2. Bundesliga

Schuster-Aus bei FCK offiziell - Nachfolge-Kandidat Wimmer

Überraschender Trainerwechsel auf dem Betze

Schuster-Aus bei FCK offiziell - Nachfolge-Kandidat Wimmer

Ex-Coach und möglicher Nachfolger: Dirk Schuster soll gehen, Michael Wimmer (v. li.) könnte kommen.

Ex-Coach und möglicher Nachfolger: Dirk Schuster soll gehen, Michael Wimmer (v. li.) könnte kommen. imago images

Nach kicker-Informationen zeichnete sich am Donnerstagmorgen die Freistellung von Trainer Dirk Schuster beim FCK ab. Wenig später bestätigte der Klub dies offiziell. Interimsweise werden gleich vier Personen die Verantwortung übernehmen: Co-Trainer Niklas Martin und Athletiktrainer Oliver Schäfer sowie Torwarttrainer Andreas Clauß und Teammanager Florian Dick.

Michael Wimmer gilt derzeit als aussichtsreichster Kandidat auf den Posten, auch mit Enrico Maaßen wurde gesprochen. Doch der der Anfang Oktober beim FC Augsburg freigestellte 39-Jährige hat sich nach kicker-Informationen dazu entschieden, vor der Winterpause keinen neuen Job anzunehmen.

Schusters Ablösung ist eine ziemliche Überraschung, denn unter seinem mittlerweile ehemaligen Coach hat der FCK im Sommer 2022 die Rückkehr aus der 3. Liga endlich wieder geschafft. 2018 waren die Pfälzer aus dem Unterhaus abgestiegen.

Schusters Bilanz: 2023 nur 1,09 Punkte im Schnitt

In der Folge gab es diverse Verwerfungen in der Klubführung sowie mit potenziellen und tatsächlichen Darlehensgebern, im Juni 2020 nutzte die sich in Schieflage befindliche Kapitalgesellschaft der Lauterer die ob der Corona-Pandemie gelockerten Regeln für einen Antrag auf eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Seit deren Abschluss Ende 2020 geht es sukzessive wieder bergauf. Vor der Relegation 2022 übernahm Schuster, der Wiederaufstieg glückte - und unter dem 55-Jährigen war der FCK eigentlich drauf und dran, sich wieder in der 2. Liga zu etablieren. Nach Tabellenplatz neun in der Vorsaison belegen die Pfälzer aktuell Rang elf.

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Allerdings folgten nach einem guten Saisonstart seit Oktober nur noch fünf Punkte in der Liga. Das Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Bundesligist 1.FC Köln war die positive Ausnahme. Zuletzt verlor die Schuster-Elf, die an diesem Samstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) beim 1. FC Magdeburg gastiert, in der Liga dreimal in Serie. Im Kalenderjahr 2023 holte der Coach mit dem FCK in 31 Zweitliga-Spielen durchschnittlich nur 1,09 Punkte.

Die Aufstiegseuphorie, die den FCK in der Hinrunde der Vorsaison noch auf Rang vier getragen hatte, ist längst verflogen. In der laufenden Saison gelingt es nicht, die anfällige Defensive zu stabilisieren. Schon seit Wochen sollen Schuster und Geschäftsführer Thomas Hengen intern mit Meinungsverschiedenheiten aufgefallen sein. Nichtsdestotrotz hatte sich die Demission des 55-Jährigen, der 2015 Darmstadt 98 in die Bundesliga geführt hatte, zumindest öffentlich in keiner Weise angedeutet.

Wimmers Bilanz: Beinahe in die Europa Conference League

Zugleich passt diese Entscheidung zum FCK unter der Führung Hengens. Dass der Ex-Kapitän der Pfälzer vor kniffligen Entscheidungen nicht zurückschreckt, hat er bei der Freistellung des erfolgreichen Schusters-Vorgängers Marco Antwerpen unmittelbar vor der Aufstiegsrelegation 2022 unter Beweis gestellt. Der Erfolg gab ihm Recht.

Übernehmen könnte nun Wimmer, der vor gut einem Jahr beim VfB Stuttgart vorübergehend von der Rolle des Assistenten erstmals auf Profi-Ebene in die des Cheftrainers schlüpfte, jedoch trotz einer sehr ordentlichen Bilanz als Interimscoach nicht dauerhaft das Vertrauen bei den Schwaben erhielt. Zu Jahresbeginn unterschrieb der 43-Jährige bei der Austria, führte die Hauptstädter noch in die Meistergruppe und beinahe die Europa Conference League. Aktuell aber rangieren die Wiener, die heftige Finanzprobleme plagen, nur auf Tabellenplatz acht. Nicht zuletzt, weil sie ihren Toptorjäger Haris Tabakovic im Sommer an Hertha BSC abgegeben hatten.

Moritz Kreilinger, Benni Hofmann

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