Nations League

Schweiz droht der Abstieg - Doppel-Adler-Verbot in der Nati

Eidgenossen vor schwerem Gastspiel in Spanien

Schweiz droht der Abstieg - Doppel-Adler-Verbot in der Nati

Er soll sich einen neuen Jubel überlegen: Granit Xhaka.

Er soll sich einen neuen Jubel überlegen: Granit Xhaka. IMAGO/Geisser

"Wir sind uns bewusst, was im Spiel auf uns zukommen wird", sagte Nationaltrainer Murat Yakin am Freitag und lobte die Iberer über alle Maßen. Spanien sei eines der "weltbesten Teams" - und das habe Gründe: "Sie bewegen sich spielerisch und technisch auf höchstem Niveau, das macht sie extrem gefährlich."

Aber glaubt Yakin an die eigene Chance. Das Hinspiel hat er sicherlich noch in guter Erinnerung, das man allerdings 0:1 verlor. Dennoch: Die Schweiz war über weite Strecken ebenbürtig - und das trotz personeller Engpässe. Diesmal kann Yakin aus dem Vollen schöpfen und verspricht, "mit unseren Mitteln dagegenzuhalten und nicht nur auf die Defensive zu setzen."

Für die Schweizer geht es auch gegen den Abstieg, der im Falle einer Niederlage und eines gleichzeitigen Sieges der Tschechen im Parallelspiel gegen Portugal besiegelt wäre. Damit wollten sich die Eidgenossen aber nicht beschäftigen, immerhin ist das noch Zukunftsmusik.

Doppel-Adler-Verbot für Schweizer

Das trifft auch auf die WM zu, die aber bereits ihren Schatten wirft. Die Schweizer treffen dabei in Gruppe G auf Brasilien, Kamerun und Serbien. Mit Blick auf das Duell mit den Serben gab es nun klare Anweisungen, um Provokationen, wie man sie bei der WM 2018 in Russland gesehen hatte, zu verhindern. Damals hatten Doppel-Adler-Gesten von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri den 2:1-Sieg der Nati überschattet. In Serbien fühlte man sich provoziert, während in der Schweiz eine Debatte um die Loyalität der Nationalspieler mit ausländischen Wurzeln entflammte.

Wir wollen nicht mehr die gleichen Fehler machen.

Pierluigi Tami

2022 soll sich das nicht wiederholen, bestätigte nun Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami. "Wir wollen nicht mehr die gleichen Fehler machen. Wir sind da, um Fußball zu spielen - und nichts anderes. Wir wollen keine politischen oder religiösen Botschaften aussenden", sagte der 61-Jährige gegenüber "CH Media" und ergänzte: "Es soll weder Worte noch Gesten noch allgemein ein Verhalten geben, das andere Sensibilitäten provoziert." Auch verriet Tami, dass man in gemeinsamen Gesprächen von serbischer Seite ähnliches zu hören bekam. So soll Serbiens Nationaltrainer gesagt haben, dass es "unser aller gemeinsamer Wunsch ist, dass es rund um dieses Spiel nur um Fußball geht."

Zwei Fragen bleiben: Wie werden sich die jeweiligen Fans verhalten und etwaige Provokationen unterlassen? Und werden die Spieler sich an das Verbot halten? Immerhin gab es in der Schweiz bereits 2014 Debatten um den Doppel-Adler, den damals Xhaka und Nati-Kollege Pajtim Kasami in ihren jeweiligen Klubs zelebriert hatten. Nach einem klärenden Gespräch innerhalb der Nationalmannschaft wurde das Thema schließlich für beendet erklärt - bis zur WM 2018.

drm