NFL

Schwacher Newton führt die Patriots noch zum Sieg - Übler Fehlschuss

NFL, Week 12: Giants auf einmal wieder mitten im Geschäft

Schwacher Newton führt die Patriots noch zum Sieg - Übler Fehlschuss

Sieg der Patriots: Cam Newton (hier mit James White) erwischte keinen guten Tag - und machte am Ende doch noch viel richtig.

Sieg der Patriots: Cam Newton (hier mit James White) erwischte keinen guten Tag - und machte am Ende doch noch viel richtig. imago images

Zwei Interceptions? Newton ist's egal!

Vor der Saison wichtige Spieler veloren (freiwillige Pause wegen Corona), kurzerhand Cam Newton als Nachfolger von Tom Brady installiert, die Saison über zwei Gesichter gezeigt und vor dem Heimspiel gegen Arizona auch noch den ganz wichtigen Running Back Rex Burkhead verloren (sechs Total Touchdowns, Knieverletzung): Die Play-off-Hoffnungen der doch eigentlich ständig in der Endrunde vertretenen New England Patriots waren im Vorfeld dieses Duells nicht mehr allzu sehr vorhanden. Und als Spielmacher Newton gegen die bis dato starken Cardinals auch noch zwei Interceptions warf, keinen Touchdown zustande brachte und nur 84 Passing Yards verbuchte, war die nächste Niederlage eigentlich schon vorprogrammiert.

National Football League - 12. Spieltag
Indianapolis Colts - Vereinsdaten
Indianapolis Colts

Gründungsdatum

23.01.1953

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Blau und weiß

Buffalo Bills - Vereinsdaten
Buffalo Bills

Gründungsdatum

01.01.1959

Vereinsfarben

Blau, rot, weiß, marineblau

New England Patriots - Vereinsdaten
New England Patriots

Gründungsdatum

16.11.1959

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dunkelblau, rot, silber, weiß

Tennessee Titans - Vereinsdaten
Tennessee Titans

Gründungsdatum

01.01.1959

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blau, dunkelblau, silber, rot

Cleveland Browns - Vereinsdaten
Cleveland Browns

Gründungsdatum

01.01.1946

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Braun, orange, weiß

Jacksonville Jaguars - Vereinsdaten
Jacksonville Jaguars

Gründungsdatum

30.11.1993

Vereinsfarben

Schwarz, dunkelgrün, gold

Las Vegas Raiders - Vereinsdaten
Las Vegas Raiders

Gründungsdatum

01.01.1960

Vereinsfarben

Silber und schwarz

Los Angeles Chargers - Vereinsdaten
Los Angeles Chargers

Gründungsdatum

01.01.1960

Vereinsfarben

Marineblau, hellblau, weiß, gold

Arizona Cardinals - Vereinsdaten
Arizona Cardinals

Gründungsdatum

01.01.1898

Vereinsfarben

Rot, schwarz, weiß

Atlanta Falcons - Vereinsdaten
Atlanta Falcons

Gründungsdatum

30.06.1965

Vereinsfarben

schwarz, rot, silber, weiß

Doch anstatt bei 4:7 zu stehen, verbesserten sich die Pats am Ende doch noch auf 5:6-Siege - und dürfen damit weiter auf die Play-offs spekulieren. Warum? Weil Arizonas Quarterback Kyler Murray selbst wenig auf die Kette brachte (170 Yards, kein TD, eine Int.), Kicker Zane Gonzalez kurz vor Schluss beim Stand von 17:17 ein Field Goal aus 45 Yards verschoss und Newton eben noch einmal aufdrehte. Der ehemalige Carolina Panther lief beim finalen Drive selbst über ein gutes Stück, holte nach einem Helmet-to-Helmet-Hit eine 15-Yard-Strafe heraus und sorgte letztlich für eine komfortable Field-Goal-Position. Kicker Nick Folk schritt heran und verwandelte aus 50 Yards sicher.

Walzmaschine Henry, wer auch sonst...

Als sicher durfte auch der Auftritt der Tennessee Titans (8:3) bei AFC-South-Rivale Indianapolis (7:4) bezeichnet werden. Der Gast aus Nashville zog allein in den ersten beiden Vierteln ganze fünf Touchdowns aus dem Köcher, drei davon von Laufwunder Derrick Henry (insgesamt 27 Carries für 178 Yards). Das schier unaufhaltsame Kraftpaket steht nunmehr schon bei über 1200 Yards und zwölf Touchdowns, solche Werte erreichte zuletzt Larry Johnson im Jahr 2006. Quarterback Ryan Tannehill (221 Yards, ein Pass-TD, ein Rush-TD, keine Int.) sorgte für den Rest - und Receiver A.J. Brown packte noch die Kirsche auf die Siegestorte, indem er spät einen Onside-Kick-Return direkt in die Endzone trug.

Derrick Henry ist Running Back bei den Tennessee Titans.

Wer will Titans-Kraftprotz Derrick Henry aufhalten? Getty Images

So stand nach 60 Minuten Football ein klares 45:26 für die Titans zu Buche, während die Colts nach ihrem Overtime-Krimi-Win über die Green Bay Packers aus der Vorwoche mit der Pleite zurechtkommen mussten. Neben einem quasi nicht existenten Laufspiel erwischte Spielmacher Philip Rivers einen bestenfalls soliden Tag (295 Yards, zwei TDs, eine Int.).

