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"Seine Warmherzigkeit war ansteckend": Reaktionen zum Tod von Horst Eckel

Weltmeister von 1954 gestorben

"Seine Warmherzigkeit war ansteckend": Reaktionen zum Tod von Horst Eckel

Horst Eckel ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Horst Eckel ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Bongarts/Getty Images

Uwe Seeler: "Das tut mir wirklich sehr leid. Wir haben bis zuletzt oft auf Veranstaltungen Zeit zusammen verbracht, durch die Pandemie leider in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr. Er war immer sehr kameradschaftlich und menschlich einfach ein echt guter Typ mit Herz. Er war immer ein guter Kollege, uns verband das Bodenständige. Er war ein sehr offensiver Spieler, das war immer sehr angenehm, mit ihm zu spielen. Wir haben sehr viel gemeinsam gemacht, auch außerhalb der Lehrgänge, privat. Wir haben immer unser Bestes gegeben - manchmal hat's gereicht, manchmal nicht."

Hans-Peter Briegel (bei t-online.de): "Der Verlust von Horst Eckel ist wahnsinnig traurig - für alle Fußballfans in Deutschland, insbesondere aber für die Lauterer Anhängerschaft und Fußballgemeinde. Im Februar kommenden Jahres wollte er seinen 90. Geburtstag feiern (...). Es ist sehr traurig, dass es dazu nicht mehr kommen wird."

Thomas Hengen (Geschäftsführer 1. FC Kaiserslautern): "Der gesamte 1. FC Kaiserslautern ist heute in tiefer Trauer. Mit Horst ist eine FCK-Legende von uns gegangen. Wir möchten der Familie und den Angehörigen von Horst Eckel unser aufrichtiges Beileid ausdrücken. Menschlichkeit, Bescheidenheit, Siegeswille und Teamgeist - das sind Werte, die Horst Eckel zeitlebens verkörpert hat und die auch heute noch für den FCK eine große Bedeutung haben. Horst war FCKler durch und durch, war dem Verein sein ganzes Leben lang eng verbunden und hat die Roten Teufel immer unterstützt. Wir möchten daher das morgige Heimspiel gegen Viktoria Köln zum Anlass nehmen, unserem Weltmeister von 1954 den allergrößten Respekt zu zollen."

1. FC Nürnberg (via Twitter): "Ruhe in Frieden, Horst Eckel! Grüße an unseren Maxl und alle anderen Weltmeister von 1954. Ohne euch wäre der Fußball hier in Deutschland nie zu dem geworden, was er für ganze viele Menschen heute ist."

FC Schalke 04 (via Twitter): "Ein ganz Großer des deutschen Fußballs ist von uns gegangen: Ruhe in Frieden, Horst Eckel!"

Young Boys Bern (via Twitter): "Der letzte Weltmeister von 1954 ist gestorben. Horst Eckel wurde mit Deutschland 1954 in unserem Stadion Wankdorf Weltmeister."

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Streich über Eckel und die Bedeutung des WM-Titels 1954

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Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): "Horst Eckel war einer der ganz Großen des deutschen Fußballs - nicht nur, weil er 1954 Weltmeister geworden ist, als jüngster Spieler, sondern, weil er ein absolut leuchtendes Beispiel für Bescheidenheit und Integrität war. Jedes Gespräch mit ihm war bereichernd, weil es einfach sehr angenehm war, einen derart bescheidenen und sympathischen Menschen zu erleben."

Hansi Flick (Bundestrainer): "Ich erinnere mich noch gut, wie Horst Eckel und Hans Schäfer uns 2014 beim "Fest der Weltmeister" in Düsseldorf die besten Wünsche für das Turnier in Brasilien mit auf den Weg gegeben haben. Sie haben uns, die Weltmeister werden wollten, unterstützt, sie haben uns Glück gewünscht und letztlich auch Glück gebracht. Den Fußballer Horst Eckel habe ich leider nie live spielen sehen dürfen, der Mensch Horst Eckel war in jeder Hinsicht ein Vorbild für mich. Seine Warmherzigkeit war ansteckend, sein soziales Engagement außergewöhnlich. Er wird mir persönlich und dem gesamten deutschen Fußball sehr fehlen. Die Nachricht von seinem Tod macht mich sehr traurig."

