2. Bundesliga

St. Paulis Coach Schultz freut sich dreifach für Hartel

Neues Leben, neue Rolle, neue Gefahr

Schultz' dreifache Freude über Hartel

Baby-Jubel von St. Paulis Marcel Hartel.

Baby-Jubel von St. Paulis Marcel Hartel. IMAGO/MIS

Sich einen Ball zu schnappen, diesen unter seinem Trikot zu verstecken und dann ein Daumenlutschen zu simulieren, ist nicht neu, wenn Fußball-Profis Väter werden. St. Paulis Mittelfeldspieler Marcel Hartel hat verraten, dass er seine Frau schon am Vorabend des Spiels eingeweiht hatte, dass er, wenn er treffen würde, auf diese Weise öffentlich machen wolle, dass im Hause Hartel Nachwuchs unterwegs ist. Schultz kennt das schon. Mit Maximilian Dittgen, Leart Paqarada, Adam Dzwigala, Rico Benatelli, Philipp Ziereis und Afeez Aremu sind in der Vorsaison gleich sechs seiner Profis Vater geworden. "Wir kriegen unfassbar viele Kinder", sagt der Coach und hinterfragt sich und seine Arbeit mit einem Augenzwinkern: "Offenbar trainieren wir einfach zu wenig."

Schultz flachst: "Halte ich schon für gewagt"

Auch in Richtung Hartel selbst hat er einen flapsigen Spruch parat. Schon in der zurückliegenden Spielzeit haben der Coach und der 26-jährige Techniker oft thematisiert, dass dieser gemessen an seinen Fähigkeiten und seiner Position mehr Treffer erzielen müsste. Zwei waren es 2021/22. "Dass sich nun ausgerechnet Cello am Abend vor dem Spiel einen Torjubel überlegt hat", unkt Schultz, "halte ich schon für gewagt."

Ein taktischer Schachzug des Trainers hat womöglich auch dazu beigetragen, dass Hartel und Kollegen am Sonntag immer wieder aussichtsreich in Abschlusspositionen kamen. Statt wie in den zurückliegenden eineinhalb Jahren konstant mit Mittelfeldraute, hatte Schultz seine Formation im 4-4-2 mit zwei Sechsern und zwei Außen angeordnet. Jackson Irvine stabilisierte im Zentrum neben Eric Smith das Mittelfeld, Lukas Daschner spielte rechts statt auf der Zehnerposition, Hartel links statt halblinks. "Dadurch haben wir immer wieder Räume gefunden", sagt Daschner und erklärt zudem, dass er und Hartel einen klaren Auftrag hatten: "Wir sollten von unserer Position aus auch immer wieder in die Mitte ziehen."

Dem Chef jedenfalls hat die Umsetzung seiner Idee gefallen. "Es war eine taktische Anpassung, die uns flexibler macht. Wir hatten das in der vergangenen Saison schon mal im Kopf, aber dann waren wir in einem Flow." Gegen Magdeburg hat sich die leicht veränderte taktische Ausrichtung mindestens als alternatives Zukunftsmodell bewährt.

Sebastian Wolff

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