Bundesliga

Schuberts Vier-Punkte-Plan - Nachfolger erst im Winter?

Gladbach: Eberl hat "kein Zeitfenster"

Schuberts Vier-Punkte-Plan - Nachfolger erst im Winter?

Andre Schubert am Dienstag auf der Pressekonferenz

Will das Selbstvertrauen "zurück auf den Platz holen": Andre Schubert, Gladbachs Interimstrainer. picture alliance

Ein kurzfristiges Ende der Trainersuche ist nicht in Sicht. "Es kann sein, dass es bis Winter dauert. Das kann und will ich nicht ausschließen", sagte Max Eberl auf der turnusmäßigen Pressekonferenz am Dienstag. Borussias Sportdirektor hofft zwar, den Nachfolger des zurückgetretenen Lucien Favre "sehr schnell" präsentieren zu können, unterstrich jedoch noch einmal : "Es gibt kein Zeitfenster. Wir müssen das in Ruhe machen und werden keinen Schnellschuss tätigen."

Das Vertrauen besitzt zunächst Andre Schubert. Der von der U 23 zu den Profis beförderte Trainer feiert beim Spiel gegen den FC Augsburg am Mittwochabend Premiere in der Bundesliga. Mit einem Vier-Punkte-Plan geht der 44-Jährige seine neue Aufgabe bei den Fohlen an.

Bei der ersten Einheit mit der Mannschaft am Dienstagmorgen versuchte er seine Vorstellungen zu vermitteln. Schubert weiß nach Analyse der sportlichen Situation, wo er ansetzen möchte. "Wir sind zu passiv im Defensivverhalten. Wir können sicher mal defensiver spielen, aber wir dürfen nie passiv werden. Ein Zweikampf ist immer aktiv, ist immer aggressiv, ein Stören, auch ein Unter-Druck-Setzen des Gegners", betonte Schubert.

Wir haben Spieler mit einer sehr guten Technik, um Eins-gegen-Eins-Situationen zu lösen. Diesen Mut müssen wir wieder haben.

Andre Schubert

Auch der "Zug zum Tor" müsse sich verbessern und "die Aggressivität mit dem Ball". Bedeutet für den neuen Trainer: "Andribbeln, Eins-gegen-Eins-Situationen suchen. Wir haben Spieler mit einer hervorragenden Qualität, mit einer sehr guten Technik, um Eins-gegen-Eins-Situationen zu lösen. Diesen Mut müssen wir wieder haben."

Keine Kritik "an dem, was in der Vergangenheit war"

Ein weiteres Augenmerk läge auf dem Umschaltverhalten, bei Ballverlust wie bei Ballgewinn. "An diesen Dingen haben wir heute Morgen schon gearbeitet", berichtete Schubert und schob fast entschuldigend nach: "Aber bitte: Nichts von den Dingen, die ich genannt habe, ist Kritik an dem, was in der Vergangenheit war. Es ist über viele Jahre sehr, sehr erfolgreich Fußball gespielt worden."

Defensivverhalten, Offensivverhalten, Umschaltspiel. In der Kürze der Zeit kann sich der Blitz-Einsteiger "nur um das kümmern, was wir beeinflussen können - und das sind die Punkte, die ich genannt habe", sagte Schubert. Als vierter und letzter Punkt soll schließlich noch das Selbstvertrauen der Spieler folgen, "aber das kommt nur hinzu, wenn wir die ersten drei Punkte besser machen. Und mit jedem Zweikampf, mit jedem Torschuss, mit jedem geblockten Torschuss des Gegners holen wir uns ein Stück Selbstvertrauen zurück auf dem Platz."

Jantschke fällt aus - Trio zurück im Training

Inwieweit er System und Aufstellung verändern wird, ließ Schubert erwartungsgemäß noch offen. Eine Hiobsbotschaft erreichte ihn aber schon: Neben Martin Stranzl (Bruch der Augenhöhle) fällt auch Tony Jantschke (schwere Unterschenkelprellung) aus. Etwas Entspannung auf dem Personalsektor kündigt sich dennoch an. Patrick Herrmann (nach Kapselreizung), Fabian Johnson (Muskelfaserriss) und Alvaro Dominguez (Rückenprobleme) mischten beim Abschlusstraining mit.

Wer von den Rückkehrern dann gegen Augsburg schon im Kader auftauchen wird, muss abgewartet werden. "Wir werden sehen, bei wem es vielleicht zu einem Teileinsatz oder Startelfeinsatz reicht", sagte Schubert. Die sportliche Lage bezeichnete er als "gefährliche Situation", die man "aus der vergangenen Saison mit Dortmund" kenne - auch an Schubert liegt es jetzt, dass in Mönchengladbach das Thema Abstiegskampf erst gar nicht richtig hochkocht.

Jan Lustig

kicker.tv Hintergrund

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