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Schweiz soll für DFB-Frauen keinen EM-Gegner simulieren

Popp steht bei der Generalprobe im Aufgebot

Schweiz soll für DFB-Frauen keinen EM-Gegner simulieren

Optimistisch vor der Generalprobe in Erfurt: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Optimistisch vor der Generalprobe in Erfurt: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. IMAGO/Hartenfelser

Nur ein Testspiel bestreitet die deutsche Frauen-Nationalmannschaft vor der anstehenden EM (6. bis 31. Juli in England): gegen die Schweiz an diesem Freitag um 17 Uhr (LIVE! bei kicker) in Erfurt.

Für Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg kein normales Spiel, wie sie am Donnerstag zugab. Schließlich trainierte die 54-Jährige die Eidgenossinnen von 2012 bis 2018 - ihre mit Abstand längste Station der Trainerinnenkarriere.

"Wir haben die Schweiz bewusst ausgewählt", sagte Voss-Tecklenburg, "weil sie Qualitäten hat, die uns fordern werden. Sie haben eine ganz tolle Offensive und eine gute körperliche Robustheit." Auch den "sehr guten" Coach (Nils Nielsen; Anm. d. Red.) hob sie heraus. Die Bundestrainerin betonte aber, dass die deutschen Nachbarinnen keine Blaupause für einen der drei Vorrunden-Gegner darstellen: "Wir können nicht ein, zwei oder drei Gegner simulieren lassen. Weil wir auf uns gucken."

Das ist Deutschlands endgültiger EM-Kader

In der komplizierten Gruppe B trifft der DFB zunächst auf Dänemark, dann auf Mitfavorit Spanien und schließlich auf Finnland. Mit der bisherigen Vorbereitung zeigte sich Voss-Tecklenburg sehr zufrieden. Sie sprach von einer "unheimlich tollen Trainingsqualität", das Team agiere "sehr dynamisch".

Die Spielzüge machen unfassbar viel Spaß.

Nationalspielerin Klara Bühl über die Atmosphäre im DFB-Team

Auch Stürmerin Klara Bühl redete positiv über die Atmosphäre in der Mannschaft. "Das Team hat sich zusammengefunden, wir wachsen zusammen", sagte die 21-Jährige. "Die Spielzüge machen unfassbar viel Spaß."

Ob die Startelf gegen die Schweiz auch die Startelf zum EM-Auftakt sein wird, ließ die Bundestrainerin offen: "Die Vorbereitung ist morgen nicht abgeschlossen." Vor allem in der Abwehr gebe es noch Dinge zu verbessern. Dabei dürfte sie auch das letzte Länderspiel (2:3 gegen Serbien) im Kopf gehabt haben.

"Ich wünsche mir auch mal was Verrücktes"

Alexandra Popp

Hat wieder Spaß auf dem Platz: Alexandra Popp. IMAGO/Harry Koerber

"Wir wollen nicht mehr experimentieren. Das bedeutet aber nicht, dass wir keine Flexibilität haben. Das Repertoire, das wir uns als Team erarbeitet haben, ist ziemlich groß", so Voss-Tecklenburg weiter. Damit stützte sie die selbstbewussten Aussagen ihrer Mittelfeldspielerin Sara Däbritz vom Vortag.

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"Ich erwarte ganz viel Kreativität, ich wünsche mir auch mal was Verrücktes", forderte Voss-Tecklenburg von ihrem Kader ein und konkretisierte mit einem Lächeln: "Allerdings nicht hinten, sondern lieber vorne."

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

Zu wenig Frauen im Amt: Voss-Tecklenburg wünscht sich mehr Trainerinnen

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Genau dort laboriert Angreiferin Tabea Waßmuth noch an muskulären Problemen in der Wade, auch bei Alexandra Popp wird es nach Corona-Infektion nicht für die volle Spielzeit reichen. Die Kapitänin und der bisherige Dauer-EM-Pechvogel stehe aber im Kader und sei im Plan, sagte Voss-Tecklenburg. "Sie hat das gut weggesteckt und ist frisch", berichtete die Bundestrainerin. Der Fitnessaufbau der Stürmerin vom deutschen Meister VfL Wolfsburg im Trainingslager in Herzogenaurach verlaufe planmäßig: "Der Stand ist sehr gut. Es gibt keine Probleme und geht in die richtige Richtung."

pab