Ein Slapstick-Treffer, der nicht nur Eintracht Braunschweig das 2:0 einbrachte, sondern auch dokumentierte, wie gebraucht dieser Abend für Hertha war.

"Ich habe selten so ein Spiel erlebt", sagte Bruno Labbadia nach der Partie, als er bei der Pressekonferenz über die zurückliegenden 90 Minuten sprach. Seine Mannschaft hatte das Spiel in jeder Phase dominiert, sie hatte 65 Prozent Ballbesitz gehabt - und sie hatte die stattliche Zahl von 25 Torschüssen abgegeben. Dass Hertha den Braunschweigern am Ende dennoch den Vortritt in die zweite Runde lassen musste, war in erster Linie auf die Nachlässigkeiten in der Defensive zurückzuführen.

Individuelle Fehler vor den Gegentoren

"Es ist schwer zu erklären", meinte Labbadia und sprach dann über die Aussetzer, die sich seine Elf geleistet hatte. "Wir haben so viele individuelle Fehler gemacht, dass man das nicht kompensieren kann", sagte Labbadia und dachte dabei wohl auch an das Gegentor zum 3:5, als Niklas Stark das entscheidende Duell mit Suleiman Abdullahi recht leichtfertig verlor - und an den Elfmeterpfiff vor dem 2:3, als Mathew Leckie und Karim Rekik Yassin Ben Balla am Strafraumeck in die Zange nahmen, obwohl der Braunschweiger Mittelfeldspieler vom Hertha-Tor weglief.

"Für uns ist es eine große Enttäuschung - vor allen Dingen durch die Art und Weise, wie wir ausgeschieden sind", sagte Labbadia. Offensiv hatte sein Team ja durchaus zu gefallen gewusst. Die Variabilität, mit der die Berliner ihre Angriffe vortrugen, die Dribbelstärke, mit der Matheus Cunha ein ums andere Mal auffiel, die außerordentliche Physis, die Dodi Lukebakio einbrachte: All das bereitete Braunschweig erhebliche Schwierigkeiten. Hertha stand auf dem Gaspedal, phasenweise kam die Eintracht minutenlang nicht aus der eigenen Hälfte.

Es war furchtbar, eine Katastrophe für uns.

Alexander Schwolow

Zur Wahrheit gehörte aber eben auch: Gegen einen äußerst effektiven Gegner war die Defensive deutlich zu anfällig in Abwesenheit von Dedryck Boyata (Achillessehnenprobleme) und Jordan Torunarigha (Sperre), den beiden etatmäßigen Innenverteidigern.

Als Torwart Alexander Schwolow nach dem Spiel ein "Sky"-Mikrofon in der Hand hielt, nannte sein erstes Pflichtspiel im Hertha-Dress "ein Albtraumspiel". Im Grunde sei alles schief gegangen, was hätte schiefgehen können. Und: "Es war furchtbar, eine Katastrophe für uns. Das ist sehr, sehr bitter."

lei

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