Bundesliga

Schubert erklärt vermeintlichen Flop-Wechsel mit Vestergaard

Jantschke nennt Gladbacher Spielweise "naiv"

Schubert erklärt vermeintlichen Flop-Wechsel mit Vestergaard

Im ersten Abschnitt in der Defensive stark: Gladbachs Jannik Vestergaard.

Im ersten Abschnitt in der Defensive stark: Gladbachs Jannik Vestergaard. imago

Auf den ersten Blick könnte man das Spiel der Gladbacher einfach in die beiden Halbzeiten teilen. Erste Hälfte 0:0 mit Jannik Vestergaard in der Innenverteidigung. Zweite Halbzeit 0:4 mit Andreas Christensen in der Abwehrzentrale und Vestergaard auf der Ersatzbank. Defensiv räumte der dänische Abwehrhüne ordentlich ab und hatte unmittelbar vor der Pause Pech, als sein Kopfball vom Schalker Alessandro Schöpf von der Linie gekratzt wurde. Also: Ein Wechselfehler des Gladbacher Coaches?

Hinter der Maßnahme, in der Pause Vestergaard vom Platz zu nehmen und dafür Lars Stindl zu bringen, stand folgende Überlegung: "In der ersten Halbzeit hatten wir kein gutes Aufbauspiel und sind überhaupt nicht in die gefährlichen Bereiche vorne gekommen", so Schubert nach der Partie. Sein Assistent Manfred Stefes sagte in der Halbzeitpause gegenüber "Sky", dass "wir mit Lars Stindl einen Spieler bringen, der sich besser zwischen den Linien bewegt" und das "Spiel beschleunigen" soll. Allerdings wies der "Co" darauf hin, dass "es auch darauf ankommt, defensiv so sicher zu stehen, wie in der ersten Halbzeit".

Taktisch ging Christensen von der Doppelsechs mit Christoph Kramer zurück in die Abwehrkette, Stindl sollte im offensiven Bereich für mehr Dampf sorgen. Prinzipiell ging der Schachzug auf, denn auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten wiesen die Borussen die reifere Spielanlage auf und konnten durch André Hahn zielstrebige Offensivaktionen verbuchen. "Du hast sie (die Schalker, Anm. d. Red.) eigentlich im Würgegriff und dann passiert das, was passiert ist", sagte Gladbachs Manager Max Eberl, der den VfL eigentlich auf dem besten Wege zum ersten Auswärtsdreier wähnte.

Das, was dann passierte, bezeichnet Eberl als "im Fußball nicht immer erklärbar". Denn Schuberts Konzept von der verstärkten Offensive kam ein zweifelhafter Elfmeterpfiff dazwischen, der die Gladbacher derart aus der Bahn warf, dass sie binnen sechs Minuten drei Gegentore kassierten. "Wir haben sehr naiv gespielt. Wir wollten das Tor machen und haben dabei vergessen, dass wir auch hinten jemanden brauchen." An der Personal-Rochade seines Trainers wollte Jantschke, der die Gladbacher als Kapitän aufs Feld führte, diese Defensiv-Blackouts nicht festmachen. Denn: "Wir hatten noch genug Leute auf dem Platz, die hinten verteidigen".

Über den besagten Elfmeterpfiff, als Ibrahima Traoré den Schalker Eric-Maxim Choupo-Moting bei dessen Flankenversuch berührte, wollte sich Coach Schubert nicht groß äußern. "Der Schiedsrichter hat immer Recht. Mehr sage ich dazu nicht." Dass es in ihm brodelte, bedurfte keiner allzu großen Interpretationshilfen.

bst

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