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Seifert attackiert Europas Topklubs: "Geldverbrennungsmaschinen"

DFL-Boss lobt UEFA für Verbot der Superliga

Seifert attackiert Europas Topklubs: "Geldverbrennungsmaschinen"

Klartext in Richtung überschuldeter europäischer Topklubs: DFL-Boss Christian Seifert.

Klartext in Richtung überschuldeter europäischer Topklubs: DFL-Boss Christian Seifert. picture-alliance

Der Chef der DFL bezeichnete auf einem von der "Financial Times" ausgerichteten Fußball-Business-Branchengipfel "einige dieser so genannten Super-Klubs" als "schlecht gemanagte Geldverbrennungsmaschinen".

Auch die Corona-bedingt angespannte wirtschaftliche Situation des europäischen Profifußballs habe nicht dazu geführt, finanzielle Exzesse einzudämmen. Laut der Einschätzung des 51-Jährigen sei "die brutale Wahrheit", dass diese Klubs "das Geld so verbrennen, wie sie es in den vergangenen zehn Jahren verbrannt haben".

Die brutale Wahrheit ist, dass sie das Geld so verbrennen, wie sie es in den vergangenen zehn Jahren verbrannt haben.

Christian Seifert

Ohne Vereine namentlich zu nennen, dürfte Seifert unter anderem die spanischen Topklubs Real Madrid und FC Barcelona im Visier gehabt haben. Das Duo ist auch mit der stärkste Befürworter der umstrittenen europäischen Superliga, um aus einem solchen Wettbewerbsformat noch mehr Geld zu generieren. "Wenn ich ein Investor wäre, würde ich mich fragen, ob sie die richtigen Partner wären", meinte Seifert. Zudem lobte er die UEFA, weil sich der europäische Fußballverband zuletzt die Superliga schlichtweg verboten hat.

Die Corona-Krise ist in die Bilanzen der besonders namhaften Klubs deutlich herauszulesen. So meldete Juventus Turin für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 89,7 Millionen Euro. Bei Paris Saint-Germain waren es 125,8 Millionen. Besonders angespannt ist die finanzielle Lage beim fünfmaligen Champions-League-Sieger FC Barcelona, der nach einem Minus von 97 Millionen in der Saison 2019/20 erst im Januar seinen aktuellen Schuldenstand offenbarte: 1,17 Milliarden Euro, von denen 730,6 Millionen kurzfristig zu begleichen seien.

Auch bei Königlichen aus Madrid ist der Schuldenberg gewachsen. Laut Medienberichten beträgt die Verschuldung des Rekordmeisters etwa 900 Millionen Euro.

Bemerkbar machte sich die Finanzmisere der beiden spanischen Topvereine aus Barcelona und Madrid auch in der jüngsten Transferphase, als beide kaum in Erscheinung traten.

bst/dpa