Bundesliga

Sechs Bundesligisten fordern Deckelung für 2. Liga

TV-Geld: "Mittelstands-Vereinigung" formuliert Ziele

Sechs Bundesligisten fordern Deckelung für 2. Liga

Forderung des "Bundesliga-Mittelstands": Die Gelder für die 2. Liga sollen gedeckelt werden.

Forderung des "Bundesliga-Mittelstands": Die Gelder für die 2. Liga sollen gedeckelt werden. imago

Die Aufregung um den neuen TV-Vertrag der Premier League, der ihren 20 Klubs ab der Saison 2016/17 aus der nationalen TV-Vermarktung 2,3 Milliarden und bei Hinzuziehung der internationalen Erlöse 3,2 Milliarden Euro beschert, wird inzwischen von einer Hysteriewelle überschwappt. Dem deutschen Ligaverband droht eine Spaltung in zwei eigenständige Verbände der Bundesliga und der 2. Liga.

Solidarität war das markante Merkmal des deutschen Profifußballs. Das Zusammenleben von Erst- und Zweitligisten, in dieser Form in den großen europäischen Fußballnationen nur noch in Frankreich praktiziert, ist eine Stärke von Ligaverband und DFL. Die wahnwitzigen Verträge in England aber haben die Zerreißprobe ausgelöst.

Bundesliga - 22. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München Bayern München
59
2
Borussia Dortmund Borussia Dortmund
51
3
Hertha BSC Hertha BSC
36
Werder Bremen - Vereinsdaten
Werder Bremen

Gründungsdatum

04.02.1899

Vereinsfarben

Grün-Weiß

VfB Stuttgart - Vereinsdaten
VfB Stuttgart

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

Hamburger SV - Vereinsdaten
Hamburger SV

Gründungsdatum

29.09.1887

Vereinsfarben

Blau-Weiß-Schwarz

1. FC Köln - Vereinsdaten
1. FC Köln

Gründungsdatum

13.02.1948

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Hertha BSC - Vereinsdaten
Hertha BSC

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten
Eintracht Frankfurt

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Als Erster ging Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in den Ring, drohte mit dem Ende der erfolgreich praktizierten zentralen Vermarktung. Ihm folgte Andreas Rettig. Der Geschäftsführer des FC St. Pauli mobilisierte im November 2015 die Zweitligaklubs mit der Forderung, dass die mehrheitlich von Investoren bestimmten Klubs (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, Leipzig) von den Erlösen aus der TV-Vermarktung ausgeschlossen werden. Die Bundesliga schrie auf.

Schon im November kam es zu zwei geheimen Strategietreffen mehrerer Bundesligaklubs. Am 18. Januar fand dann in Frankfurt auf Initiative von Schalke-Vorstand Peter Peters ein Geheimtreffen von 16 Erstligaklubs statt (ohne Darmstadt und Hoffenheim). Zwei Tage später (20. Januar) präsentierte Peters in seiner Funktion als Liga-Vizepräsident dem DFB-Präsidium ein Modell der künftigen Verteilung der TV-Gelder und einen Plan zur Reform des DFB-Pokals.

Inzwischen hat sich, erstmals in der Geschichte der Bundesliga, deren sportlicher Mittelstand formiert. Spitzenfunktionäre von Bremen, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, dem HSV, dem 1. FC Köln, und dem VfB Stuttgart formulierten in den vergangenen Tagen ihre Forderungen. Borussia Mönchengladbach war im Übrigen auch angesprochen worden, ist nach einigen Überlegungen der Gruppe aber nicht beigetreten.

Eine "Mittelstands-Vereinigung" also von Klubs, die seit Jahren sportlich zwischen Europacup und Abstiegskampf pendeln. Vereine, die entscheidend sind beim neuen Verteilungsschlüssel der TV-Gelder, weil sie jene knapp vier Millionen Euro, mit denen jeder Bundesligaverein einen Klub der 2. Liga indirekt subventioniert, mehr schmerzen als eben Bayern München oder Borussia Dortmund.

Eine der Kernforderungen dieser sechs Bundesligavereine ist eine Deckelung der Fernsehgelder an die 2. Liga von aktuell jährlich insgesamt 142 Millionen Euro. Auch an weiteren Zuwächsen, die aus den neuen TV-Verträgen ab der Saison 2017/18 erwartet werden, sollen die Zweitligisten dann nicht beteiligt sein.

Rainer Franzke