Oliver Bierhoff (DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie): "Die Weltmeister von 1954 sind sportlich und nicht zuletzt aufgrund der historischen Umstände für die Geschichte der Nationalmannschaft von überragender Bedeutung. Die Aufmerksamkeit und Begeisterung, die heute rund um die Spiele unserer Mannschaft herrschen, wären ohne sie undenkbar. Horst Eckel stand sinnbildlich für die Werte der Helden von Bern: bescheiden, herzlich, bodenständig, ohne Allüren. Die persönlichen Gespräche mit ihm waren immer ungemein bereichernd. Zu wissen, dass Horst Eckel und damit keiner der 54er mehr lebt, erfüllt mich und uns alle bei der Nationalmannschaft mit großer Trauer."

Malu Dreyer (Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz, SPD): "Horst Eckel war Fußballspieler mit Leib und Seele und gehörte zweifelsohne zu den herausragendsten Fußballern unseres Landes. Als deutscher Nationalspieler führte er seine Mannschaft 1954 zum unvergesslichen 'Wunder von Bern'. Seine Natürlichkeit und Teambereitschaft machten ihn zum Vorbild einer ganzen Nation. Mit seiner außerordentlichen Spielfreude und Einsatzbereitschaft begeisterte er Massen. Zu Recht lässt sich sagen, dass Horst Eckel im nachkriegsversehrten Deutschland Hoffnung und Zuversicht verkörperte. Die sportlichen Erfolge seiner Mannschaft verhalfen unserem Land nach schweren Zeiten wieder zu internationalem Ansehen. Die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer waren immer stolz darauf, dass seine internationale Karriere hier ihren Anfang genommen und er Rheinland-Pfalz stets die Treue gehalten hat. Trotz seiner Berühmtheit und seines unvergleichbaren Erfolgs blieb Horst Eckel stets ein bodenständiger Mensch, der nie vergessen hat, wo er herkommt."

Dr. Rainer Koch (1. DFB-Vizepräsident): "Ich habe Horst Eckel als einen wunderbaren Menschen kennengelernt und erlebt, der sich aus tiefster Überzeugung heraus stets auf die Seite der Schwächeren geschlagen hat und ihnen ein echtes Vorbild war. Menschen in vermeintlich aussichtslosen Situationen wusste er den Weg ans Licht zu zeigen, und der Held von Bern verband dies immer mit seinem ganz persönlichen Fußballmärchen. Willenskraft und Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Demut haben sein Leben geprägt und ihn zu einer Persönlichkeit gemacht, die wir alle schmerzlich vermissen. Nicht nur für mich geht mit seinem Tod eine Persönlichkeit verloren, auch uns im DFB mit unseren sozialen Einrichtungen, für die er unermüdlich unterwegs war, wird Horst Eckel fehlen."

Peter Peters  (1. DFB-Vizepräsident): "Die Nachricht vom Tode Horst Eckels hat mich tief getroffen. Ich habe Horst Eckel nicht nur als einen unserer Fußballhelden verehrt, sondern ihn auch persönlich über alle Maßen geschätzt. Er hat mir 1991 nach meinem Einstieg in den Fußball beim 1. FC Kaiserslautern sehr geholfen, diesen Verein und seine Menschen kennenzulernen. Denn sie alle haben ihn geliebt. Weil er ein herausragender Fußballer war, vor allem aber wegen seines so positiven und einnehmenden Wesens, wegen seines großartigen Charakters. Er hat jedem Wertschätzung und Respekt entgegengebracht, er hat Ehrlichkeit und Bodenständigkeit ausgestrahlt. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich Horst Eckel kennenlernen durfte. Er war ein großartiger Weggefährte. Er wird uns allen sehr fehlen."

