Weltmeisterschaft

Im Shootout: Noebels schießt Deutschland ins Halbfinale

DEB-Team besiegt Schweiz nach 0:2-Rückstand

Im Shootout: Noebels schießt Deutschland ins Halbfinale

Entschied ein knappes Spiel am Ende für sich: Das deutsche Team.

Entschied ein knappes Spiel am Ende für sich: Das deutsche Team. imago images

Toni Söderholm konnte gegen die Schweiz auf Noebels bauen, der zwei Tage zuvor gegen Lettland verletzt ausgeschieden war. So schickte der Bundestrainer dasselbe Personal wie gegen den WM-Gastgeber ins Rennen um das Halbfinale, stellte aber in den Sturmreihen um: Loibl tauschte mit Krämmer die Reihen und agierte zwischen Kühnhackl und Rieder. Krämmer rückte neben Kastner und Peterka, wobei Bergmann als 13. Stürmer mit hinein rotierte.

DEB-Team startet gut, die Schweiz noch besser

Von Beginn an wurde die Partie mit offenem Visier geführt, hohes Tempo und harte, aber faire Zweikämpfe prägten das Geschehen. Das deutsche Teams gestaltete das Spiel insgesamt offen. Allerdings fehlte es beim DEB-Team an klaren Abschlüssen. Die Schweizer kamen einem Treffer zumindest ab und an näher. Nach einem Solo von Hofmann lenkte Niederberger einen Schuss noch mit der Fanghand am Tor vorbei (6.). Bei einer Vier-gegen-Zwei Überzahl der Eidgenossen traf Corvi aus spitzem Winkel nur das Außennetz (14.). Sekunden später zwang Reichel auf der Gegenseite aus der Drehung den Schweizer Keeper Genoni immerhin einmal zum Eingreifen (14.).

Zwei Minuten später war es aber so weit: Nach einem klugen Pass von Alatalo zu seinem Verteidiger-Kollegen Untersander, der halbrechts vor das deutsche Tor gestartet war, traf Letzterer mit einem satten Handgelenkschuss zum 1:0 für die Schweiz - zugleich auch der Stand nach dem ersten Drittel (16.).

Herzog eiskalt, Kühnhackl trifft im Nachschuss

Im Mitteldrittel änderte sich zunächst wenig am Geschehen, die Schweiz hatte leichte Vorteile - und kam in der 28. Minute zu einer 98-sekündigen doppelten Überzahl. Doch das DEB-Team präsentierte sich einmal mehr stark im Penalty-Killing. Allerdings fehlte dem deutschen Team zunächst weiter der offensive Punch. Beleg für die großen Probleme des deutschen Teams vor dem Schweizer Tor: Mitte der Partie hatten die Söderholm-Schützlinge gerade einmal sechs Schüsse auf Genoni abgegeben (bei 15 der Schweizer).

In der 34. Minute gingen die Eidgenossen dann nach einem weiteren schnörkellosen Spielzug mit 2:0 in Front: Schwerwey fand mit der Rückhand im Zentrum Herzog, der eiskalt direkt abnahm und Niederberger in den Winkel überwand. Doch nach dem zweiten Gegentreffer dreht das DEB-Team plötzlich auf und kam erstmals im Spiel zu einer Drangphase, die sofort von Erfolg gekrönt wurde. Nachdem zweimal Rieder sowie Nowak binnen Sekunden noch an Genoni scheiterten, nutzte Künhackl den dritten Nachschuss zum 1:2 aus deutscher Sicht (38.). So ging es zum zweiten Mal in die Kabine.

Gawanke und Noebels schießen Deutschland ins Halbfinale

Im Schlussabschnitt verschärfte das deutsche Team noch einmal das Tempo und drängte die Schweizer zumeist in die eigene Zone, auch wenn diese gefährliche Breaks fuhren. Klare Chancen blieb zwar selten, aber es gab sie: Noebels versuchte es per Bauerntrick und erwischte Genoni beinahe auf dem falschen Fuß (50.). Die Schweizer wankten, aber sie fielen nicht. Bis in die Schlussminute! Denn 44 Sekunden vor der Schlusssirene griff Deutschland mit zusätzlichem Feldspieler und leerem Tor an - und Gawanke traf aus der Halbdistanz zum 2:2.

In der fällgen zehnminütigen Overtime vergab Reichel allein vor Genoni, aber auch die Schweizer scheiterten zweimal nur sehr knapp. So musste das Penaltyschießen über den Halbfinaleinzug entscheiden. Hier vergaben zunächst Corvi, Andrighetto sowie Plachta, Krämmer, der knapp über die Querlatte verzog. Dann kam NHL-Star Meier für die Schweizer, der Niederberger mit einem satten Schuss überwand. Doch auch Kahun traf direkt danach nach starkem Move. Anschließend scheiterte Ambühl ebenso an Niederberger wie Reichel auf der Gegenseite. Nachdem Niederberger auch gegen Hofmann gehalten hatte, überwand Noebels auf der Gegenseite mit dem letzten Penalty der ersten Zehn Genoni per "Forsberg-Trick" - und schickte Deutschland damit ins Halbfinale!

Schweiz - Deutschland 2:3 n.P. (1:0, 1:1, 0:1, 0:0)


Deutschland:

Tor: Niederberger (Brückmann).
Verteidigung: Mo. Müller/Seider, Jo. Müller/Holzer, Wagner/Nowak, Gawanke.
Sturm: Noebels/Reichel/Pföderl, Plachta/Kahun/Eisenschmid, Kühnhackl/Loibl/Rieder, Krämmer/Kastner/Peterka, Bergmann.

Tore: 1:0 (15:17) Untersander (Alatalo, Kurashev), 1:1 (33:26) Herzog (Scherwey, Bertschy), 2:1 (37:23) Kühnhackl (Rieder, Nowak), 2:2 (59:16) Gawanke (Kahun, Noebels), 2:3 Noebels (Penaltyschießen).

Strafminuten: Schweiz 0 - Deutschland 4 + 10 (Plachta).

jom

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