3. Liga

1. FC Kaiserslautern e.V.: Schuldentilgung gesichert

Rückzahlungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro - Umwandlung in Aktien für 2025 geplant

Schuldentilgung gesichert: Investorengruppe hilft FCK e.V.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler spricht auf der Jahreshauptversammlung 2021.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler spricht auf der Jahreshauptversammlung 2021. 1. FC Kaiserslautern

Zum zweiten Mal nacheinander musste der FCK seine jährliche Mitgliederversammlung am Mittwochabend auf digitalem Weg abhalten. Die rund fünfstündige Veranstaltung verlief trotz zwischenzeitlich hitziger Diskussionen in Summe deutlich ruhiger und gesitteter ab als in den letzten Jahren - was in erster Linie dem sportlichen Erfolg zu verdanken ist. Zudem standen keine Wahlen für den häufig im Mittelpunkt von Diskussionen stehenden Aufsichtsrat an.

Seit der Ausgliederung der Profiabteilung 2018 in eine Kapitalgesellschaft werden die wirtschaftlichen Kennzahlen derer ohnehin nicht mehr im Detail auf der Versammlung offengelegt, es dreht sich in erster Linie um den "eingetragenen Verein". Der steht im kommenden Jahr vor der Hürde, von der KGaA übernommene fällige Altlasten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro zurückzahlen zu müssen. Rund zwei Millionen davon fallen für die im August auslaufende Fan-Anleihe an, der Rest steht dem Finanzdienstleister Quattrex zu, der dem FCK einst mehr als zehn Millionen Euro geliehen hatte und einen größeren Teil der Summe im Insolvenzverfahren 2020 verloren hatte.

Altlasten betragen in Summe 6,5 Millionen Euro

Die Rückzahlungen sind gesichert, da die Saar-Pfalz-Invest GmbH, die im vergangenen Jahr bereits für elf Millionen Euro 33 Prozent der Anteile an der KGaA erworben hatte, jetzt auch dem e.V. mit einem Millionenkredit unter die Arme greift. Das Darlehen ist als Überbrückung gedacht und soll 2025 mit der Veräußerung von in e.V.-Besitz befindlichen KGaA-Aktien ausgeglichen werden - aus steuerlichen Gründen kann diese Umwandlung frühestens zu diesem Zeitpunkt erfolgen. Laut des Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Keßler habe die Investorengemeinschaft dem bereits zugestimmt. "Dem e.V. ist es gelungen, kurzfristige Verbindlichkeiten in mittel- und langfristige umzuschulden", erläuterte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Tobias Frey.

In Summe betragen diese Altlasten 6,5 Millionen Euro, die zwischen 2025 und 2026 fällig werden. "Ein nachhaltiger sportlicher Erfolg der KGaA wäre ein wirtschaftlicher Segen für den Verein", fuhr Frey mit Blick auf diese Summe fort. Der positive Aspekt: Ohne die einst übernommenen Schulden könnte sich der e.V. selbst tragen - bei einem Umsatz von 1,945 Millionen Euro wurde für das Geschäftsjahr 2020/21 ein Gewinn von rund 411.000 Euro ausgewiesen.

Keine Rücktritte - ein Novum

Eine Versammlung auf dem Betzenberg kommt dann aber doch nicht ohne die schon traditionell hitzige und emotionale Aussprache zum Ende. Ehemalige Aufsichtsräte meldeten sich zu Wort und fordern den Rücktritt von Teilen des Kontroll-Gremiums um Markus Merk. Der Ex-Schiedsrichter stand mal wieder im Fokus für seine vermeintliche Einflussnahme ins operative Geschäft in der vergangenen Saison. Nach einem anwaltlichen Gutachten zu Folge habe sich aus den Geschehnissen aber "keine verbotene Einwirkung" ergeben. Daraufhin wurde dann das Gutachten bemängelt, da nicht alle damals beteiligten Personen zu der damaligen Situation befragt worden seien.

Bis auf einzelne Nicht-Entlastungen von Aufsichtsratsmitgliedern, in der Pfalz eine traditionelle Abstrafung von unzufriedenen Mitgliedern gegenüber Gremiumsmitgliedern, blieb es aber ruhig.  Gegen 23 Uhr verließ jeder Funktionär die Versammlung mit dem Amt inne, mit dem er auch um 18 Uhr in den Abend gestartet war. Ein Novum mit Blick auf die jüngere Vergangenheit.

Moritz Kreilinger

Die Trainer in der 3. Liga