Bundesliga

Schröder: "Werden uns nicht ausnutzen lassen"

Schalkes neuer Sportdirektor will Stärke zeigen

Schröder: "Werden uns nicht ausnutzen lassen"

Muss auf Schalke einen neuen Kader zusammenbauen: Rouven Schröder.

Muss auf Schalke einen neuen Kader zusammenbauen: Rouven Schröder. picture alliance

In einer Zeit, als Peter Knäbel als Schalkes neuer Sportdirektor im Gespräch war, galt Rouven Schröder als Kandidat für die Nachfolge von Sportvorstand Jochen Schneider. Bekanntlich kam es anders: Knäbel ist mittlerweile Sportvorstand, Schröder der Direktor. Beide saßen am Freitag gemeinsam in der Schalker Arena auf dem Podium, Anlass war die Vorstellung Schröders als Chef-Kaderplaner der Königsblauen.

Warum das vor zwei, drei Monaten mit dem Engagement als Sportvorstand nicht geklappt hat? Darauf will Schröder nicht näher eingehen. Er sei "Sportdirektor aus Leidenschaft", sagt er und betont: "Die Konstellation mit Peter Knäbel ist absolut passend." Die Kaderplanung bezeichnet Schröder als seine "Kernkompetenz".

FC Schalke 04 - Vereinsdaten
FC Schalke 04

Gründungsdatum

04.05.1904

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Schröder: "Ich sehe keinen Spieler, der unverkäuflich ist"

Mit der Herausforderung, Schalke in sehr kurzer Zeit grundlegend zu erneuern und fit für den Wiederaufstieg zu machen, hat er sich einen Fulltime-Job ausgesucht. Seinen Dienst tritt der 45-Jährige nun ganz offiziell an, wenngleich er bereits seit fast vier Wochen in alles involviert war. Er führte täglich, gelegentlich sogar stündlich Telefonate mit Knäbel - es gibt einfach sehr viel, das entschieden werden muss.

"Hart arbeiten und weniger reden": Schröders Antrittsrede auf Schalke

alle Videos in der Übersicht

Eine drängende Frage lautet: Wer darf gehen? "Ich sehe keinen Spieler, der unverkäuflich ist", sagt Schröder. Eine weitere drängende Frage lautet: Wer muss gehen? Hier kann man sagen: Eigentlich alle, die zu teuer sind.

Teure Erstligaverträge bei Rudy, Uth und Co.

Sportlich könnten gestandene Erstligaprofis wie Sebastian Rudy, Mark Uth, Amine Harit, Matija Nastasic, Ozan Kabak oder Salif Sané sicher bei dem Bestreben, sofort in die Bundesliga zurückzukehren, behilflich sein. Aber weil ihre sehr gut dotierten Erstligaverträge auch für die 2. Liga gültig sind (was für ein Missmanagement der Vergangenheit!), kann sich der Klub, der seinen Etat für die 2. Liga drastisch auf eine Summe zwischen 20 und 30 Millionen Euro kürzen musste, ihre Dienste schlicht nicht mehr leisten.

Schalke 04 muss Uth und Co. verkaufen - am besten nicht nur für viel Geld, sondern auch schnell, damit frische Millionen für Zugänge reinkommen. Die Not des Absteigers ist in der Branche bestens bekannt, Schröder betont aber: "Wir werden uns nicht ausnutzen lassen!" In den Verhandlungen müsse der Verein eine "gewisse Stärke" zeigen.

Wer soll kommen?

Auch wichtig ist die Frage: Wer soll kommen? Abseits des Feldes hat der Klub mit André Hechelmann (Chefscout), Jörn Menger (Leiter Athletik) und Gerald Asamoah (Leiter Lizenzspielerabteilung) weiter an dem Team hinter dem Team geschraubt, mit Blick auf den Spielerkader gilt: Simon Terodde (33), Danny Latza (31), Victor Palsson (30) und Marcin Kaminski (29) wurden schon verpflichtet - diese vier erfahrenen Kräfte passen perfekt ins Schalker Beuteschema.

Denn: "Wir brauchen eine klare Achse mit einer gewissen Erfahrung", sagt Schröder und ergänzt: "Stabile Spieler, die druckerprobt sind und die Gruppe, vor allem aber auch junge Spieler führen können." Schalke will, Schalke muss auch vielen Talenten eine Chance geben. Schröder spricht von einer "gesunden Mischung". Sie soll der Schlüssel sein zum direkten Wiederaufstieg.

Toni Lieto

Nur drei eingetragene Vereine: Die Rechtsformen der Bundesligisten