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Sebastian Tyrala beim TuS Bövinghausen: Sofort Druck

Plötzlicher Abschied von Türkspor Dortmund - Özbek und Großkreutz orientieren sich neu

Sebastian Tyrala beim TuS Bövinghausen: Der Aufregung folgt eine Feuertaufe

Ein Ex-Profi für einen prominent besetzten Kader: Der TuS Bövinghausen hat Sebastian Tyrala als neuen Trainer verpflichtet.

Ein Ex-Profi für einen prominent besetzten Kader: Der TuS Bövinghausen hat Sebastian Tyrala als neuen Trainer verpflichtet. imago/Bild13

Westfalenliga 2

Die Transferpolitik des TuS Bövinghausen ist alles andere als die eines normalen Amateurvereins. Beim Dortmunder Stadtteilklub tummeln sich einige Ex-Profis, sei es Weltmeister Kevin Großkreutz, der 16-malige Nationalspieler David Odonkor oder auch drittligaerfahrene Kräfte wie Migel-Max Schmeling oder Sebastian Mützel. Klar ist und wird auch offen kommuniziert: Der Dortmunder Stadtteilklub hegt große Ambitionen, der Aufstieg aus der Westfalenliga 2 in die Oberliga gilt als ausgemachtes Ziel. Mit aktuell Platz eins fährt Bövinghausen auf dem richtigen Gleis.

Auch wenn es für den TuS bisher gut lief, auf der Trainerposition sah man sich offenbar bislang noch nicht ideal aufgestellt, nicht anders ist zu erklären, dass der Großkreutz-Klub mit Sebastian Tyrala von Türkspor Dortmund (Landesliga Staffel 3) einen weiteren klangvollen Namen mehr oder weniger abgeworben hat. Der bisherige Chefcoach Sven Thormann hat sich nach Informationen der "Ruhr Nachrichten" zumindest für den Augenblick gefrustet zurückgezogen.

Doch dieser Wechsel mitten in der Saison kommt in der örtlichen Fußballszene nicht überall gut an, vor allem nicht bei Tyralas bisherigem Verein, der ebenfalls als ambitioniert gilt und dem eine Rivalität zu Bövinghausen nachgesagt wird. Die Rolle als Dortmunds Nummer zwei scheint reizvoll, aktuell hat diese Rolle der ASC Dortmund aus der Oberliga Westfalen inne, aber Bövinghausen könnte schon kommende Spielzeit bei der Ligazugehörigkeit gleichziehen, und das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein beim finanziell potenten TuS.

Das war sicher kein Top-Abgang.

Sebastian Tyrala über den Abschied von Türkspor Dortmund

Zurück zu Tyrala: Der achtmalige Bundesligaspieler, der auch 37-mal 2. Bundesliga und 144-mal 3. Liga spielte, kommentierte in einem Podcast der "Ruhr Nachrichten" seinen Wechsel selbstkritisch: "Das war war sicher kein Top-Abgang". Er könne es auch verstehen, dass seine bisherigen Schützlinge enttäuscht seien. Charakterlosigkeit wolle er sich aber nicht vorwerfen lassen. Die Entscheidung Türkspor zu verlassen, sei  vielmehr schon länger gereift und habe auch nichts mit dem Angebot aus Bövinghausen zu tun gehabt. "Mir haben viele Sachen nicht mehr gefallen", so Tyrala deutlich. Schmutzige Wäsche möchte er aber nicht waschen.

Bei Bövinghausen ist Tyrala sofort der starke Mann. Thormann ist zumindest vorerst nur noch Spieler der zweiten Mannschaft, auch wenn Tyrala ihn gerne in seinem Trainerteam hätte. Die bisherigen spielenden Co-Trainer Baris Özbek (geht aus familiären Gründen zurück in die Türkei) und Großkreutz (konzentriert sich ganz auf seine Rolle als Spieler) orientieren sich um.

Der Anfang hätte fast nicht schlechter laufen können: In Tyralas erstem Spiel gab es am vergangenen Sonntag nach zuvor acht Siegen und einem Unentschieden unter Thormann eine Niederlage beim Tabellenzwölften SV Rot-Weiß Deuten, und zwar gleich krachend mit 1:4. Für Tyrala ist sofort Druck unterm Kessel. Sieht ganz so aus, als folge auf die Aufregung um den Wechsel sofort die erste sportliche Feuertaufe, denn dass im kommenden Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten FSV Gerlingen nur ein Sieg zählt, das dürfte sich von selbst verstehen.

stw

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