2. Bundesliga

St. Pauli-Coach Schultz: "Walters Fußball macht mir Spaß"

"Extrem positive Entwicklung" - aber eine kleine Derby-Spitze

Schultz: "Walters Fußball macht mir Spaß"

Blickrichtung Derby: Timo Schultz und St. Pauli planen die starke Bilanz weiter auszubauen.

Blickrichtung Derby: Timo Schultz und St. Pauli planen die starke Bilanz weiter auszubauen. imago images/Jan Huebner

Sportlich waren sich St. Pauli und der HSV noch nie so nah wie derzeit, Timo Schultz drückte am Donnerstagmorgen auf der Pressekonferenz vor dem Derby auch eine gewisse Nähe aus und verteilte ungewohnt viele Komplimente an den Stadtnachbarn - das Ziel aber umreißt der Trainer für den seit fünf Duellen (vier Siege, ein Remis) amtierenden Stadtmeister deutlich: "Für die Vergangenheit können wir uns nichts kaufen, es gilt ein neues Kapitel, eine neue Geschichte zu schreiben."

Kyereh zurück vom Afrika-Cup - und tatendurstig

Daniel-Kofi Kyereh will daran mitwirken. Seit dem Donnerstag ist der Deutsch-Ghanaer wieder in der Hansestadt, ernüchtert vom überraschenden Aus beim Afrika-Cup, aber tatendurstig aufs Derby. "Kofi", sagt Schultz, "hat außergewöhnliche Fähigkeiten und ist einer von den Spielern, die wir nicht eins zu eins ersetzen können." Beim 2:1-Pokalcoup gegen Dortmund ist dem Coach dies mit einer Systemanpassung und einem 4-4-2 mit Doppelsechs gegen den Ball gelungen, dennoch stellt er klar: "Ein fitter Kofi hilft uns immer. Wir werden ihn deshalb genau anschauen und dann gemeinsam eine Entscheidung treffen." Zumindest ein Kaderplatz erscheint realistisch.

Eine Entscheidung steht auch bei der Besetzung der Innenverteidigung an. Gegen die Borussia hatte Schultz Vize-Kapitän James Lawrence seinem Kapitän Philipp Ziereis vorgezogen, an Jakov Medic führt kein Weg vorbei. "James", lobt der 44-Jährige, "hatte eine gute Vorbereitung und war schon eine Option gegen Aue. Wir hatten uns da für 'Ziere' entschieden." Die Leistung des neuen Duos gegen Dortmunds Top-Offensive um Erling Haaland jedenfalls spricht gegen eine erneute Veränderung und für einen Härtefall im Derby.

Bereits zum achten Mal seit dem HSV-Abstieg 2018 treffen sich die lange Zeit sportlich so weit voneinander entfernten Nachbarn, und Ur-St. Paulianer Schultz verteilt an den Rivalen viele Blumen. "Es ist extrem die Handschrift des Trainers zu sehen. Ich mag das, mir macht es Spaß, den Fußball von Tim Walter anzusehen." Auch grundsätzlich stellt er dem HSV ein gutes Zeugnis aus. "Ich sehe dort eine extrem positive Entwicklung mit einer sehr jungen Mannschaft. Es kommt Stabilität rein, sie haben nur zwei Spiele in dieser Saison verloren." Und dann ein Zusatz, der bei so viel warmen Worten dann doch Derby-Atmosphäre schafft: "Eines davon gegen uns …"

Es knistert überall und wird niemals Normalität werden, obwohl wir im vierten Jahr gegeneinander spielen.

Timo Schultz

Schultz lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass St. Paulis Erfolgsgeschichte in den Stadt-Duellen fortgeschrieben werden soll. "Es knistert überall und wird niemals Normalität werden, obwohl wir im vierten Jahr gegeneinander spielen. Unsere Bilanz ist supergut, die wollen wir ausbauen."

Sebastian Wolff