Heike Ullrich (stellvertretende DFB-Generalsekretärin): "Es macht mich tieftraurig, dass wir in Horst Eckel die letzte Ikone unserer 1954er-Weltmeistermannschaft verloren haben. Die Helden von Bern haben nicht nur den Fußball in Deutschland, sondern unser ganzes Land geprägt. Ihre Bedeutung weit über das bloße Geschehen auf dem Rasen hinaus haben auch die nachfolgenden Generationen stets gespürt. Horst Eckel stand mit seiner positiven Einstellung und seinem großen Kämpferherz im Angesicht immenser Herausforderungen sinnbildlich für die Ära des Neuaufbaus und Aufbruchs, in die dieser erste Titelgewinn einer deutschen Nationalmannschaft fiel. Er war ein großer Fußballer und ein großartiger Mensch. Wir werden Horst Eckel sehr vermissen und sind in Gedanken bei seiner Familie."

Dirk Janotta (DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung): "Horst Eckel wollte nie der 'Held von Bern' sein. Seine Bescheidenheit und seine Freundlichkeit zeichneten ihn aus. Gemeinsam mit seiner Familie trauern wir um eine große Persönlichkeit des deutschen Fußballs. Wir verlieren mit ihm einen Freund, ein Vorbild und eine echte Fußballlegende. Wir verneigen uns in tiefer Dankbarkeit vor ihm und seinem Lebenswerk. Wir werden Horst Eckel nie vergessen."

Dr. Stephan Osnabrügge (DFB-Schatzmeister): "Gerne erinnere mich an die unterschiedlichen Begegnungen mit Horst Eckel. Er war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, begeisterte mit seiner Herzlichkeit und war mit großem Stolz Repräsentant der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Besonders bleiben mir seine Erzählungen über das "Wunder von Bern" im Gedächtnis. Wenn er darüber sprach, wie er mit seinen Mannschaftskollegen das WM-Finale gegen Ungarn gewann, leuchteten seine Augen. Dieses Leuchten wird uns fehlen. Die Fußballwelt ist heute ein Stück ärmer geworden."

Tobias Wrzesinski (Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger, Stv. Vorsitzender des Stiftungsrates der Horst-Eckel-Stiftung): "Das mache ich für den 'Chef'" - mit diesen Worten beantwortete Horst Eckel einst meine Frage, warum er sich für die Sepp-Herberger-Stiftung engagiert. Sein Respekt vor Sepp Herberger, seine Bescheidenheit, seine Herzlichkeit und seine Ruhe haben mich in all den Jahren, in denen ich ihn zu unterschiedlichen Veranstaltungen begleiten durfte, sehr beeindruckt. Horst Eckel hatte immer ein offenes Ohr, war den Menschen zugewandt und trotz all seiner großen Erfolge auf feine Weise zurückhaltend. In besonderer Erinnerung behalte ich unsere gemeinsamen Termine in Justizvollzugsanstalten, unsere Gespräche über seinen 1. FC Kaiserslautern und seine Tipps bei gemeinsamen Autofahrten an den jüngeren Fahrer. Im Jahr 2017 durften wir die Entstehung der Horst-Eckel-Stiftung begleiten. Es ist unser Privileg, dass wir sein Vermächtnis mit dieser Stiftung weiterführen dürfen. Der "Windhund" wird nicht vergessen werden!"

Gianni Infantino (FIFA-Präsident): "Eckels Mannschaft war ein Leuchtturm der Hoffnung für die junge westdeutsche Nation. Der Sieg im 'Wunder von Bern' gegen eine so brillante ungarische Mannschaft machte das deutsche Volk stolz und trug zum Wiederaufstieg der Nation bei. Wir erinnern uns an Eckels Beitrag zum deutschen Fußball und unser Beileid gilt seiner Familie und seinen Freunden, dem 1. FC Kaiserslautern und der gesamten deutschen Fußballfamilie."

Rudi Völler (Sportchef Bayer Leverkusen): "Sinnbildlich für alle 54er-Weltmeister stand er als bodenständiger Mensch für große Bescheidenheit. Horst war absolut ohne Allüren und ein sehr angenehmer Gesprächspartner. Bei unseren persönlichen Treffen war es immer wunderbar, mit ihm über alte Zeiten zu reden. Er wird dem deutschen Fußball sehr fehlen."

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dpa/sid/kon