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Bastian Schweinsteiger: Deutliche Kritik nach 0:6 in Spanien

Ex-Nationalspieler vermisst nach 0:6 die Qualität

Schweinsteigers deutliche Kritik: "Das war entsetzlich"

Nahm kein Blatt vor den Mund: Bastian Schweinsteiger.

Nahm kein Blatt vor den Mund: Bastian Schweinsteiger. imago images

Schon in der ersten Hälfte, als er zu ARD-Kommentator Tom Bartels zugeschaltet worden war, suchte Bastian Schweinsteiger nach den richtigen Worten, um einen ganz schwachen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft zu beschreiben. Der Ex-Nationalspieler, erneut als Experte im Einsatz, brachte es spätestens in Abschnitt zwei kurz und bündig auf den Punkt: "Das ist gar nichts."

Ein paar Minuten später, als ihn die Zuschauer erneut im Studio zu sehen bekamen, wurde Schweinsteiger noch deutlicher: Ein "entsetzlicher" Auftritt sei es gewesen, "ein Nackenschlag". "Was mich gestört hat, ist, dass man sich nicht gewehrt hat. Es hat sich nicht als Team angefühlt. Keine Kommandos. Man hat nur die Spanier sprechen gehört."

Es gibt gewisse Werte, die eine deutsche Nationalmannschaft vertreten muss.

Bastian Schweinsteiger

Über die Außenmikrophone waren allerdings vor allem Luis Enrique und seine Mannschaft zu hören, während sich das DFB-Team seinem Schicksal ergab, immer wieder drei Schritte zu spät kam und selbst nach einem 0:4-Rückstand noch in Konter lief.

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Deshalb, so Schweinsteiger, müsse man nicht "von heute auf morgen alles umwerfen. aber gewisse Fragen muss man sich schon stellen. Man muss was verändern. So darf man nicht als deutsche Nationalmannschaft auftreten. Es gibt gewisse Werte, die eine deutsche Nationalmannschaft vertreten muss. Und das habe ich heute auf dem Platz nicht gesehen."

Schweinsteigers Appell für Müller und Boateng

Natürlich wurden besonders nach diesem Abend in Sevilla die Namen Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng wieder ins Spiel gebracht. Also jene Weltmeister, mit denen Joachim Löw nicht mehr plant. "Der Bundestrainer und sein Team haben eine Meinung dazu, ich persönlich habe leider eine andere", erklärte Schweinsteiger, der jedoch in aller Deutlichkeit die Spieler in die Verantwortung und Löw in Schutz nahm. Und dennoch: "Solche Spieler wie Jerome Boateng und Thomas Müller haben das Triple gewonnen, mit der besten Mannschaft in Europa. Die spielen da in der ersten Elf und haben Qualität, sind deutsche Spieler. Warum nicht für die Nationalmannschaft?"

"Gerade in solchen Spielen ist es wichtig, solche Spieler auf dem Platz zu haben, die vorangehen, die Erfahrung haben, die Qualität haben. Man hat gesehen, dass wir noch nicht die Qualität haben."

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