Bundesliga

Schalkes Sechser Drexler: Topscorer spielt vor der Abwehr

Schalke: Trainer Reis testet neue Ideen

Sechser Drexler: Topscorer spielt jetzt vor der Abwehr

Wo ist Dominick Drexlers Platz in der Schalker Startelf?

Wo ist Dominick Drexlers Platz in der Schalker Startelf? IMAGO/Nordphoto

Thomas Reis hat sich mit seinen Spielern in den vergangenen Wochen zum Teil intensiv darüber unterhalten, in welcher Rolle sie sich sehen und in welcher er sie sieht. Schalkes Trainer bringt andere Ideen ein als sein Vorgänger Frank Kramer - hier und da hat er sie bereits umgesetzt, um zu schauen, ob sie fruchten.

Tom Krauß beispielsweise wurde von Reis im Verlauf der Wintervorbereitung auf seine Fähigkeiten als alleiniger Sechser getestet - mit der Erkenntnis, dass der von RB Leipzig ausgeliehene defensive Mittelfeldspieler im Moment noch sicherer agiert, wenn er einen Partner neben sich weiß. Ein Mann für die Doppelsechs war in den Winter-Tests nun schon häufiger Dominick Drexler.

Exzellenter Vorbereiter für Topstürmer Terodde

Sechser Drexler? Eine Dauerlösung dürfte das nicht sein. Die Qualitäten des Mittelfeldspielers, mit zwei Toren und drei Assists aktuell Topscorer des Tabellenletzten, werden im vorderen Bereich dringender gebraucht. Der Ex-Kölner ist nicht nur ein guter Antreiber, sondern glänzte in der Vergangenheit, vor allem in der 2. Liga, mehrfach als exzellenter Vorbereiter für Topstürmer Simon Terodde. Beide verstehen sich blind. Ohne Drexler in seinem Radius ist Terodde in dieser Schalker Elf bisweilen aufgeschmissen.

Reis will für Drexler einen Platz in der Startelf finden, im vorderen Bereich sieht der Trainer den Bedarf aktuell aber gedeckt. "Die Frage ist, wen ich für Dominick draußen lassen würde", sagt Reis. Und ein neuer Flügelspieler soll ja erst noch kommen.

Marius Bülter und Tobias Mohr buhlen um den Platz auf der linken Außenbahn (Vorteil: Bülter), in der Mitte will sich Florent Mollet gegen Jordan Larsson durchsetzen, womit der Franzose derzeit nur geringe Schwierigkeiten hat. Rodrigo Zalazar fällt nach seinem Mittelfußbruch weiter aus.

Kozuki spielt sich fest

Rechts hat sich derweil einer festgespielt, der den Schalkern Freude bereitet. Soichiro Kozuki traf in jedem der ersten vier Testspiele unter Reis und bringt eine erfrischende Spielweise mit, er agiert zielstrebig und hat einen guten Schuss. Es wäre keine allzu große Überraschung, wenn der aus der U 23 hochgezogene Japaner, der bis zum Sommer noch beim Fünftligisten 1. FC Düren spielte, nächste Woche zum Liga-Jahresauftakt gegen Eintracht Frankfurt in der Schalker Startelf stünde.

Latza drängt sich nur bedingt auf

Ein weiterer Grund für Drexlers Positionswechsel ist der Mangel an guten Alternativen. Natürlich wäre Danny Latza gerne ein Topkandidat für die Rolle vor der Abwehr, doch der 33-Jährige, unter Reis nicht länger unangefochtener Kapitän, konnte sich im Türkei-Trainingslager nur bedingt aufdrängen. Das gilt ebenso für Neuzugang Niklas Tauer, der mit der mageren Empfehlung von nur drei Hinrunden-Einsätzen vom 1. FSV Mainz 05 ausgeliehen wurde.

Zudem mussten die Schalker bei Alex Kral einen Rückschlag hinnehmen. Bei dem defensiven Mittelfeldspieler, den seit Wochen rätselhafte Rückenprobleme geplagt hatten, waren zu Wochenbeginn bei Spezialuntersuchungen in der Türkei Bandscheibenprobleme ausgemacht worden, die ein reduziertes Trainingsprogramm erfordern. Er wird nicht vor Februar zurückkehren.

Toni Lieto

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