Bundesliga

Schröder: "Das muss der Maßstab sein"

Mainz: Extra-Lob für Zentner und Öztunali

Schröder: "Das muss der Maßstab sein"

Gut gemacht, Junge! Rouven Schröder herzt Keeper Robin Zentner.

Gut gemacht, Junge! Rouven Schröder herzt Keeper Robin Zentner. imago images

Nur für einen kurzen Moment war es ruhig unter dem Mainzer Abendhimmel. Als Simon Terodde den FC nach 14 Minuten in Führung brachte, stellten sich wohl viele die gleiche Frage, die auch Rouven Schröder beschäftigte. "Ich war gespannt, wie die Mannschaft reagiert", sagte der sichtlich erleichterte Sport-Vorstand. Doch von Verunsicherung oder gar Aufstecken keine Spur. Die Nullfünfer kämpften sich stattdessen mit Selbstvertrauen und spielerischen Lösungen zurück in die Partie. Der Ausgleich des starken Jean-Paul Boetius (21.) - nur folgerichtig. "Die Zuschauer waren uns dabei eine enorme Hilfe, haben das Spiel trotz Rückstand komplett angenommen. Dadurch hast du das Momentum, dass du die nächsten zwei, drei Zweikämpfe gewinnst", lobte Schröder den Anhang in der mit 31.999 Zuschauern gut besetzten Opel-Arena.

Für Robin gibt das sicherlich einen extra Stern, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.

Rouven Schröder

Spätestens Robin Quaisons Sonntagsschuss riss dann auch den letzten Zuschauer von seinem Platz. Aus über 25 Metern versenkte der Schwede den Ball neben Timo Horn. Aller Frust und Ballast der letzten Wochen - wie weggeflogen. "Wir haben gemeinschaftlich mit aller Macht die drei Punkte hiergehalten", hob Schröder das Kollektiv hervor, nahm dennoch einen Akteur heraus: Torhüter Robin Zentner. "Für Robin gibt das sicherlich einen extra Stern, dass wir dieses Spiel gewonnen haben." Die Lobeshymne hatte sich der 24-jährige Schlussmann mit zahlreichen Glanzparaden auch redlich verdient.

Für einen kurzen Moment musste aber auch Schröder nochmal innehalten, als das vermeintliche Handspiel Moussa Niakhatés im Strafraum der Überprüfung des Video-Schiedsrichters standhielt - eine sicherlich diskutable Szene. Doch Levin Öztunali sorgte in der 82. Minute endgültig für das Mainzer Fußballfest. "Wir haben immer zu ihm gesagt, Levin: du darfst auch schießen. Es ist unheimlich wichtig, dass er sich belohnt hat. Das haben wir ihm alle so sehr gewünscht. Es war nicht immer alles positiv für ihn, aber er hat nie aufgesteckt und ist dran geblieben", so Schröders lobende Worte. Das, so fügte der 44-Jährige an, sei ein "gutes Zeichen und Ansporn für die Spieler, die aktuell hintendran stehen, weiterzumachen und sich zurückzukämpfen".

Schröder bleibt auf dem Boden

Doch wer Schröder kennt, der weiß, dass sich dessen Gefühlslage nach der "Achterbahnfahrt der letzten Wochen" nicht durch einem Sieg komplett ins Euphorische wandelt. "Wir müssen das richtig einordnen. Das muss die wöchentliche Bestätigung und der Maßstab sein. Mit dieser Intensität und Körperlichkeit hast du die Chance, in der Bundesliga Spiele zu gewinnen. Woche für Woche müssen wir das abliefern." Mit neun Zählern aus neun Partien weisen die Mainzer die identische Bilanz wie im letzten Jahr auf. Darauf lässt sich nun aufbauen. Der dritte Saisonsieg sollte vorerst für das nötige Selbstvertrauen gesorgt haben.

Moritz Kreilinger

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - 1. FC Köln