Cleveland: Kann 2020 aus 2002 gemacht werden?

Nach neun Niederlagen am Stück hofften die Jaguars beim Heimspiel gegen Play-off-Kandidat Cleveland, endlich mal wieder einen Sieg einzufahren. Letztlich vergebens: Jacksonville (1:10) setzte den Browns zwar immer wieder zu, lag allerdings kurz vor Schluss mit 19:27 zurück und verpasste nach einem tatsächlich noch erreichten Touchdown von James Robinson die anschließend notwendige Two-Point-Conversion. So brachten die Gäste aus Ohio um Quarterback Baker Mayfield (258 Yards, zwei TDs) das 27:25 über die Zeit, verbesserten sich auf 8:3 - und glauben von Woche zu Woche mehr dran, die NFL-Endrunde erstmals seit 2002 wieder zu erreichen.

Viel Lauf, viel Krampf - und ein Bills-Erfolg

Zum zweiten Mal in Folge visiert Buffalo die Play-offs an - und befindet sich mit einer 8:3-Bilanz voll im Rennen dafür. Unterstrichen wurde das mit einem 27:17 gegen die bei 3:8 stehenden Los Angeles Chargers um Rookie-Spielmacher Justin Herbert (316 Yards, ein TD, eine Int.). Dabei verließen sich die Bills dieses Mal vor allem aufs Laufspiel, verzeichneten in vier Quartern insgesamt 172 Rushing Yards (zweithöchster Wert in dieser Saison). Schön machte das das Duell nicht, zumal allein im vierten Quarter Fehler auf Fehler folgte - zum Beispiel hieß es nacheinander Turnover on Downs, Fumble, Field Goal, Fumble, Punt, Interception. Doch schön muss es ja nicht immer sein.

Blamage für Las Vegas

Ordentlich auf die Mütze bekamen die ebenfalls in Richtung Play-offs lugenden Raiders. Bei den Atlanta Falcons (4:7) kassierte das Team aus der Spielermetropole Las Vegas einen heftigen 6:43-Blowout. Quarterback Derek Carr? Mit 215 Yards, keinem Touchdown, einer Interception und gleich drei (!) Fumbles nicht auf der Höhe. Zum Vergleich: In den jüngsten fünf Partien hatten die Raiders den Ball insgesamt nur dreimal via Turnover hergeschenkt - nur logisch also, mit dieser deutlichen wie verdienten Pleite auf 6:5 abrutschen. Die Teilnahme an Januar-Football ist aber immer noch drin.

Kurios: Exakt diesen deutlichen Spielstand gab es in der NFL zuletzt im Jahr 1921 zwischen den Green Bay Packers und den damals noch existierenden Evansville Crimson Giants.

Miami zurück, Jets im Eimer

Zurück in die Spur fanden an diesem Sonntag die Miami Dolphins (7:4), die zuletzt ein 13:20 in Denver kassiert hatten. Das hatte auch dazu geführt, dass der anfangs überzeugende Rookie-Spielmacher Tua Tagovailoa (22, Hawaii) wieder von Routinier Ryan Fitzpatrick vertreten wurde. Und der 38-jährige Bartträger, der schon für acht NFL-Teams gespielt hat, lieferte ab beim 20:3 in New York: 257 Yards, zwei Touchdowns, keine Interception. Das konnte sich ebenso sehen lassen wie zwei weite Field Goals von Fins-Kicker Jason Sanders (54 und 51 Yards). Weniger gut dagegen einmal mehr die Performance der Jets, die ihre Chaos-Saison immer schlimmer gestalten - und nun schon bei 0:11 stehen.

Giants mischen mit, Panthers am Ende kläglich

Joey Slye schleicht über den Platz.

Verschoss für Carolina kläglich: Kicker Joey Slye. Getty Images

Was war sonst noch los? Die in der ebenso knappen wie schwachen NFC East beheimateten New York Giants fuhren mit einem 19:17 einen knappen Sieg bei den ohne den verletzten Rookie Joe Burrow dastehenden Cincinnati Bengals (2:8:1) ein und verbesserten sich so auf 4:7. Das Besondere dabei für die "G-Men": Sie übernahmen für den Moment die Tabellenspitze in der Division vor Washington, Philadelphia und Dallas.

Davon weit entfernt sind die Carolina Panthers (4:8) in der NFC South. Dabei war der fünfte Saisonsieg so nah: Kurz vor Schluss beim Gastspiel in Minneapolis leisteten sich die heimischen Vikings schließlich einen Muff vor der eigenen Endzone. Doch beim Stand von 24:21 bekam Carolina um Spielmacher Teddy Bridgewater (267 Yards, ein TD, eine Int.) erst nur ein Field Goal zum 27:21 hin, ehe Minnesotas Quarterback Kirk Cousins (307 Yards) bei unter einer Minute mit seinem dritten Touchdown-Pass auf 28:27 stellte und am Ende Panthers-Kicker Joey Slye ein vielversprechendes Field Goal aus 54 Yards weit, weit links vorbei setzte. Der Sieg ging somit doch noch an die Vikes aus der NFC North, die sich so auf 5:6 verbesserten.

mag

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