Bundesliga

Mainz: Schwarz benennt das Problem mit dem Videoassistenten

"Es muss genau gleich gehandhabt werden"

Schwarz benennt das Problem mit dem Videoassistenten

Sandro Schwarz

Wann ist ein Eingriff des VA angebracht - und wann nicht? Sandro Schwarz versteht es nicht mehr. imago

Theoretisch ist es einfach. Nämlich bei einer klaren Fehlentscheidung vor bzw. bei Toren, (möglichen) Elfmetern, roten Karten, Spielerverwechslungen. Praktisch? Fehlte zuletzt manchmal die Linie. Das wurde am Sonntagabend einmal mehr deutlich. "Fehler passieren, auch wir machen genügend", findet Horst Heldt. Was dem Manager von Hannover 96 neben dem Strafstoß gegen die Niedersachsen nach dem Remis sauer aufstieß war der Eingriff von Video-Schiedsrichter Patrick Ittrich in der 23. Minute: Daniel Brosinskis Schuss prallte an Kevin Wimmers Kopf und von dort an die Hand des Österreichers. Feld-Referee Robert Hartmann ließ zu Recht laufen, zumindest im Sinne der Regelauslegung. Doch dann intervenierte Ittrich, schickte Hartmann in die Review-Area, der aber bei seiner (korrekten) Entscheidung blieb. "Was halt nicht funktioniert, ist der Ablauf der Korrektur", kommentierte Heldt. "Er (gemeint ist Ittrich, d. Red.) hätte sich bei dem Handspiel nicht einschalten dürfen."

Schwarz dagegen fand, dass "wir in der ersten Halbzeit einen klaren Handelfmeter kriegen müssen, so wie es in den letzten Wochen bewertet wurde". Seine Argumentation stützt der Mainzer Coach auf dem Strafstoß vom Wochenende zuvor beim 1:1 der TSG Hoffenheim gegen Schalke 04. Wenngleich hier der Ball nicht von einem Körperteil Bastian Oczipkas an seine eigene Hand geprallt war, der Video-Assistent aber eben auch nicht korrigierend eingriff bei einer eigentlich falschen Entscheidung. Wobei Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich von "einer individuellen Bewertungsfrage" sprach und ergänzte: "Die situative Entscheidung ist in dieser Schnelligkeit schwer zu treffen."

In Graubereichen fehlt die Linie bei VA-Eingriffen

Was ein Problem verdeutlicht: Szenen spielen sich nicht immer nur in den Bereichen Schwarz und Weiß ab, sondern eben auch in Grau. Und dann fehlt die Linie bei den Eingriffen des Video-Assistenten - doch genau die muss ja qua definitionem, Stichwort "klare Fehlentscheidung", gegeben sein. "Es muss genau gleich gehandhabt werden, das ist nicht gegeben", benennt Schwarz ein Problem konkret, das eben sowohl in Hoffenheim als auch in Mainz auftrat.

Im Übrigen nicht nur beim Thema Handspiel, sondern auch bei Jean-Philippe Matetas Faller kurz vor Schluss , der zum Strafstoß gegen Hannover führte. "Wir brauchen nicht diskutieren, dass es kein Elfmeter war", gab Schwarz zu. Doch warum griff Ittrich - zum Ärger der Gäste - hier nicht ein? Nun könnte man sich aus dem minimalen Kontakt zwischen Matthias Ostrzolek und Mateta die Argumentation basteln, dass der Pfiff keine klare Fehlentscheidung war, ergo ein Eingriff unzulässig gewesen wäre. Andererseits darf man berechtigterweise bezweifeln, ob ein 1,92-Meter großer und 82 Kilogramm schwerer Baum wie Mateta sich aufgrund einer leichten Hüftberührung im Alltag auf den Boden werfen würde. Auch hier lässt sich im Nachklapp wieder viel Grau malen - Schwarz und Weiß wären besser.

Benni Hofmann

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - Hannover 96