Bundesliga

Hertha-Coach Schwarz: Boetius hat "sein Lachen nicht verloren"

Herthas Trainer besuchte den an Hodenkrebs erkrankten Mittelfeldspieler

Schwarz über Boetius: "Er hat sein Lachen nicht verloren"

Vor Kurzem noch gab Sandro Schwarz (li.) seinem nun erkrankten Spieler Jean-Paul Boetius Anweisungen auf dem Platz.

Vor Kurzem noch gab Sandro Schwarz (li.) seinem nun erkrankten Spieler Jean-Paul Boetius Anweisungen auf dem Platz. IMAGO/Matthias Koch

"Querbeet" hat Sandro Schwarz in diesen Tagen die Länderspiele am TV verfolgt: nicht nur die Auftritte der deutschen Mannschaft gegen Ungarn und in England, sondern auch die der Hertha-Profis in den diversen Nationalmannschaften. Dazu beschäftigte sich Herthas Coach am freien Wochenende, an das sich ein trainingsfreier Montag anschloss, per Videosichtung auch schon mit dem kommenden Gegner, der TSG Hoffenheim.

Zeit für einen Termin, der ihm wichtig war, fand er dennoch: Schwarz besuchte am Montag Jean-Paul Boetius, der nach der am Donnerstag bekannt gewordenen Hodenkrebs-Diagnose am Freitag operiert worden war. "Er hat sein Lachen nicht verloren", berichtete Schwarz nach dem Training am Dienstag. "Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht." Bis zum Ende der Woche soll das Resultat der Gewebeprobe Aufschluss darüber liefern, ob der Tumor gut- oder bösartig war und ob weitere medizinische Schritte - etwa eine Chemotherapie - erforderlich sind.

Der vor Kurzem zurückgekehrte Richter ist Herthas "Symbolbeispiel"

Boetius' Teamkollege Marco Richter, der im Juli die Hodenkrebs-Diagnose erhalten und keine Chemotherapie benötigt hatte, war beim Comeback gegen Borussia Dortmund (0:1) Ende August und in den folgenden Wochen eine furiose Rückkehr mit zwei Treffern in vier Teileinsätzen gelungen. Schwarz hatte angesichts der enormen Unterstützung, die Richter aus der Mannschaft, dem Klub und der Branche erfuhr, und der Zuversicht und Stärke, die Richter selbst ausstrahlte, vor Wochen gesagt: "Marco ist ein Symbolbeispiel dafür, wie wir als Gruppe zusammenwachsen."

Schwarz: Boetius habe die Operation "gut verkraftet"

Jetzt bekommt auch Boetius, was Richter bekam - Ruhe und viel Zuspruch. In einem kicker-Interview (Montagausgabe) hatte Hertha-Kapitän Marvin Plattenhardt gesagt: "Wir gehen da gemeinsam durch. Er wird das schaffen! Das bringt uns nur noch enger zusammen." Richters erfolgreich bestandener Kampf und seine Rückkehr machen dem ganzen Klub auch mit Blick auf Boetius Mut.

"Djanga hat die Operation gut verkraftet", sagte Schwarz am Dienstag. "Jetzt müssen wir den Befund abwarten. Dann wissen wir, was Stand der Dinge ist. Aber wir haben schon die Hoffnung, dass es vielleicht einen ähnlichen Verlauf nimmt wie bei Marco. Wir hätten gern darauf verzichtet - aber wir haben die Erfahrung, wie Marco damit umgegangen ist, und sie hilft uns ein Stück weit, mit dieser Situation jetzt umzugehen."

Steffen Rohr

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