Bundesliga

Schuster: "Ein Gute-Nacht-Getränk war erlaubt"

Augsburgs Trainer zieht das Fazit der bisherigen Vorbereitung

Schuster: "Ein Gute-Nacht-Getränk war erlaubt"

Entspannt beim Fazitgespräch im Trainingslager: Augsburgs Trainer Dirk Schuster.

Entspannt beim Fazitgespräch im Trainingslager: Augsburgs Trainer Dirk Schuster. imago

Aus dem Trainingslager des FC Augsburg in Mals/Südtirol berichtet Patrick Kleinmann

Ganz entspannt schlendert Dirk Schuster nach Ende der vorletzten Einheit des Augsburger Trainingslagers zur am Rande des Platzes aufgestellten Bank und nimmt in der Sonne Platz. Etwas nervös wird er nur kurz vor Ende des Fazitgesprächs – weil ihm seine vermeintliche Mitfahrgelegenheit zurück ins Mannschaftshotel fast vor der Nase wegfährt. Knapp zwei Wochen vor Saisonstart redet der neue Coach über...

... seine Trainingsgestaltung: "Spielerische Formen spielen bei uns eine große Rolle. Übungen wie Hand-Kopf-Ball setzen auch andere Bundesligisten ein, so eigenwillig oder neumodisch ist das also nicht - Fußballer wollen auch Spaß bei der Arbeit haben. Es ist aber viel Ernsthaftigkeit dabei und den Wettkampfgedanken wollen wir auch besonders hoch halten, so ist eine besonders hohe Trainingsqualität gesichert. Wir haben in diesem zehntägigen Trainingslager sehr intensiv gearbeitet und viele taktische Inhalte eingebaut."

... seine Methoden bei Trainingsende: "Das Team, das verloren hat, hat die Pflicht anschließend aufzuräumen - Tore, Hütchen, Bälle und Leibchen. Im Spielbetrieb ist es dann normal, dass der eine oder andere noch zusätzliches individuelles Training macht. Aber das ist in diesem Stadium der Vorbereitung nicht erwünscht und auch nicht gefordert."

... Kommandos auf dem Platz: "Ich habe zu Beginn der Vorbereitung eine eher ruhige Mannschaft vorgefunden. Es war daher eine klare Forderung und Ansage, dass das besser werden muss. Das haben wir auch in den vergangenen Tagen noch einmal forciert indem wir den Jungs gesagt haben, dass sie auf dem Platz klare Kommandos geben oder ihre Mitspieler stellen sollen. Da ist jeder gefragt - ob nun ein 18- oder ein 35-Jähriger. Ich sehe uns auf einem guten Weg."

... die gewünschte Härte: "Fußball ist nun mal ein Kontaktsport mit vielen Zweikämpfen und die wollen wir hart und aggressiv, aber nie unfair bestreiten. Mit hart ist aber auch gemeint, dass man manchmal über seinen eigenen Schweinehund gehen muss. Und da hat die Mannschaft gezeigt, dass sie dazu in der Lage ist. Wenn ich den Triathlon von Landsberg oder an den Duathlon hier um den Reschensee denke, da haben die Spieler, obwohl sie müde waren, weiter Gas gegeben und sind über ihre Grenzen gegangen. Das brauchen wir in der kommenden Saison."

Wir werden die Spieler nicht mehr verändern, deswegen brauchen wir Akzeptanz und Respekt.

Dirk Schuster

... den immer wieder in Wechsel-Gerüchten auftauchenden Raul Bobadilla: "Boba spielt in unseren Planungen eine ganz wichtige Rolle und bei ihm gilt dasselbe wie für die anderen Spieler auch: Jeder hat seine Macken, seine Ecken und Kanten. Wir werden die Spieler nicht mehr verändern, deswegen brauchen wir Akzeptanz und Respekt."

... den Mannschaftsabend am Samstag: "Das war ein gemeinsames Essen außerhalb des Hotels und dann haben wir die Jungs abends alleine gelassen. So waren sie untereinander und hatten nicht das Gefühl, beobachtet zu werden. Grundsätzlich aber hat die Mannschaft genügend Eigenverantwortung. Ihnen war auch hier im Trainingslager ein 'Gute-Nacht-Getränk', also Bier oder Wein, erlaubt. Da hat keiner über die Stränge geschlagen. Und pünktlich um 10 Uhr standen wir am Sonntag wieder alle auf dem Platz."

Patrick Kleinmann