Bundesliga

Schuster: "Voll durchziehen und auf nichts ausruhen"

Nachgefragt beim Freiburger Kapitän

Schuster: "Voll durchziehen und auf nichts ausruhen"

Intensive Zweikämpfe: Freiburgs Kapitän Julian Schuster (li.) und Darmstadts Sven Schipplock.

Intensive Zweikämpfe: Freiburgs Kapitän Julian Schuster (li.) und Darmstadts Sven Schipplock. imago

kicker: Julian Schuster, am Ende steht der fünfte Heimsieg. Warum hat sich der SC lange sehr schwer getan?

Julian Schuster: Wir hatten viel Ballbesitz, da ist es klar, dass nicht jede Aktion glückt. Da gilt es, klar zu bleiben, sich nicht verunsichern lassen, weiterhin den Mut zu haben und weiterhin spielen. Das haben wir versucht, nie damit aufgehört, es aber vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut genug gemacht. Sonst hätten wir uns noch mehr Chancen herausgespielt. Dennoch hatten wir welche, Darmstadt aber leider auch, weil wir es nicht gut genug gemacht haben. Deshalb war es ein offenes Spiel, das in beide Richtungen kippen konnte. Zum Glück ist es auf unsere Seite gekippt.

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kicker: Vor dem Tor des Tages misslang eine Eckball-Variante völlig. Kam da ein bisschen Verzweiflung auf, weil es nicht gelang, die Darmstädter Abwehr zu knacken?

Schuster: Das ist immer die Gefahr, wenn man ein Stück weit ungeduldig wird, dann verliert man ein bisschen den Kopf, die Klarheit. Dann passieren solche Sachen mal. Wir haben es aber schnell korrigiert. Nach dem folgenden Eckball gab es direkt die riesige Chance durch Florian Niederlechner. Da ist dann wichtig, dass man zusammenbleibt, sich nicht verliert, sonst ist jeder in seinem Tunnel und es wird wild. Wir hatten Phasen, wo wir uns immer wieder korrigiert haben. Es ist sehr schwierig gegen die Darmstädter Spielweise, die Räume eng zu halten. Da war es in Leverkusen von der Herangehensweise einfacher. Auch der Trainerwechsel beim Gegner macht die Vorbereitung ein bisschen schwieriger. Wir haben es im Großen und Ganzen ordentlich gemacht und uns zum Glück mit drei Punkten belohnt.

kicker: Wie groß war die Freude, dass der Trainer nicht nur Ihnen, sondern der ganzen Startelf nochmal das Vertrauen geschenkt hat, obwohl gegen Darmstadt eine andere Spielweise gefragt war?

Schuster: Wir haben am vergangenen Wochenende die Dinge, die wir besprochen hatten, sehr gut umgesetzt. Daher gab es Gründe, diese Mannschaft wieder spielen zu lassen. Es ist natürlich schön, dass sich das Trainerteam dafür entscheidet. Die anderen Jungs sind aber auch reingekommen und haben sich sofort eingefügt. So muss es bei uns auch sein. Es gibt immer wieder solche Phasen, wo der eine am Zug ist und sich ein anderer gedulden muss. Keiner darf nachlassen, sondern muss das Niveau im Training hochhalten. Dann kann es funktionieren und es ist auch kein Zufall, dass solche Spiele 1:0 gewonnen werden.

kicker: Inwiefern haben dennoch die Umstellungen in der Halbzeit zum Erfolg beigetragen?

Schuster: Es sind nicht nur die Umstellungen. Im Laufe des Spiels werden die Räume natürlich auch ein bisschen größer. Uns war klar, dass in der zweiten Hälfte mehr Aktionen gelingen werden und das Spiel offener wird. Darauf haben wir gewartet und deshalb gab es auch mehr Chancen.

kicker: Wie lauten die Ziele in den Spielen bis Weihnachten, auf Schalke und in Ingolstadt, leistungsmäßig und punktetechnisch?

Schuster: Mein Wunsch ist es, dass die Punkte, die wir in den letzten zwei Wochen nochmal angesprochen haben, durch die allen bewusst wurde, worauf es für den Erfolg ankommt, auch in den nächsten beiden Spielen befolgt werden. Dass wir daran anknüpfen, nochmal den klaren Kopf, den Willen und die Bereitschaft haben, dies zu tun. Dann sind wir in der Lage, in dieser Liga zu punkten. Ich wünsche, dass wir da voll durchziehen und uns auf nichts ausruhen. Die Punktausbeute ist zwar schön, sollte uns jetzt aber Rückenwind geben und nicht dafür sorgen, dass wir etwas vernachlässigen oder etwas in Vergessenheit gerät.

Interview: Carsten Schröter

Bilder zur Partie SC Freiburg - SV Darmstadt 98